Die 11. Klasse des Laurentius-Gymnasiums startete ein grenzüberschreitendes Projekt

Ein Jahr dauerten die Vorbereitungen bis die zwölf Schülerinnen und Schüler der Q11 des Laurentius-Gymnasiums Diakoneo Neuendettelsau ihre erste Alpenüberquerung antraten. Knapp eine Woche waren sie von Oberstdorf nach Meran unterwegs und lernten dabei, was Durchhaltevermögen, Zusammenhalt in der Gruppe und Vertrauen auf andere und den eigenen Körper bedeutet.

Bereits in der 10. Klasse entschieden sich die zwölf Schülerinnen und Schüler für das P-Seminar „Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran – Ein grenzüberschreitendes Projekt“ entscheiden. Im Laufe der Q11 hatten sie sich dann mit Kursleiterin und Sportlehrerin Kerstin Denniger darauf vorbereitet.

„Ende Juli machten wir uns um 5.30 Uhr vom Bahnhof Ansbach aus auf den Weg nach Oberstdorf“, erzählten die beiden Schülerinnen Katharina Wäger und Jana Thoma. Begleitet wurden sie dabei von Kerstin Denninger, Geographielehrerin Yvonne Graeff und DAV-Wanderleiter Ansbach, Klaus Denninger. Die erste Etappe startete mit einer fünfstündigen Wanderung von Spielmannsau zur Kemptner Hütte. „Schon am ersten Abend merkten wir, welche Anstrengungen uns erwarten würden. Wir fielen alle todmüde ins Matratzenlager“, verrieten die Schülerinnen.


Zwölf Schülerinnen und Schüler der Q11 des Laurentius-Gymnasiums Neuendettelsau überquerten die Alpen.

Am zweiten Tag überquerte die Gruppe das Mädelejoch und die Holzgauer Hängebrücke in Österreich. Die dritte Etappe begann an der Memminger Hütte. „Nach einem Aufstieg über die Seescharte, haben wir festgestellt, dass Abstiege noch um einiges unangenehmer werden konnten“, sagte Jana Thoma, denn für den restlichen Tag ging es 2000 Höhenmeter bergab nach Zams. „Umso erleichterter waren wir, als wir auf der Zamser Skihütte ankamen, die sich als fast schon als Luxushotel herausstellte. Die kostenlosen warmen Duschen und der Waschservice waren echte Highlights“, berichtete sie.

Der vierte Tag startete für einen Teil der Gruppe mit dem Aufstieg zu zwei Gipfeln. Für die andere Hälfte ging es über einen Panoramaweg zur Galflun Alm, wo alle wieder zusammentrafen. Nach einem steilen Aufstieg durch Geröllfelder erreichte die Gruppe gegen Abend die Braunschweiger Hütte, die mit 2759 Meter die höchste Hütte der Tour war.

Selbst von steilen Abstiegen und einem Gewitter ließ sich die Gruppe nicht abschrecken.

„Die fünfte und für uns anstrengendste Etappe begann am nächsten Tag um 7 Uhr. Zwei Stunden später erreichten wir das Pitztaler Jöchl, die höchste Stelle unserer Wanderung auf fast 3000 Meter“, erzählte Katharina Wäger. „Nach dem herrlichen Ausblick begann der Teil der Alpenüberquerung, der uns an unsere Grenzen brachte: Der Abstieg zur Skiarena Sölden. Er führte über ein großes Schneefeld einen steilen Hang hinunter. Hier sind drei Schülerinnen unserer Gruppe ins Rutschen geraten, konnten sich aber dank guter Einweisung unserer Trainer schnell wieder abfangen“, erzählte Thoma. Auch vor einem Gewitter blieb die Gruppe nicht verschont. „An keinem anderen Tag waren wir so glücklich, als endlich, nach elf Stunden Marsch, die Hütte in Sicht kam“, betonte sie.

Nach einem Aufstieg zur Bella Vista und einem Abstieg von weiteren 1000 Höhenmetern war die Gruppe dann am Ziel. In Meran besuchten die Schüler eine Therme und ließen ihr großes Projekt Alpenüberquerung glücklich und stolz in einem italienischen Restaurant ausklingen. „Während dieser Tage minimalistischen Lebens haben wir nicht nur die wichtigen und für uns selbstverständlichen Dinge, wie zum Beispiel ein ganz normales Bett oder eine warme Dusche, wieder zu schätzen gelernt, sondern auch Erfahrungen gesammelt, die unser Leben prägen“, betonten die Schülerinnen. „Zum Beispiel Durchhaltevermögen, Zusammenhalt in der Gruppe und Vertrauen auf andere und den eigenen Körper“, sagte Jana Thoma. 

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