Zwei Schulleiter einer Berufsfachschule für Krankenpflege und einer Berufsfachschule für Altenpflege sagen: "Nicht warten, jetzt starten."

2020 verbindet die generalistische Pflegeausbildung die bisherigen Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Mit dem neuen Berufsabschluss „Pflegefachfrau/ Pflegefachmann“ können die Fachkräfte zukünftig in allen Pflegebereichen arbeiten. 

Doch was bedeutet diese Änderung für Schülerinnen und Schüler, die ihre Ausbildung ein Jahr vorher, also zum Ausbildungsjahr 2019, beginnen?

Amanda Müller hat darüber mit Waldtraud Wießner und Engelbert Ruf gesprochen.


Beide Schulleiter sind sich einig: Wer im Herbst eine Ausbildung beginnen möchte, sollte "nicht warten, sondern starten."
Beide Ausbildungen werden weiterhin als Fachausbildungen anerkannt, die Berufsaussichten sind sehr gut.

Freie Schulplätze an der Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Lauf

An der Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Lauf sind noch Schulplätze frei:
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Nicht warten - jetzt starten!


Ab 2020 steht der Pflegeausbildung eine große Veränderung bevor: Dann startet die generalistische Pflegeausbildung. Aus bislang drei Fachausbildungen wird eine gemeinsame gemacht. Mit dem neuen Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ können die Fachkräfte in allen Pflegebereichen arbeiten.

Wie immer, wenn sich etwas grundlegend verändert, tauchen viele Fragen und Ängste auf. Es gibt Stimmen, die befürchten, dass sich die Pflegequalität verschlechtert oder examinierte Alten-, Kranken- oder Kinderkrankenpfleger  überflüssig werden.


Ausbildung auch 2019 starten

Viel diskutiert wird auch der letzte Ausbildungsjahrgang, der nach dem altbekannten System abläuft: Im September 2019 starten vor der Generalistik die letzten Azubis der Alten, Kranken- und Kinderkrankenpflege.

Aber lohnt es sich überhaupt, die Fachausbildung jetzt noch anzufangen?

Waltraud Wießner leitet die Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Diakonie Neuendettelsau in Lauf an der Pegnitz. Als sie die Stelle der Schulleiterin im Jahr 1997 übernahm, befand sich die Schule noch in Neunkirchen am Sand. Wießner hat also bereits eine große Reform in der Altenpflegeausbildung im Jahr 2003 miterlebt und weiß, was auf sie zukommt.
„Die Umstellung damals hat unter anderem dazu geführt, die Ausbildung auch für Schulabgänger und Männer interessanter zu machen“, erzählt die ausgebildete Altenpflegerin. Sie erinnert sich gut an die schwierige Zeit kurz danach: „Große Veränderungen sind am Anfang immer schwierig. Daran muss man sich erst gewöhnen. So wird es dieses Mal sicher auch sein“, ist sie zuversichtlich.

Waltraud Wießner ist die Schulleiterin der Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Lauf.

Engelbert Ruf ist seit 1993 Schulleiter der Berufsfachschule für Kranken- und Kinderkrankenpflege am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg. Beide Schulen bieten pro Jahr Platz für 150 Schülerinnen und Schüler. Er selbst hat nach der Ausbildung zum Krankenpfleger ein Studium der Pflegepädagogik angeschlossen. „Bedingt durch den medizinischen Fortschritt und die demografische Entwicklung in unserer Gesellschaft, wird der Pflegebedarf auch in den nächsten Jahren weiter steigen. Die Pflege ist ein sicherer Beruf. Pflegerische Fachkräfte werden jetzt und auch in Zukunft gesucht“, betont er.

Engelbert Ruf leitet die Berufsfachschulen für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege an der Klinik Hallerwiese in Nürnberg.


Beide Schulleiter erzählen, dass Fachkräftemangel und Pflegebedarf schon seit Langem zwei große Themen sind, denen mal mehr, mal weniger Beachtung geschenkt wurde. In der neuen Pflegeausbildung sehen sie eine Chance und eine notwendige Reaktion auf die zukünftigen Entwicklungen.


Gute Berufsaussichten in den Pflegeberufen

Unsere Autorin hat Waltraud Wießner und Engelbert Ruf interviewt:

Ab dem Jahr 2020 verbindet die generalistische Pflegeausbildung die bisherigen drei Ausbildungsberufe. Wie kam es dazu?

Waltraud Wießner: Die Anforderungen an die Pflege haben sich verändert. Der Anteil sehr alter Menschen mit multimorbiden Krankheitsbildern und Demenzerkrankungen steigt. Sie werden in Krankenhäusern und in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt. Eine Ausbildung für nur einen Versorgungsbereich ist nicht mehr zeitgemäß. In einer neuen Pflegeausbildung sollen darum die Alten-, Kranken und Kinderkrankenpflege verbunden werden.

Engelbert Ruf: Dass sich etwas ändern muss, ist keine neue Erkenntnis. Allerdings wurde zu lange nicht auf den sich verändernden Pflegebedarf reagiert. Ich finde die neue Pflegeausbildung ist eine gute Sache, nicht zuletzt, weil Deutschland sich damit internationalen Standards angleicht.

