Schülerinnen und Schüler des Laurentius-Gymnasiums veröffentlichen ihren ersten Roman

Mit „Scary Dreams“ veröffentlichten die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse des Laurentius-Gymnasiums ihren ersten Mystery-Thriller. Das knapp 180-seitige Werk erarbeiteten die Schüler zusammen in einem P-Seminar. Unsere Autorin Amanda Müller hat sich mit den Schülern getroffen, um mehr über den Gruselroman zu erfahren.

Von Amanda Müller

Von links: Björn Berg, Kai Dörner, Felix Reisch, Lisa Friedmann, Felina Held, Lena Beyerlein, Patricia Hruschka und Lehrkraft Wolfgang Fischer.

In "Scary Dreams" tauche ich ein in das Leben von sechs Jugendlichen, die ein düsteres Geheimnis kurz nach ihrer Geburt verbindet. Im Prolog werde ich Zeuge eines Experiments, aufgrund dessen Miray, Rahel, Emilia, Chris, Liam und Sarah vor einer ganz besonderen Herausforderung stehen. Gequält von Albträumen verschwinden bei ihnen die Grenzen zwischen Traum und Realität immer mehr. Von den wiederkehrenden Albträumen geplagt, machen sie sich schließlich gemeinsam auf den Weg, um dieses dunkle Geheimnis zu lüften.

"Scary Dreams" bestellen

Fischer’s Wolf-Gang (Herausgeber):
„Scary Dreams – Du schläfst keine night mehr“
Verlag: Leben gestalten, Diakonie Neuendettelsau
Preis: 9.95 Euro
Bestellung: Telefon 09874 82590
Laurentius-Gymnasium

Eine Leseprobe

Die Idee, ein Buch zu schreiben, bot Lehrkraft Wolfgang Fischer der damaligen 11. Klasse im Rahmen des P-Seminars an. Das P-Seminar ist ein praxisorientiertes Projektseminar, das das Laurentius-Gymnasium der Diakonie Neuendettelsau den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe in verschiedenen Bereichen anbietet.

„Über eineinhalb Schuljahre hinweg setzten die Schüler das gewählte Projekt dann ziemlich eigenständig um“, erzählt Wolfgang Fischer. Das P-Seminar „Wir schreiben ein Buch“ begeisterte die Jugendlichen sofort. Ein Buch im Unterricht? Wie cool ist das denn? 

Um ein Buch zu veröffentlichen braucht es mehr als nur Autoren: Björn Berg und Lena Beyerlein lesen nochmal über den Text.

Um das Vorgehen zu planen teilten sich die zwölf Schülerinnen und Schüler in verschiedene Untergruppen auf. „Wir hatten Projektleiter, Schreiber, Lektoren, Designer, eine Finanz- und eine Marketingabteilung“, erzählt Felina Held. Die Schülerin war neben einer der Projektleiterinnen auch im Team der Schreiber.

Der Vorteil: Durch die verschiedenen Abteilungen konnte sich jeder Schüler aussuchen, was ihn am meisten interessierte. „Für die Kreativen war die Schreib- oder Designgruppe perfekt. Wer sich mehr für Buchhaltung oder Finanzplanung interessierte, durfte sich um die Sponsorensuche oder den Druck kümmern. So war für jeden etwas dabei, das war echt cool“, bestätigt Lena Beyerlein, die neben der Schreibgruppe auch eine der Lektoren war.

Bevor sich jeder ans Werk machte, beschlossen die Schüler gemeinsam, dass sie keine einzelnen Kurzgeschichten, sondern einen gemeinsamen Roman schreiben wollten. „Wir haben uns für einen Mystery-Thriller entschieden. Das ist spannend und jeder konnte so kreativ sein wie er wollte“, erzählt Patricia Hruschka.

Von den zwölf Schülern waren fünf im Team der Schreiber. Erfahrungen im Schreiben hatten alle schon vor dem P-Seminar gesammelt. „Zu fünft an einem gemeinsamen Buch zu arbeiten war teilweise aber schon ein bisschen chaotisch“, gaben sie zu. „Damit das Buch gut wird, ist es wichtig, dass wir uns immer an einen roten Faden halten. Sonst kommt irgendwann keiner mehr mit“, erklärt Felina Held.

Es gab viel zu beachten. Damit ein Roman gut lesbar wird, sollten die Sätze nicht zu viele Beschreibungen oder sinnlose Details enthalten. Die Autoren müssen die richtigen Worte und passende Bilder finden, ohne dabei die Spannung zu verlieren. Wiederkehrende Charakterzüge helfen dem Leser, sich mit den Protagonisten zu identifizieren und mitzufühlen.

