Die Diakonie Neuendettelsau bildet nach einer längeren Pause ab 2019 wieder Diakoninnen und Diakone aus. Anders als bei der Rummelsberger Diakonie ist die Diakonenausbildung in Neuendettelsau eine zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung. Das heißt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen meist seit einiger Zeit aktiv im Berufsleben und lernen modular zu regelmäßigen Blockzeiten und angeleiteten Selbstlernphasen. Die Weiterbildung befähigt die Teilnehmenden zur qualifizierten Übernahme von pastoralen Funktionen in der Diakonie und im kirchlichen Dienst. Sie steht allen Mitarbeitenden in Kirche, Diakonie und Sozialwirtschaft offen und ist von der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und dem Verband evang. Diakoninnen, Diakone und Diakonatsgemeinschaften in Deutschland (VEDD) offiziell anerkannt.




Wieso ich Diakonin geworden bin - ein persönlicher Erfahrungsbericht

Sabine Holfelder hat mit Sandra Mayer, Diakonin und Leiterin des Jugendzentrums der Diakonie Neuendettelsau gesprochen. Sie schildert ihre Beweggründe und persönlichen Erfahrungen als Neuendettelsauer Diakonin.

Frau Mayer, wie lange arbeiten Sie in der Diakonie Neuendettelau und was sind Ihre Aufgaben?

Ich habe vor sechs Jahren die Leitung des Jugendzentrums übernommen. Seit 20 Jahren bin ich bei der Diakonie Neuendettelsau. Hier habe ich auch an der Fachschule für Heilerziehungspflege die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin abgeschlossen und 15 Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet.

Dann sind Sie Diakonin geworden – warum?

Für mich war das ein bisschen wie eine Bestimmung. Ich habe nach ein paar Jahren in der Diakonie zunächst den Diakonat gemacht und bin gleich danach sehr überzeugt in die Diakonische Schwestern- und Brüderschaft eingetreten. Für mich war dann der nächste Schritt, also Diakonin zu werden, ein klarer Weg. Dadurch kann ich die Diakonie, die ich von Herzen mittrage, auch nach außen tragen und vertreten.

Was hat Ihnen die Weiterbildung zur Diakonin gebracht?

Zum einen war es ein Pluspunkt, die Stelle als Leiterin des Jugendzentrums zu bekommen. Zum anderen hat es mich auch persönlich weitergebracht. Ich bin sprachfähiger im Glauben geworden und kann das auch nach außen besser vermitteln. Ich glaube, man spürt bei mir, dass ich Diakonin bin. Das macht ein Stück weit meine Persönlichkeit aus.

Wie setzen Sie Ihre Rolle als Diakonin ganz konkret in der täglichen Arbeit um?

Als ich noch im Bereich Wohnen tätig war, haben wir auf den Wohngruppen viele Andachten gehalten. Lange Jahre war ich auch im Liturgiekreis im damaligen Friedenshort. Dort haben wir die Gottesdienste und Weihnachtsfeiern gemacht. Überhaupt das ganze christliche Leben in den Einrichtungen konnte ich immer mitgestalten und vieles umsetzen.

Hier im Jugendzentrum ist das Thema Seelsorge wichtig von Jugendlichen und Eltern in schwierigen Situationen. Darauf hat mich die Ausbildung gut vorbereitet. Wir versuchen hier im Jugendzentrum auch immer den Glauben vorzuleben, damit die Jugendlichen spüren „wir sind willkommen“.

Evang. Diakonin bei der Arbeit im Jugendzentrum
Die Diakonin Sandra Mayer (hinten links) bei der Arbeit im Jugendzentrum Neuendettelsau © Foto: Diakonie Neuendettelsau


Was hat Ihnen an der Weiterbildung besonders gefallen, was waren die Highlights?

Vor allem, sich mit dem eigenen Glauben zu befassen, die ganzen theologischen Inhalte kennen zu lernen. Das wäre sonst undenkbar gewesen. Und die gute Gemeinschaft in der Gruppe war toll. Wir sind in der gemeinsamen Zeit sehr stark zusammengewachsen, haben viel voneinander gelernt und treffen uns immer noch regelmäßig. Aber das allergrößte Highlight war für mich wirklich die Einsegnung zur Diakonin.


Wieso sollte es in der Diakonie mehr Diakoninnen und Diakone geben?

Es ist wichtig, dass der diakonische Auftrag unseres Werkes weiter getragen wird. Dazu tragen die Diakoninnen und Diakone in unserem Werk ganz viel bei. Zukünftig werden durch den Fachkräftemangel ja auch Pfarrerinnen und Pfarrer weniger und dann können Diakoninnen und Diakone einige Aufgaben im pastoralen Dienst übernehmen. Das könnten zum Beispiel Seelsorgegespräche sein in unseren Einrichtungen oder auch Dienste in den Kirchengemeinden, wie St. Laurentius. Hier könnten Diakoninnen und Diakone zum Beispiel Lektoren- oder Prädikantendienste übernehmen, also Predigten lesen oder sogar komplette Gottesdienste selbst gestalten.


Was sagen Sie Kolleginnen und Kollegen, die sich für die Weiterbildung interessieren?

Ich kann nur jedem raten, der wirklich die Diakonie und gerade den diakonischen Auftrag mittragen möchte, diese Ausbildung zu machen. Gerade jetzt, die Ausbildung dauert nur zwei Jahre, ist berufsbegleitend zu schaffen und auch finanziell machbar. Was in unserem Logo steht – christlich, offen und modern – sollten wir auch leben. Die Christlichkeit in der Diakonie darf nicht verloren gehen. Ich wünsche mir, dass sie überall spürbar bleibt.

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