Junge Menschen, die von zuhause ausziehen, um in die Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu absolvieren, haben in Neuendettelsau die Möglichkeit, einen Platz in einer Wohnung zu finden, der mehr ist als ein Ort zum Schlafen.

Simone Wagner ist 17 Jahre alt. Sie will einmal mit Menschen arbeiten und hat deshalb mit der Ausbildung zur Kinderpflegerin begonnen. Aufgrund des guten Rufes wollte sie das in Neuendettelsau. Seit Ausbildungsbeginn im September 2016 wohnt sie in einem Wohnheim auf dem Löhe Campus der Diakonie Neuendettelsau.

Jugendwohncolleg auf dem Löhe Campus

Wenn nach dem Schulabschluss eine Ausbildung angefangen wird, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Endlich Geld verdienen, sich auf den Weg begeben und die Chance, auf eigenen Beinen stehen. Wie für Simone gehört für viele Jugendliche dazu auch, aus dem Elternhaus auszuziehen. Liegt die Ausbildungsstätte jedoch weiter von Hause weg oder reicht das Gehalt noch nicht ganz für eine komplett eigene Wohnung, bieten Wohnheime alternative Wohnmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende. So auch auf dem Löhe Campus der Diakonie Neuendettelsau.

Simone, 17Jahre, kommt aus Nürnberg und wollte nicht an den Nahverkehr gebunden sein.

"Jeden Tag zu Pendeln ist nichts für mich."

Simone Wagner, Schülerin Berufsfachschule für Kinderpflege

Deswegen hat sie sich informiert und sich dann dazu entschieden, in das Jugendwohncolleg zu ziehen. Jetzt kann sie länger schlafen und hat nur einen kurzen Fußweg zur Schule. „Außerdem wollte ich selbstständiger werden“, erzählt sie weiter. Der Abstand zur Familie tut ihr gut. „Ich streite viel weniger mit meinen Eltern und meiner Schwester und wir freuen uns auf die Wochenenden an denen wir uns sehen.“

Simone Wagner (17), fühlt sich wohl in ihrem liebevoll eingerichteten Zimmer.

Ganz auf sich allein gestellt sind die Jugendlichen nicht. Gerade beim Wohnen für minderjährige Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Praktikanten und junge Menschen im Freiwilligen Diakonischen Jahr gibt es Hilfe und Unterstützung beim Start in das selbstständige Leben im ersten eigenen Zuhause.

"Die Jugendlichen haben rund um die Uhr die Möglichkeit, eine Betreuerin oder einen Betreuer anzusprechen."

Angela Eitel, Leiterin der Wohnheime

Sie finden bei jedem Problem einen Ansprechpartner und können sicher sein, dass auch nachts jemand da ist. Insbesondere auch bei schulischen Aufgaben finden sie eine intensive Lernbetreuung.

Simone wohnt im Birkenhof. Sie und die anderen Mädchen haben ein eigenes, individuell eingerichtetes Zimmer. Zum hellen Gebäude gehören mehrere Wohnzimmer, zwei Gärten, eine Küche und eine großer Essbereich – ein Ort, an dem sich die Schülerinnen oft treffen. „Wir frühstücken hier gemeinsam, Mittagessen gibt’s um 13 Uhr und Abendessen um 19 Uhr“, erzählt Simone. Dabei helfen alle kräftig mit und lernen nebenbei hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Am Anfang der Woche tragen sie sich in einen Ämterplan ein. Auf dem stehen Dinge wie Tischdecken oder Abspülen. Aufgaben, die für Ordnung sorgen und zur Gemeinschaft beitragen.

Da sie alle noch nicht volljährig sind, müssen sie um spätestens 22 Uhr wieder im Haus sein. „Wenn sie ausnahmsweise einmal länger unterwegs sind, müssen sie das vorher anmelden und von ihren Eltern bestätigen lassen. Dann ist das kein Problem“, sagt Angela Eitel. Während sie sich mit Simone unterhält, kommen Nadine Rodelberger und Tiziana Goglielmino in den Raum. Sie wohnen ebenfalls im Birkenhof und sind gute Freundinnen von Simone geworden. Sie gehen nach der Schule oft gemeinsam Eis essen, einkaufen oder verabreden sich zum Lernen. Hier fängt Nadine an zu grinsen.