„Am Anfang war es noch gar nicht so kompliziert. Jeder unserer Schreiber hat die Kapitel aus Sicht seines Protagonisten geschrieben. Schwierig wurde es, als wir plötzlich auch den Charakter und die Sprache der anderen Protagonisten treffen mussten, weil sie sich in unserer Geschichte später begegnen“, gibt Lena Bayerlein zu. „Da jeder unserer Schreiber zuhause arbeitete, mussten wir auch darauf achten, dass wir ungefähr gleich vorankommen.“

Sechs Jugendliche machen sich auf die Suche nach einer Antwort

Beim Lesen von „Scary Dreams“ fällt kaum auf, dass sich die Schülerinnen und Schüler alles selbst beigebracht haben. Bereits auf den ersten Seiten wird eine Spannung aufgebaut, die es einem schwerfallen lässt, das Buch wegzulegen. Ich will wissen, wie es weitergeht, was es mit den Albträumen auf sich hat und vor allem, wie es ausgeht. Aus verschiedenen Perspektiven erfahre ich, wie die sechs Protagonisten mit den Albträumen und den damit verbunden Konsequenzen umgehen. Im Laufe der Geschichte werden die Träume immer mehr zu Realität. Begegnen sie dem Mann mit den rabenschwarzen Augen und dem vernarbten Gesicht nun auch im realen Leben oder ist das alles nur ein Traum?

Um zu klären, wie das Buch sprachlich aufgebaut werden soll, haben die Schüler sogar einen eigenen Ethikrat gegründet. „Wir haben zum Beispiel beschlossen keine Schimpfwörter zu verwenden, uns nicht politisch zu äußern und keine Gewalt darzustellen“, erklärt das Team der Schreiber um Lena Beyerlein, Kai Dörner und Felina Held.


Gute Planung war eine der Voraussetzungen dafür, dass die Schüler den Roman gemeinsam fertigstellten. Dafür trafen sie sich regelmäßig.

Auch den Titel hat die Klasse gemeinsam während eines Treffens gefunden: "Scary Dreams" – damit das Wortspiel aus „Scary“ (auf Deutsch: unheimlich) und „Scar“ (auf Deutsch: Narbe) auch ersichtlich wird, hat die Designabteilung sich auch ein passendes Cover ausgedacht.

„Scary Dreams - du schläfst keine night mehr“ – auch beim Titelbild waren die Schüler kreativ: Die andersfarbigen Buchstaben im Wort „Scary“ geben schon einen Hinweis auf den vernarbten Bösewicht. Haben Sie erraten, dass „night mehr“ das englische Wort „Nightmare“ (auf Deutsch: Albtraum) ergibt?

Finanzen planen, Sponsoren suchen und ein passendes Design finden

Die Finanzabteilung kümmerte sich währenddessen darum, Sponsoren zu finden. Dazu planten sie vorab, wie viel Geld benötigt wird, um 150 Exemplare drucken zu lassen und erstellten unterschiedliche Kostenvoranschläge. Was kostet welches Format, welches Papier oder welcher Umschlag? Wie viel Geld muss eingeplant werden, wenn noch Flyer gedruckt werden? „Wir haben E-Mails geschrieben, unser Projekt vorgestellt und versucht, auch andere davon zu begeistern“, erzählt Björn Berg.

Bei Matthias Honold, dem Archivar der Diakonie Neuendettelsau, erfuhren die Schüler mehr über den Druck. Er hat mit den Jugendlichen zusammengearbeitet und ihnen auch beim Layout sowie der Vermarktung unter die Arme gegriffen.

„Als ich von den Projekt erfahren habe, fand ich es sofort toll“, erzählt Matthias Honold, der schon seit über 20 Jahren bei der Diakonie Neuendettelsau arbeitet. Über seinen Schreibtisch gingen viele Bücher, er kümmert sich um den Verlag „Leben Gestalten“ der Diakonie Neuendettelsau und er weiß, auf was es ankommt, damit die Klasse am Ende ein professionell gedrucktes Buch in den Händen halten kann.

Spaß gemacht hat es allen. „Wir sind stolz darauf, bald unser eigenes Buch in den Händen zu halten“, freut sich Kai Dörner.

Matthias Honold (links) erklärt Lehrer Wolfgang Fischer und Schüler Björn Berg was für unterschiedliche Möglichkeiten die Schüler beim Buchdruck haben.


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Fischer’s Wolf-Gang (Herausgeber):
„Scary Dreams – Du schläfst keine night mehr“
Verlag: Leben gestalten, Diakonie Neuendettelsau
Preis: 9.95 Euro
Bestellung: Telefon 09874 82590
Laurentius-Gymnasium

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