Ein Kinderhort für das Stadtgebiet Ansbach

Wohin mit dem Grundschulkind nach Schulschluss? Mit dieser Frage müssen sich viele berufstätige Mütter und Väter beschäftigen. Denn während im Kindergarten die Betreuung des Nachwuchses noch bis in die Nachtmittagsstunden gesichert war, müssen die Weichen an der Grundschule erst einmal neu gestellt werden: Ist eine Mittagsbetreuung für mein Kind ausreichend? Oder soll es einen Platz in einem Kinderhort bekommen? Was sind eigentlich die Unterschiede zwischen einer Mittagbetreuung und einem Hort?


Betreuung im Kinderhort
Im Kinderhort sind Grundschulkinder am Nachmittag gut betreut. © Niklas

Im Stadtgebiet Ansbach eröffnet im September 2018 der neue Kinderhort Ansbach unter der Trägerschaft der Diakonie Neuendettelsau. Der neue Hort wird in einem Nachbargebäude der Weinbergeschule untergebracht sein. Sowohl die Schulleiterin der Weinbergschule, Sigrid Schubert, als auch der Schulleiter der nicht weit entfernt liegenden Evangelischen Schule Ansbach, Hartmut Schlund, sehen in der neuen Einrichtung einen großen Gewinn für viele berufstätige Eltern und Alleinerziehende. Bisher gab es nur einen schulinternen Hort der Evangelischen Schule. Hartmut Schlund lobt vor allem die neuen Räume, die vielfältige Betreuungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Ein Lichtinnenhof und ein schöner Außenbereich laden zum Spielen und Toben ein. Den neuen Kinderhort können Grundschülerinnen und Grundschüler der 1. bis 4. Klasse aus dem gesamten Stadtgebiet Ansbach besuchen.

Unterschied Mittagsbetreuung und Kinderhort

Isabell Schrodt hat mit Hartmut Schlund über die Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder am Nachmittag und den neuen Kinderhort Ansbach gesprochen:

Was sind die Besonderheiten an einem Kinderhort und speziell am Kinderhort Ansbach?

Hartmut Schlund:

Generell ist es ja so, dass seitens der Eltern ein großer Betreuungsbedarf besteht und viele Eltern natürlich für ihr Kind einen qualitativ hochwertigen Betreuungsbedarf haben, der mehr als eine bloße Mittagsbetreuung bietet. Ein Hort zeichnet sich aus, dass er gewisse Räumlichkeiten hat, das ist ja auch gesetzlich vorgeschrieben und dass er entsprechend pädagogisch geschultes Personal vorweist. 

Welchen generellen Unterschied sehen Sie zwischen einer Mittagsbetreuung und eben einem Hort der dann in einem anderen Gebäude stattfindet?

Hartmut Schlund:
Eine Mittagsbetreuung gewährleistet die Betreuung der Kinder in den frühen Nachmittagsstunden. Für viele Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder in der Zeit betreut werden, in der sie selbst berufstätig sind. Eine Mittagsbetreuung leistet das und ist kostengünstiger, wird auch von staatlicher Seite weniger gefördert und unterstützt.

Ein Hort ist qualitativ ganz anders aufgestellt. Er stellt viel höhere Ansprüche an die Mitarbeiter und kann auch dementsprechend mehr bieten. Wer möchte, dass das Kind auch am Nachmittag pädagogisch gefördert wird und dass die am Vormittag in der Schule begonnene Arbeit fortgeführt wird, der ist mit seinem Kind in einem Hort besser aufgehoben.

Zum Kinderhort Ansbach:

Im Kinderhort Ansbach werden die Kinder in drei Gruppen von pädagogischem Fachpersonal beaufsichtigt. Insgesamt bietet der Kinderhort 75 Plätze. Lange Öffnungszeiten von 11.00 bis 17.00 Uhr ermöglichen vor allem in Vollzeit arbeitenden Eltern eine Entlastung. Die durch ein gemeinsames Mittagessen versorgten Kinder werden auch bei den Hausaufgaben in ruhiger Atmosphäre unterstützt. Im Gegensatz zu einer normalen Mittagsbetreuung bietet der Hort eine intensive Betreuung, die auf einem modernen, pädagogischen Konzept fußt.

Sowohl die Schulleitung der Weinbergschule als auch die der Evangelischen Schule weisen auf weitere Vorteile des neuen Kinderhortes hin, zum Beispiel auf die ganztägige Ferienbetreuung, ebenfalls ein „dickes Plus“ für berufstätige Eltern oder Alleinerziehende. Auch für Kinder, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, bietet der Hort durch eine gezielte Förderung neue Möglichkeiten. Sowohl Sigrid Schubert als auch Hartmut Schlund sehen das neue Angebot ab September 2018 als eine große Bereicherung für das Schulleben in Ansbach.

Die Kosten für den Kinderhort Ansbach betragen je nach täglicher Verweildauer im Kinderhort zwischen 95€ pro Monat bei 3 Stunden und 125€ pro Monat bei 6 Stunden.

Kontakt und Anmeldung im Kinderhort Ansbach

Diesen Artikel teilen

Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Kinder
25. Juni 2019

„Warum hat Judas den Jesus verraten?“, „Wer macht das Wetter?“, „Warum ist meine Oma im Krankenhaus?“: Erzieherinnen und Erzieher stehen oft vor Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind. Das Konzept „Religionssensible Erziehung“ setzt genau da an. Es soll pädagogischen Fachkräften dabei helfen, den richtigen Umgang mit Glauben, Religion und dem eigenen Weltbild zu finden – unabhängig davon, welchen Glauben die Kinder oder Erzieher vertreten.

01. Juni 2019

Eltern haben viele Möglichkeiten, ihre Kinder im Alltag beim Sprechen lernen zu unterstützen. Zwei Expertinnen geben Tipps.

27. April 2019

Apfelkuchen, Apfelmus und Apfelbaum: Im Rahmen eines sozialen Nachhaltigkeitsprojekts kam Auszubildende Maria Stadlinger in den Kinderhort der Diakonie Neuendettelsau nach Ansbach. Zwei Tage lang beschäftigte sie sich mit den Kindern mit dem Thema „Apfel“ und pflanzte sogar einen eigenen Apfelbaum mit ihnen ein.

19. Februar 2019

Armut bedeutet für Kinder etwas anderes als für Erwachsene. Armut bedeutet für sie keine Freunde zum Kindergeburtstag einladen zu können, weil in der Wohnung kein Platz ist oder die Eltern sich keine Geburtstagstorte leisten können. Es bedeutet für sie, selten frisches Obst oder Gemüse zu essen, nicht in den Ballettunterricht oder zum Reiten gehen zu können. Wie gehen Kindertagesstätten mit dieser Thematik um?

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 (0) 180 28 23 456 (6 Cent pro Gespräch)