Fachtag „Unterstützte Kommunikation“ fand in Neuendettelsau statt

Bunt und vielfältig wie das Leben sind die Möglichkeiten der Kommunikation, die Menschen mit Behinderung heutzutage nutzen können. Infos und Einblicke zum Thema „Unterstützte Kommunikation“ erhielten die Teilnehmenden eines Fachtags in Neuendettelsau.

„Die Sprache ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir im Kindesalter entwickeln. Sprache macht uns als Menschen aus. Es sollte jeder die Möglichkeit haben, sich ausdrücken zu können“, betonte Dominic Bader gleich zu Beginn des Fachtags „Unterstützte Kommunikation“, der im Luthersaal in Neuendettelsau stattfand.

Dominic Bader ist Fachreferent der Dienste für Menschen mit Behinderung der Diakonie Neuendettelsau und leitet den Arbeitskreis „Unterstützte Kommunikation“. Gemeinsam mit Dozentin Cornelia Lotter von der DiaLog Akademie gestaltete er den Fachtag, an dem 90 Mitarbeitende aus der Behindertenarbeit, der Altenhilfe, Förderzentren oder Frühförderung teilnahmen.

Wie wichtig es ist, sich ausdrücken zu können, bewies auch Tobias Link, der den ersten Vortrag hielt. Er ist seit seiner Geburt körperlich schwerstbehindert und sitzt im Rollstuhl. Doch auch wenn der 33-Jährige nicht sprechen kann, hat er geistig keinerlei Einschränkungen. Um sich mitzuteilen kommuniziert er über Hilfsmittel, wie beispielsweise über Talker oder Computer mit Sprachfunktion. In seinem Vortrag erzählte er von seiner eigenen Sprachentwicklung und davon, wie er sein Studium der Sozialen Arbeit und seine pädagogische Ausbildung meistern konnte. Dabei ging er auch darauf ein, dass zur damaligen Zeit noch kaum jemand etwas mit dem Begriff der Unterstützten Kommunikation anfangen konnte und wie wichtig das Thema für Menschen ist, die sich nicht durch die Sprache ausdrücken können.

Tobias Link verdeutlichte mit seiner eigenen Geschichte, warum Unterstützte Kommunikation in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung besonders wichtig ist.

Interessiert lauschten die Teilnehmenden den Erzählungen von Tobias Link und stellten ihm im Anschluss viele Fragen. Mit dabei waren auch Katharina Wünsch und Tom Zschörner. Katharina Wünsch arbeitet bereits im Bereich Wohnen der Diakonie Neuendettelsau, während sich Tom Zschörner noch in der Ausbildung befindet. Das Thema hat er bereits kennengelernt, als er sich entschloss seine Facharbeit darüber zu schreiben. „Wir wollen die Chance nutzen, noch mehr über das Thema zu erfahren, weil es wirklich wichtig und spannend ist“, betonten beide und erzählten, dass die verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation bereits auf vielen Wohngruppen genutzt würden. „Wir haben auf Kommunikationsgeräten Piktogramme oder Fotos gespeichert, die durch Berühren aktiviert und in Sprache umgesetzt werden und auf der Gruppe ist auch ein Ipad griffbereit“, erzählte Zschörner.

Im Anschluss an den Vortrag fanden verschiedene Workshops statt, die die Thematiken und Nutzungsmöglichkeiten vertieften. Nina Fröhlich präsentierte das Ipad als Kommunikationshilfe, Rainer Grupp informierte über die Unterstützte Kommunikation in der Arbeit mit Menschen und Dagmar Tegeler über die Unterstützte Kommunikation in der Arbeitswelt. Es wurde über die vielseitigen Fördermöglichkeiten der Kommunikation durch die Entwicklung von gemeinsamen Interaktionen im Lebensalltag informiert. Ein weiterer großer Themenblog befasste sich mit der Diagnostik. In einem Vortrag stellte Anja Pudelko, Ergotherapeutin und Leiterin der Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation, die Bandbreite der diagnostischen Möglichkeiten vor, von der gezielten freien Beobachtung bis zu teuren Testverfahrens und hob dabei besonders die vielfältigen Möglichkeiten der gezielten Beobachtung hervor. 

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