Teilhabeplan für die Stadt Ansbach vorgestellt

Der Teilhabeplan für die Stadt Ansbach ist fertig: Vor drei Jahren wurde das Modellprojekt „In Ansbach Leben: offen – vernetzt – barrierefrei“ vom Bezirk Mittelfranken, der Stadt Ansbach und den Offenen Hilfen der Diakonie Neuendettelsau auf die Beine gestellt und in Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung umgesetzt. Nun wurde der schriftliche Teilhabeplan in der Karlshalle vorgestellt.

Unebene Kopfsteinpflaster, für Rollstuhlfahrer unerreichbare Busstationen, fehlende Blindenampeln oder große Einsamkeit. Mit diesen und vielen weiteren Herausforderungen sehen sich Menschen mit Behinderung tagtäglich konfrontiert. Was Menschen mit Handicap fehlt, womit sie sich im Alltag schwer tun und was die Stadt Ansbach tun kann, um diese Situation zu verbessern, wurde jetzt konkret benannt und in einem 217-seitigen Teilhabeplan zusammengefasst. Im Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung in der Karlshalle wurde der schriftliche Teilhabeplan nun vorgestellt, an dem viele Menschen mit Behinderung mitgewirkt hatten.

Viviane Schachler von den Offenen Hilfen koordinierte das Projekt.

Über zwei Jahre wurden Informationen und Daten gesammelt. Es wurden über 2.000 Fragebogen versendet und sechs Arbeitsgruppen mit knapp 100 Beteiligten zusammengestellt, die ihre Ansichten und Wünsche geäußert hatten.

„Herausgekommen sind 175 Maßnahmen und 100 konkrete Ziele“, freute sich Viviane Schachler. Sie und Caroline Kübler von den Offenen Hilfen der Diakonie Neuendettelsau koordinierten das Projekt, das die Lebenssituation der Bürgerinnen und Bürger mit Handicap verbessern will. Der Plan beschreibt deren Alltag und fasst Handlungsempfehlungen zur Verbesserung ihrer Teilhabe zusammen.

Jürgen Zenker, Vorstand Dienste für Menschen der Diakonie Neuendettelsau machte darauf aufmerksam, dass es manchmal nicht gleich erkennbar sei, wenn jemand Hilfe brauche.

Jürgen Zenker, Vorstand Dienste für Menschen der Diakonie Neuendettelsau sprach sich in seinem Grußwort für mehr Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung aus.

 „Nicht alle Menschen können gleich gut sehen, hören oder laufen. Aber alle sollten ganz normal an der Gesellschaft teilhaben können“, sagte er. „Wir freuen uns, dass die Stadt Ansbach engagiert am Projekt beteiligt war und auch schon in der Vergangenheit viel getan hat“, sagte Zenker. „Die wichtigen Ergebnisse umzusetzen wird noch viel Zeit und Geld kosten, aber der Teilhabeplan ist eine gute Basis.“

„Der Teilhabeplan ist ein Schritt in die richtige Richtung“, betonte auch Oberbürgermeisterin Carda Seidel. Sie forderte zudem alle Veranstalter, die Gastronomie und den Handel auf, sich der Bewegung anzuschließen. „Jeder kann mit gutem Beispiel voran gehen und an Menschen mit Behinderung denken. Man muss sich nur trauen“, betonte Viviane Schachler.

Carda Seidel befürwortet den Teilhabeplan.

Dass der Teilhabeplan erst der Anfang ist bestätigt die Aussage, dass die Teilnehmenden weiterhin in Kontakt bleiben wollen. Der nächste Schritt ist die Präsentation der Ergebnisse im Stadtrat.

Monika Wagner, Werner Prechter und Heinrich Hill arbeiten in der AG Mobilität und Barriere-Freiheit zusammen.

Ivana Schildbach begleitete die Abschlussveranstaltung musikalisch.


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