In den nächsten Monaten stellen sich Rajfa Masic und Olga Gusachenko ihren Abschlussprüfungen an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Strüth. Dass sie darauf gut vorbereitet sind, ist auch der der Ansbacherin Rosemarie Kamm zu verdanken.

Rosemarie Kamm war früher Verwaltungsangestellte. Jetzt, als Rentnerin, wurde sie durch einen Zeitungsbericht auf das Vera-Projekt aufmerksam. Dabei geht es darum, dass ältere Berufstätige und Ruheständler Schülerinnen und Schülern bei Problemen in der Ausbildung helfen. „Ich wollte helfen und habe gesehen, dass der Bedarf da ist“, erzählt Rosemarie Kamm.

„Die Idee ist genial“, meint Schulleiterin Hedwig Marx. Sie ist für die Unterstützung durch die sogenannten „Senior Experten“ sehr dankbar. Sie hofft, dass sich in und um Ansbach noch mehr engagierte Helfer finden, die mit ihrer Berufs- und Lebenserfahrung Schülerinnen auf dem Weg zum Abschluss unterstützen.

Die Schüler und ihre Unterstützer prüfen erst einmal bei Vorgesprächen, ob sie zueinander passen. Wenn die Chemie stimmt, geht es mit telefonischen und persönlichen Treffen weiter. Fachkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich. Rosemarie Kamm hat sich in das dicke Lehrbuch „Altenpflege heute“ eingearbeitet und kann so Rajfa Masic und Olga Gusachenko bei der Prüfungsvorbereitung helfen. Aber nicht nur Unterrichtsinhalte werden besprochen, auch bei privaten Problemen und beim Kontakt mit Behörden helfen die Ehrenamtlichen weiter.

Rosemarie Kamm, die für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung bekommt, hat mit den beiden Schülerinnen auch Bewerbungen entworfen, damit sie nach dem Abschluss einen guten Start in ihre Laufbahn in der Altenpflege haben. Angesichts der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften in diesem Bereich sind Masic und Gusachenko optimistisch, dass sie eine gute Stelle finden. Rajfa Masic stammt aus Bosnien und lebt seit 2007 in Deutschland.

Olga Gusachenko kam 2014 aus der Ukraine nach Deutschland. Neben ihrer Teilzeitausbildung, die sie an der Schule in Strüth absolviert, hat sie bereits einen Minijob in der ambulanten Pflege bei einer Ansbacher Pflegeeinrichtung. Als Beispiel für die Unterstützung durch Rosemarie Kamm nennt sie ein Praxisprojekt, bei dem es um die Aktivierung von Bewohnern einer Senioreneinrichtung ging. Gerade bei der schriftlichen Fixierung der Ideen rund um gemeinsames Basteln und jahreszeitliche Themen war Kamms Hilfe wertvoll.

Schulleiterin Hedwig Marx weiß, dass ihre Schülerinnen in der relativ kurzen Altenpflegehilfe-Ausbildung (ein Jahr in Vollzeit oder zwei Jahre in Teilzeit) viele Inhalte umsetzen müssen. Die Senior-Experten setzen sich bei der Wiederholung und Vertiefung des Gelernten ein. Ihr Engagement spielt sich auf einer anderen, auch privaten Ebene abseits der Schule ab, so dass ein „ganzheitlicher Zusammenhang“ erreicht wird, so Marx.

Um die übergeordnete Koordination des Projekts kümmert sich Denise Kapp von der Diakonie Neuendettelsau. Wer eventuell selbst Schülerinnen und Schüler unterstützen möchte, kann sich bei ihr telefonisch (09874 82536) oder per Mail an Denise.Kapp@DiakonieNeuendettelsau.de melden, um weitere Informationen zu erhalten.

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