Fotografen unterwegs für die Diakonie Neuendettelsau


Der unternehmungslustige ältere Herr mit Behinderung, der aus der Wohngruppe mit den jungen Leuten nicht ausziehen will, weil es ihm bei den Gleichaltrigen zu langweilig ist. Oder der hibbelige junge Mann, der im Umgang mit dem Pferd bei der Reittherapie auf einmal ganz ruhig wird. Die älteren Damen, die den Fotografen gleich duzen und am liebsten ein ausführliches Kaffeekränzchen halten möchten: Wer als Fotograf in der Diakonie Neuendettelsau unterwegs ist, dem sind intensive Begegnungen mit Menschen sicher.

Angelika Salomon und Uwe Niklas waren im Sommer 2017 viel unterwegs im Unternehmen. Tausende von Bildern in rund 100 einzelnen Einrichtungen an 27 verschiedenen Orten – so viele Fotos haben sie für den Relaunch der Website der Diakonie Neuendettelsau geschossen.
Denn die Website, am Start seit Dezember 2017, lebt zu großen Teilen von ihren Bildern.

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Allerdings: „Fotos schießen“ ist ein Ausdruck, mit dem sich Angelika Salomon nicht anfreunden mag. Die engagierte Fotografin und ehemalige Meisterschülerin an der renommierten Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung in Berlin hat ursprünglich in einem sozialen Beruf gearbeitet. Als Fotografin ist sie schon lange für namhafte Unternehmen bundesweit tätig. „Ich möchte mit meiner Kamera nicht „schießen“, das ist nicht meine Haltung im Umgang mit Menschen. 

Viele kostbare Momente erlebt

Stattdessen möchte sie das wirkliche Wesen ihres Gegenübers im Bild sichtbar werden lassen. Viel Gespür brauche es deshalb für das Fotografieren von Menschen: „In wieweit ist mein Gegenüber bereit, sich zu öffnen, was will es von sich zeigen und wie kann ich diesen Kontakt mitgestalten? Ich möchte, dass sich der Mensch in seiner Individualität zeigen kann, dass echte Begegnung stattfindet. Gerade hier habe ich in der Diakonie viele kostbare Momente erlebt, besonders im Kontakt mit Kindern und Senioren."

Die freiberufliche Fotografin aus Spalt kennt die Diakonie Neuendettelsau seit vielen Jahren. Für die neue Website hat sie vor allem in Einrichtungen im Raum Ansbach fotografiert. 

Jede Einrichtung, die sie besucht habe, sei von der Atmosphäre her unterschiedlich gewesen. „Das hat mir gezeigt, dass hier viel Raum für Individualität ist.“, so die Fotografin.

Viele Settings hat sie in guter Erinnerung: „Es gab eine Kochszene in einem Haus für Senioren in Neuendettelsau, es wurde Johannisbeersaft gemacht“, erinnert sie sich. „Das war ein wohlwollendes, sonniges Miteinander mit viel Freude am Tun." sagt Angelika Salomon. "Einfach herzerfrischend."

Auch in vielen anderen Einrichtungen hat sie eine gute Stimmung gespürt. Angelika Salomon erinnert sich an eine Szene in einem anderen Seniorenheim. Eine Mitarbeiterin schlug für eine Seniorin eine Klangschale an. „Es war berührend zu sehen, wie sie über die Töne die alte Dame erreichen konnte. Diese hat dem Klang so intensiv gelauscht dass darüber eine liebevolle Verbundenheit zwischen den beiden entstand."

Lieblingsmotive: "Menschen, Menschen, Menschen"


Angelika Salomons liebste Motive: „Menschen, in ihrer Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit. Unverstellt und echt."

Das sieht auch Uwe Niklas so: „Echte Themen, nah am Menschen, liegen mir sehr.“

Der Fotograf aus Leidenschaft mit Atelier in Nürnberg war schwerpunktmäßig in den Nürnberger Einrichtungen unterwegs. Niklas, der neben sozialen Themen auch viel für Kunden aus der Industrie und die Stadt Nürnberg arbeitet, weiß, wie wichtig eine gute Vorbereitung der Fotoaufnahmen ist. „Dennoch kann ich in den sozialen Einrichtungen nicht wie ein Roboter durchlaufen, wenn ich ein gutes Foto haben möchte.“ Man muss ein offenes Ohr haben und sich auf die Menschen und Situationen einlassen können, gerade bei Senioren, sagt er.

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Respekt vor der Leistung der Pflegekräfte

Enormen Respekt hat Niklas vor der körperlichen und emotionalen Leistung der Pflegekräfte, die er bei den Fotoshootings beobachtet hat. „Ich könnte das nicht.“ „Es sind auch Themen, die einem sehr nahe gehen“, sagt er. „Wie lebe ich im Alter? Wie wird es mir da gehen?“

Im Gegensatz zu den Senioren muss man bei der Arbeit mit Kindern schnell sein. Es herrscht oft eine enorme Geräuschkulisse und die Phase der Konzentration bei den "Fotomodels" ist nicht so lang. „Bei Senioren hat man 20 Minuten Zeit, bei Kindern drei.“, sagt Uwe Niklas.

Einen besonderen Draht hat der Fotograf zu Menschen mit Behinderung, auch weil er seit Jahren für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten fotografiert. „Echter als bei Menschen mit Behinderung geht es kaum. Die nehmen sich selbstverständlich so, wie sie sind.“

Von ihm als Fotografen fordere die Arbeit mit Menschen mit Behinderung viel Sensibilität. Wenn er sich eine Szene anders vorstelle als geplant, müsse er oft vorsichtig nachfragen: „Ich weiß ja nicht, ob das auch geht, zum Beispiel, wenn jemand etwas in die andere Hand nehmen soll. Kann er das überhaupt?“

"Immer ein realistisches Bild"

Als Fotograf lebt Uwe Niklas im Spannungsfeld zwischen den technischen Anforderungen an ein gutes Foto und der Authentizität. Er muss sich schnell auf Situationen einstellen, zum Beispiel Licht aufbauen und die Personen so in Szene setzen, dass der Bildausschnitt stimmt. Zu gestellt darf es aber auch nicht sein: "Ich will nach Möglichkeit immer einen realistischen Moment einfangen."

In guter Erinnerung hat Uwe Niklas viele Szenen: Ein Seniorenstammtisch, „bei dem hat man viel Lebensfreude gespürt.“ Aber auch schwerstbehinderte Menschen und ihre Pfleger: „Auch hier war viel Freude am Leben bei den Menschen da.“

Die älteren Damen, die sich am liebsten noch ausführlicher mit ihm unterhalten hätten, musste er diplomatisch ausbremsen: "Jetzt machen wir erstmal ein Foto und dann reden wir weiter."

Kontakt:

Angelika Salomon: http://www.angelika-salomon.de/

Uwe Niklas: http://www.uwe-niklas.com/




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