Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Menschen mit Demenz


"Bei uns - Miteinander - Aktiv sein" - so lautet das Motto im Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz in Forchheim.
Um dieses Motto mit Leben zu füllen, setzen die Verantwortlichem in Forchheim unter anderem auf den Einsatz von Ehrenamtlichen.
Ulrike Englmann hat sich darüber mit Kamil Borkowski unterhalten. Borkowski ist seit August 2018 Einrichtungsleiter des Kompetenzzentrums Forchheim.

Ehrenamt macht Spaß: hier beim gemeinsamen Kochen. © Uwe Niklas

In welchen Bereichen können Ehrenamtliche im Kompetenzzentrum Forchheim helfen?


Eines der neuen Projekte im Kompetenzzentrum Forchheim ist es, Raum zu schaffen für ein Tanzcafé. Viele ältere Menschen spricht es an, wenn sie Musik hören, die sie aus früheren Zeiten kennen und sich dazu bewegen können. Auch im Rollstuhl kann man mittanzen und gewisse Bewegungen ausführen, das ist kein Hindernis. An so eine Veranstaltung kann dann ein gemütlicher Teil mit Kaffee und Kuchen anschließen. Hier würde uns die Unterstützung durch Ehrenamtliche wirklich gut tun. Wenn jemand einfach schnell Hand anlegen kann, Bewegungen mitgestalten kann und sich selbst mitbewegen mag, dann ist das sehr hilfreich.


Welche Räumlichkeiten haben Sie hierfür zur Verfügung?


Wir konnten in der direkten Nachbarschaft des Kompetenzzentrums Forchheim die Räumlichkeiten eines ehemaligen Fitnessstudios anmieten. Das müssen wir aber erst noch umbauen und entsprechend ausstatten. Wir wollen dort nicht nur Möglichkeiten zum Tanzen schaffen, sondern die Räume ganz grundsätzlich für Veranstaltungen nutzen. Wir würden den Raum auch gerne für Kinovorführungen oder Bildpräsentationen nutzen und über dieses Medium wiederum mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch kommen und sie erzählen lassen, wenn sie beispielsweise Landschaftsbilder wiedererkennen. Auch für Bingo-Nachmittage und andere Spiele könnten wir den Veranstaltungsraum später einmal nutzen.


Was haben Sie noch geplant?


Neu in der Planung ist ein Männerstammtisch. Männer haben auch im Alter einfach andere Themen als Frauen. Das liegt an ihren früheren Interessen und ihrem beruflichen Hintergrund. Wir möchten an ihrem damaligen Alltagsleben anknüpfen. Da gab es oft viel Handwerkliches, Begeisterung für Autos oder eben das beruflich Erleben. Viele können wirklich stolz sein auf das, was sie erreicht haben. Und das wollen wir aufgreifen, darüber sprechen, miteinander in die Kommunikation eintreten. Für so ein Projekt suchen wir natürlich auch Männer, die eine solche Aufgabe übernehmen mögen!


Ein anderes Projekt ist das Angebot von Malkursen für Menschen mit Demenz. Hier suchen wir Ehrenamtliche, die mit Empathie andere beim Malen eines Bildes begleiten können. Da geht es darum, die Tuben auf und zu zuschrauben, Anleitung zu geben, bei der Auswahl der Farben zu unterstützen und einfach da zu sein und im Gespräch und Kontakt zu bleiben.


Außerdem möchten wir auch das Angebot „Tiergestützte Therapie“ weiter ausbauen. In Bezug auf die Ausbildung und Anleitung arbeiten wir mit dem Arbeiter-Samariter-Bund zusammen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Ehrenamtliche ihr Tier mitbringen und mit ihm zusammen Kontakt zu den Bewohnern aufnehmen, die das gerne möchten.


Eine weitere Idee ist die Einrichtung einer kleinen Leseecke in unserem Eingangsbereich. Dort werden wir eine Kaffeemaschine aufstellen und Information zum Thema Demenz zusammenzustellen. Wer möchte, kann sich dort informieren oder bei einer Tasse Kaffee mit anderen ins Gespräch kommen. Natürlich wäre es auch sehr schön, wenn ein Ehrenamtlicher sich dort zur Verfügung stellen mag oder einmal nach dem Rechten sieht.


Was können Ehrenamtliche konkret tun?