Lohnt es sich, die Ausbildung 2019 anzufangen oder sollte man lieber ein Jahr warten?

Engelbert Ruf: Wozu warten? Wenn man jetzt auf der Suche nach einer Ausbildung ist, wäre eine künstliche Verlängerung ein Zeitverlust, der nicht nötig ist, da es einen sogenannten Bestandsschutz gibt.

Waltraud Wießner: Das gilt auch für die Altenpflege. Durch den Bestandsschutz wird auch eine Ausbildung in der Altenpflege, trotz der generalistischen Pflegeausbildung, als Fachausbildung anerkannt bleiben. Daran wird sich nichts ändern und die Berufsaussichten sind toll. Ihnen steht die Zukunft offen.

Kann man die jetzige Ausbildung auch nach dem Start der Generalistik ganz normal beenden?

Waltraud Wießner: Natürlich. Hier ist im Vorfeld wirklich alles geregelt worden. Und auch wenn wir uns das natürlich für niemanden wünschen, ist sogar der Übergang gesichert, falls jemand die Prüfung nicht beim ersten Mal bestehen sollte. Da muss keiner Angst haben. Das ist echt toll.

Engelbert Ruf: Das ist bei uns in der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege genauso. Die Ausbildung wird in der Rechtslage beendet, in der sie begonnen wurde.

Was muss im Hinblick auf die Bewerbung für 2019 beachtet werden?

Engelbert Ruf: In der Kranken- und Kinderkrankenpflege bewerben sich die Schülerinnen und Schüler ausschließlich über die Schule, die dann die Praxisstellen sicherstellt -wie bisher auch.

Waltraud Wießner: Bei uns in der Altenpflege läuft das derzeit etwas anders: Die Ausbildungsplätze in der Praxis, also in Altenpflegeeinrichtungen, suchen sich die Auszubildenden unabhängig von der Schule. Dabei unterstützen wir sie.

Werden sich die Berufsaussichten verändern, wenn die ersten Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner ihr Ausbildung beendet haben?

Waltraud Wießner: Der generalistischen Pflege liegt ein neues Berufsbild zugrunde. Die dann ausgebildeten Pflegefachkräfte haben noch bessere berufliche Perspektiven als bisher. Durch den Bestandsschutz profitieren davon aber auch bisher ausgebildete Pflegekräfte. Zudem gibt es auch weiterhin tolle Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Engelbert Ruf: Fachkräfte werden mehr denn je händeringend gesucht. Daher haben Pflegeberufe eine rosige Zukunft.

Wo und wann kann ich mich bewerben?

Wer sich für eine Ausbildung in der Altenpflege interessiert, kann sich bis Juni 2019 bewerben. „Wir würden aber auch Kurzentschlossene nicht ablehnen, die sich danach bei uns melden. Eine Bewerbung bis Juni ist ideal, um einen Ausbildungsplatz zu garantieren, möglich ist eine Bewerbung aber bis zum 1. September“, sagt Waltraud Wießner.

Die Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe ist nach AZAV zertifiziert und wird mit Bildungsgutscheinen von der Agentur für Arbeit gefördert. Zudem bietet die Schule die besondere Möglichkeit an, sich als „SIMA -Gruppenleitung“ ausbilden zu lassen. Die Inhalte sind eine Kombination aus kognitiven und motorischen Übungen zum Erhalt der Selbstständigkeit, zur Demenzprävention und Demenztherapie.
Die Ausbildung enthält auch einen Kinästhetik-Kurs.

Der Bewerbungsschluss für eine Ausbildung in der Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege ist Anfang August. Wie Engelbert Ruf betont, bietet der Standort am Klinikum Hallerwiese bereits jetzt ein Ausbildungsspektrum, wie es die Generalistik ab 2020 fordert.
Praxiseinsätze in ambulanter und stationärer Akutpflege und Langzeitpflege und in der pädiatrischen Pflege sind jetzt schon Standard. „Während der mehrwöchigen Pflichtpraktika in Einrichtungen außerhalb des Klinikums profitieren unsere Schüler zudem von kostenlosen Wohnmöglichkeiten“, sagt Ruf.


Informationen zur Ausbildung in der Pflege

Mehr Informationen zur Ausbildung in den pflegerischen Berufen in der Diakonie Neuendettelsau finden Sie hier:
Ausbildung Pflege


Angebot für unsere Praxispartner

Im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung werden wir unsere Kooperationseinrichtungen/Praxispartner tatkräftig unterstützen.

Gerne beraten wir Sie telefonisch oder vor Ort in Bezug auf die Erstellung von Ausbildungskonzepten und die nötige Verknüpfung von Theorie und Praxis:

Diakonie Neuendettelsau
Vorstandsbereich Bildung
Wilhelm-Löhe-Str. 23
91564 Neuendettelsau
Tel.: + 49 (0) 9874 / 8-6393
Fax: + 49 (0) 9874 / 8-6328
E-Mail: schulen@diakonieneuendettelsau.de

 

 

 







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