Werkstatt für behinderte Menschen holt sich Großauftrag

Von Thomas Schaller

„Gemacht für die Ewigkeit“ sind nach den Worten von Werner Naser (Assistent der Leitung) die Mitfahrbänke aus der Werkstatt für behinderte Menschen der Diakonie Neuendettelsau in Himmelkron (Landkreis Kulmbach). Das Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken stellt Gemeinden die Mitfahrbänke in den nächsten Jahren als Ergänzung zum örtlichen Mobilitätsangebot zur Verfügung.


Mitfahrbänke in Oberfranken
Die Beschäftigten der Werkstatt Himmelkron sind stolz darauf, dass sie Bänke bauen, die bald in vielen Gemeinden in Oberfranken zu sehen sein werden. © Schaller


Die Idee ist so einfach wie originell: An verkehrstechnisch günstigen Stellen werden die Bänke aufgestellt. Wer darauf sitzt, möchte in einen Nachbarort mitgenommen werden. Auf einem Wechselschild kann man den Namen des Zielorts auswählen. Wichtig ist es, dass die Bänke einheitlich gestaltet und leicht erkennbar sind.


Die Werkstatt in Himmelkron holte sich den Auftrag bei einer Ausschreibung. Die Mitfahrbänke bestehen aus einem vollverzinkten und pulverbeschichteten roten Rahmen, massiven, oberflächenbehandelten Hölzern und einer soliden Verschraubung. Die ersten Bänke sind schon fertig, weitere werden im Lauf des Jahres Jahr noch produziert.

Auch in den kommenden beiden Jahren soll die Herstellung fortgesetzt werden, so dass der Auftrag sich laut Werner Naser zu einem der größten in der Geschichte der Werkstatt summiert. Für die Beschäftigten in Himmelkron ist der Auftrag ebenfalls etwas Besonderes. Mit Begeisterung werden die auffallend farbigen Bänke geschliffen, lackiert und verschraubt.

Gemeinden können sich um eine Bank bewerben

Vorrangig nach dem Windhund-Prinzip (maßgeblich ist der Zeitpunkt des Eingangs der Bewerbung) wurden die extra designten Bänke an die ersten Kommunen vergeben. Zur Bewerbung der Orte gehörte ein Statement, warum gerade diese Gemeinde für ein oberfränkisches Mitfahrbank-Set prädestiniert ist, an welchen Standorten die Bänke stehen sollen und welche Mobilitätslücken man damit schließen will.


Arbeiten an einer Mitfahrbank für Oberfranken
Die Beschäftigten der Werkstatt Himmelkron (Landkreis Kulmbach) stellen die Mitfahrbänke her. © Schaller


Ein Bank-Set besteht aus zwei Bänken und dem Schilderhalter. Mitarbeiter der Gemeinden holen die Sets direkt in der Werkstatt Himmelkron ab. „Es freut uns sehr, dass wir mit der Werkstatt Himmelkron der Diakonie Neuendettelsau einen kompetenten und vor allem regionalen Partner für unser Vorhaben gefunden haben“, so Frank Ebert, Geschäftsführer des Vereins „Oberfranken offensiv“. Das Demographie-Kompetenzzentrum ist ein Projekt dieser Entwicklungsagentur.

Die oberfränkischen Bürger durften inzwischen bei der Jahrestagung „Demographie-Fest“ in Hirschaid auf der Mitfahrbank probesitzen.


Die Beschäftigten der Werkstatt Himmelkron sind stolz darauf, dass sie Bänke bauen, die bald in vielen Gemeinden in Oberfranken zu sehen sein werden.


Mehr Informationen über die Werkstatt Himmelkron sowie einen Kontaktmöglichkeit finden Sie hier.

Wie man sich um eine Mitfahrbank bewirbt, erfahren Sie hier.

Diesen Artikel teilen

Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Menschen mit Behinderung
11. September 2019

Seit mittlerweile zehn Jahren unterstützten Polizisten der Bundespolizei in Bayreuth Menschen mit Einschränkungen dabei, ihr Sportabzeichen zu machen. Klein angefangen, sind nun bereits über 100 junge und erwachsene Menschen dabei, wenn die Polizisten das Sportfest auf dem Gelände ausrichten. Auch 20 Menschen mit Behinderung der Himmelkroner Heime gingen in diesem Jahr bei verschiedenen Disziplinen an den Start.

31. August 2019

Seit ein paar Wochen ist er da: Der Magic Carpet, zu deutsch: Zauberteppich, aus England. Im Diakoneo Wohnen Neuendettelsau sorgt er seitdem für jede Menge Action, Spaß und Begeisterung. Alexia und Natascha haben die neuen interaktiven Angebote der Unterstützten Kommunikation für sich entdeckt.

23. August 2019

Seit über 25 Jahren engagieren sich Waltraud und Walter Hacker ehrenamtlich für Menschen mit Behinderung. Sie blicken auf eine tolle Zeit zurück und ziehen Fazit: "Es sind nicht nur wir, die etwas gegeben haben."

15. August 2019

Seit 1. Januar 2017 ist das Bundesteilhabegesetz in Kraft. Ziel ist es Menschen mit Behinderung mehr Möglichkeiten zur Teilhabe und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Bewohner-Vertretungen, Werkstatt-Räte und Frauen-Beauftragte nehmen im Arbeits- und Wohnumfeld diesen Auftrag wahr. In der DiaLog Akademie finden Sie entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 (0) 180 28 23 456 (6 Cent pro Gespräch)