Predigt über 1. Korinther 1, 4-9, 5. Sonntag vor der Passionszeit, 3. Februar 2019, 9.30 Uhr, St. Laurentius, Neuendettelsau, Pfr. Dr. Peter Munzert

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Dank für Gottes reiche Gaben in Korinth (1. Korinther 1, 4-9)

4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus,

5 dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in allem Wort und in aller Erkenntnis.

6 Denn die Predigt von Christus ist unter euch und in euch kräftig geworden,

7 sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus.

8 Der wird euch auch fest machen bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus.

9 Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

Im Gottesdienst sprachen Rektor Dr. Mathias Hartmann, Steve Rauhut von der Refo-Gemeinschaft in Berlin und Pfr. Dr. Peter Munzert frei zu persönlichen Symbolen und deren Bedeutung für ihren Glauben.

Rektor Dr. Hartmann sprach über die Bedeutung der Musik für seinen Glauben und demonstrierte dies anhand seiner Gitarre. Christliche Musik hat ihn bis heute stark geprägt. Steve Rauhut zeigte mit einem Karabinerhaken die Sicherheit auf, die ihm der Glaube im Leben gibt. Pfr. Dr. Munzert hob anhand seiner Konfirmationsurkunde die Bedeutung des „Ja“ zu Gott für die Festigkeit seines Glaubens hervor. Seine Gedanken sind hier schriftlich niederlegt

Liebe Gemeinde,

Gott ist treu und er ist gütig. Ihm verdanken wir so viel. Aus den Worten des Apostels Paulus spricht viel Dankbarkeit gegenüber Gott. Christinnen und Christen leben aus seiner Gnade. Es ist Gott selbst, der uns beisteht und mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Gott gibt, was Menschen brauchen. Die Worte des Apostels Paulus sind ein einziger Lobgesang auf Gottes Beistand im Leben.

Denn es ist Gottes Gnade, die alles in uns wirkt.

Sie wirkt den Glauben durch die Predigt des Wortes Gottes. Gott zu hören und sein Wort zu verstehen, das macht uns reich. Das hilft uns, so sagt es Paulus, untadelig zu leben, sprich, so zu leben, dass wir Gottes Gericht nicht fürchten müssen. Wir würden heute wohl eher sagen, dass wir eine gute Haltung einnehmen und unser Leben nach sorgfältigen ethischen Grundsätzen leben wollen.

Wir haben keinen Mangel. An allem gibt Gott uns reichlich. Und darüber hinaus macht uns Gott fest im Glauben, so ist es hier benannt.

Wir haben uns überlegt, was für ein Symbol für diese Festigkeit stehen könnte, wie Gott uns im Leben fest macht und wie wir das selbst erleben oder im Leben erlebt haben.

Ich habe meine Konfirmationsurkunde hervorgeholt. Das hat mehrere Gründe.

1. In den letzten Jahren wurden alle unsere Kinder konfirmiert. Sie haben alle mitgemacht. Natürlich gab es auch kritische Anfragen. Für Pfarrerskinder ist es natürlich eine besondere Situation. Die sind unter vielfältiger Beobachtung. Bei jedem Kind haben wir noch einmal miterlebt, was Konfirmation bedeuten kann. Meine Frau und ich haben von unserer Konfirmation erzählt und Bilder gezeigt. Unsere Eltern haben erzählt, was Konfirmation im 2. Weltkrieg und in der Nachkriegszeit bedeutet hat und wie sie ihre Konfirmation bis heute trägt.

2. Das Wort „Konfirmation“ stammt aus dem Lateinischen. „Confirmare“ heißt dort „festmachen“. Bei der Konfirmation wurde bei mir etwas festgemacht. Ich spreche jetzt von mir selbst. Daran erinnere ich mich gerne und das hat für mich auch eine große Bedeutung. Ich habe damals als Konfirmand, das war am 13. April 1980 in meiner Heimatgemeinde in Unterhohenried bei Haßfurt, gespürt, dass hier etwas sehr Ernsthaftes und Wichtiges geschieht, das für mein Leben eine größere Bedeutung hat.

3. Bei der Konfirmation ist zweierlei geschehen. Zum einen wurde ein großes „Ja“ über mir gesprochen, ein „Ja“ Gottes, das mir schon vorher bei meiner Taufe zugesprochen wurde. Auf dieses „Ja“ Gottes habe ich mit meinem „Ja“ geantwortet. Es war ein echtes und eigenes „Ja“, ein Bekräftigen und Festmachen, was mir wichtig ist und woran ich glaube.

4. Natürlich weiß ich dogmatischerseits, dass Gott den Glauben durch sein Wort und den Heiligen Geist wirkt und der Glaube kein Menschenwerk ist, aber mit jedem Mal, mit dem ich seit meiner Konfirmation das Glaubensbekenntnis spreche, bekräftige und wiederhole ich dieses „Ja“. Dieses eigene „Ja“ ist so etwas wie mein Beitrag zum Glauben. Ich sage „Ja“, immer wieder. Ich nehme Gottes Geschenk an und baue darauf auf.

5. Meine Frau und ich haben unsere Konfirmation de facto zum Beruf gemacht. Sie ist wahrscheinlich mein erster Fixpunkt auf dem Weg zum Pfarrberuf.

Im letzten Vers schreibt der Apostel Paulus:

Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

Gott ist treu und schenkt Gemeinschaft. Er schenkt die Gemeinschaft jedem einzelnen von uns, und zugleich schenkt er die Gemeinschaft uns allen, uns allen als das große Volk Gottes, als Kirche.

So habe ich das auch in der Konfirmation erlebt. Es ging um mich persönlich, um mein Ja zu Gott, und gleichzeitig ging es um die Gemeinschaft der Konfirmandengruppe und um unsere Gemeinde und die Kirche. Mit dem „Ja“ wurde ich volles Mitglied, religionsmündig. So hatte ich das ernst genommen.

Die gleiche Gemeinschaft erleben wir in der Feier des Heiligen Abendmahls. Wir treten als Einzelne vor Gott und als Gemeinschaft. Damit stärkt Gott unseren Glauben und unsere Gemeinschaft. Er macht fest und wir halten daran fest.

Amen.

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