Schülerinnen und Schüler forderten mehr Personal in der Pflege


MdL Volker Bauer (2. von links) und Landtagskandidatin Dr. Sabine Weigand (Mitte) wurden in der Berufsfachschule für Altenpflege in Roth von Heidi Kilian-Gerber (links), Waltraud Kubitschek (2. v. rechts) und Carmen Bormann (rechts) empfangen.


Im Rahmen der bayernweiten Aktion „Tür auf – Abgeordnete unterrichten an freien Schulen“ besuchten der CSU-Landtagsabgeordnete Volker Bauer sowie die Schwabacher Stadträtin und Landtagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Dr. Sabine Weigand die Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Diakonie Neuendettelsau in Roth.

Beide Politiker sahen in dieser Veranstaltung eine wichtige Gelegenheit, durch Präsenz, Information und Dialog einen Beitrag gegen Politikverdrossenheit und Radikalisierung zu leisten.

Nach einer gegenseitigen Vorstellungsrunde konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Sorgen und Probleme vortragen. Ein wichtiger Aspekt der Diskussion war der geltende Personalschlüssel in den Pflegeheimen, wo in der Nachtschicht bis zu 30 Bewohner von einer Pflegekraft betreut werden. Verbesserungen in der Pflege seien nur durch zusätzliche Neueinstellungen möglich. Die Koalitionsvereinbarungen sehen zwar 8000 zusätzliche Stellen vor, aber das sei insgesamt viel zu wenig; bis 2030 wären laut Bertelsmann-Stiftung etwa 50000 Stellen notwendig, meinten die Schülerinnen und Schüler.

MdL Volker Bauer versprach, mit Gesundheitsministerin Melanie Huml und dem Pflegebeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Hermann Imhof die Situation der Pflege zu erörtern. Er ermunterte die Schülerinnen und Schüler, über die Interessenvertretung der Pflegenden im Landespflegering und auch über die Pflegekassen Druck aufzubauen. Oft mangele es auch an Wertschätzung durch die Vorgesetzten, was gerade für die Altenpflegeschüler sehr wichtig sei. Volker Bauer bat die Anwesenden, trotz aller Herausforderungen als Pflegebotschafter aufzutreten.

Nach der Meinung von Dr. Sabine Weigand muss die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden. Dies könne durch größere gesellschaftliche Anerkennung, durch mehr Wertschätzung der Pflegekräfte geschehen, aber auch durch flexible Arbeitszeiten, familienverträgliche Arbeitszeitmodelle und Tariflöhne. Insbesondere müssten junge Mütter und Alleinerziehende unterstützt werden, eventuell durch Einrichtung von „Pflegezentren“, wo die Altenpflege mit einer Kita kombiniert werden könnte. Eine ausreichende Zahl von Kitaplätzen und Betreuungsmöglichkeiten sei auch deswegen unerlässlich, weil die Zahl der Fehltage während der Ausbildung nicht überschritten werden darf. Eine Schülerin merkte in diesem Zusammenhang an, dass wohl mehr junge Mütter in die Pflege gehen würden, wenn „es mit kleinen oder Schulkindern leichter organisiert werden könnte“.

Insgesamt waren die Altenpflegeschülerinnen und –schüler mit dem Besuch der beiden Politiker recht zufrieden. Eine Wiederholung der Aktion in einem der folgenden Schuljahre ist ihrer Ansicht nach deshalb wünschenswert.

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