Wir definieren hier nicht spezielle Aufgaben für die Ehrenamtlichen und suchen dann – vielleicht per Stellenanzeige – einen Menschen, der genau in das vorgegebene Profil passt. Wir haben einen anderen Ansatz: Die Interessierten haben unterschiedliche Begabungen und genau diese können sie bei uns einbringen. So entsteht ein bunter Strauß an Angeboten. Mit solch einem breit gefächerten Angebot haben wir deutlich mehr Chancen, unsere Bewohnerinnen und Bewohner auch individuell anzusprechen und abzuholen. Wir möchten unseren Ehrenamtlichen nicht vorher vorschreiben, was sie im Einzelnen tun sollen. Wir möchten, dass sie mit Freude kommen und einen Beitrag leisten, der ihnen entspricht. Wer Gitarre spielen möchte, kann mit seiner Gitarre kommen und einen Liedernachmittag gestalten. Oder wer gut singen kann, kann mit einigen Bewohnerinnen oder Bewohnern ein Lied aus früheren Zeiten einüben. Es geht uns nicht darum, dass irgendeine vorgefasste Aufgabe erfüllt wird. Wir wünschen uns Ehrenamtliche, die einfach das was sie haben, mitbringen und es einsetzen. Jeder, der von außen kommt bringt mindestens eine Fähigkeit oder Fertigkeit mit, die er hier einsetzen kann. Bei uns – miteinander – aktiv sein, das ist genau das Konzept. Ich bin fest davon überzeugt, dass Qualität in den kleinen Dingen entsteht.


Gerne unternehmen wir verschiedene Ausflüge und Spaziergänge zu den städtischen Festen und Veranstaltungen in Forchheim, z. B. zum Martinsumzug, zum Forchheimer Weihnachtsmarkt oder auch zum Annafest. Da sind wir froh um jeden, der uns begleiten mag. Auch einzelne kleine Ausflüge z. B. in die Eisdiele sind für unsere Bewohnerinnen und Bewohner jedes Mal ein echtes Highlight.


Regelmäßig finden in unserer hauseigenen Kapelle Gottesdienste und Andachten statt und es kann seelsorgerliche Begleitung in Anspruch genommen werden.

Ehrenamt ändert die Perspektive: Die Welt mit anderen Augen sehen © Uwe Niklas

Welche Fähigkeiten sollten Ehrenamtliche grundsätzlich mitbringen?


Grundsätzlich ist es wichtig, dass jemand ein sehr gutes Einfühlungsvermögen besitzt und in Kontakt zu anderen Menschen gehen kann. Eine Tätigkeit mit Menschen die an Demenz erkrankt sind, erfordert immer auch ein hohes Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen. Man sollte gut zuhören können, Kreativität schadet nicht und nicht zuletzt ist es auch entscheidend, dass man sich ins Team integrieren kann.


Man muss sich natürlich an einige Rahmenbedingungen und Richtlinien halten, die in der Diakonie Neuendettelsau grundsätzlich festgelegt sind, wenn es um das Thema Ehrenamt geht. So muss man sich beispielsweise an die Wahrung der Schweigepflicht halten und Datenschutz und Datensicherheit beachten. Das Referat Freiwilligendienste gibt hier gerne weiterführende Auskunft.


Was haben Ehrenamtliche davon, wenn sie sich bei Ihnen engagieren?


Uns liegt es sehr am Herzen, dass wir mit unseren Ehrenamtlichen eine win-win-Situation herstellen. Wir möchten, dass sich unsere Ehrenamtlichen bei uns wohl fühlen, dass sie sich mit ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten einbringen, aber auch sich selbst ausprobieren können. Außerdem lassen wir niemanden allein und bieten verschiedene Fort- und Weiterbildungen an. Wir stehen immer als Ansprechpartner zur Verfügung und wollen vermitteln, dass die Arbeit mit Senioren Freude macht.


Bei Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Kompetenzzentrum Demenz in Forchheim nehmen Sie bitte Kontakt mit Herrn Kamil Borkowski auf:

Kontakt

Kompetenzzentrum Forchheim
Beraten - Wohnen - Pflegen
Sattlertorstr. 48 b
91301 Forchheim

Tel.: + 49 (0) 91 91 / 9 77 85 - 0

E-mail: info@kompetenzzentrum-forchheim.de

Ansprechpartner für Medizinproduktesicherheit nach § 6 MPBetreibV: sbmp@kompetenzzentrum-forchheim.de


Gerne stellt das Referat Freiwilligendienste in Absprache mit der Einrichtungsleitung den Ehrenamtlichen eine Bescheinigung über die geleisteten Einsätze aus:

Ehrenamtliches Engagement bei Diakoneo: Kontakt

Kontakt:
Referat Freiwilligendienste
Koordination Ehrenamt
Denise Kapp
Wilhelm-Löhe-Str. 26
Telefon: 09874 8-3573
E-Mail: denise.kapp@diakonieneuendettelsau.de

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