"Dadurch, dass wir echt oft zusammen lernen, bin ich viel motivierter, als wenn ich es alleine machen müsste."

Simone Wagner

Nadine Rodelberger nickt zustimmend. „Wenn wir mal alleine lernen, kommen wir uns vor wie eine Streberin, stimmt’s?“, lacht Nadine und stupst Simone in die Seite. Freundinnen haben die Mädchen hier schnell gefunden. Wenn man zusammen wohnt und isst kommt man recht schnell miteinander ins Gespräch. „Ich habe meine Entscheidung hier einzuziehen noch nicht bereut“, bestätigt Simone.

Wurden schnell zu Freundinnen: Simone Wagner, Nadine Rodelberger und Tiziana Goglielmino.

Das Jugendwohnen in den Wohnheimen der Diakonie Neuendettelsau umfasst die kostengünstige Unterbringung in gemütlichen Einzel- oder Doppelzimmern. Derzeit gibt es 45 Wohnplätze verteilt auf drei Häuser. Die Bewohnerinnen und Bewohner essen gemeinsam, die Mahlzeiten werden frisch und ausgewogen gekocht. Die Schüler bekommen Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie frisches Obst und Gemüse. Während der Öffnungszeiten der Wohnheime ist eine durchgehende Betreuung mit Nachtbereitschaft durch pädagogisches Fachpersonal sicher gestellt.

Wohnen auf Zeit: Wohncolleg 8 der Diakonie Neuendettelsau

Bei Natascha Baimler sieht das selbstständige Wohnen ein bisschen anders aus. Die 18-Jährige ist angehende Heilerziehungspflegerin und wohnt aufgrund ihrer Volljährigkeit nicht mehr im Jugendwohncolleg sondern im Wohncolleg 8. Da sie nur alle zwei Wochen in Neuendettelsau wohnt, teilt sie sich ihr Zimmer mit einem anderen Mädchen.

"Die Möglichkeit des Zimmer-Sharings wird bei uns sehr gern genutzt."

Angela Eitel, Leiterin der Wohnheime

So ist das Zimmer durchgehend bewohnt und die Bewohnerinnen und Bewohner können sich die Kosten dafür teilen.

Im Gegensatz zu Simone wird Natascha nicht mehr rund um die Uhr betreut, es gibt keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr, sie kann selbst entscheiden was sie isst und wann sie isst. Wann sie nach Hause kommt und wann sie ins Bett geht.

Das Schülerwohnheim bietet gemütliche Zimmer für junge Erwachsene ab 18 Jahren.

Natascha kommt aus einem Dorf bei Weiden in der Oberpfalz und befindet sich in der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Sie und drei weitere Mädchen aus der Oberpfalz wählten die Berufsschule in Neuendettelsau, weil ihr Chef dort als Praxislehrer unterrichtet. „Am Anfang wollte ich gar nicht weg von zuhause“, gibt sie zu und erzählt von ihrem Vater, der sie alle zwei Wochen die eineinhalb Stunden bis nach Neuendettelsau fährt und am Ende der Woche auch wieder abholt. „Wenn man so weit von zuhause weg ist, schätzt man es wieder viel mehr, Zeit mit der Familie zu verbringen.“ Doch auch wenn sie nur alle zwei Wochen hier ist, hat sie Freunde gefunden mit denen sie zusammen kocht oder ihren Abend verbringt. Auch das Gebäude in dem sich die jungen Erwachsenen befinden ist großzügig gebaut, besitzt einen großen Garten und mehrere Wohnzimmer, sodass sie auch mal für sich sein können.

"Hier gibt es zwar keine Betreuung rund um die Uhr, aber auch hier ist stundenweise eine Ansprechpartnerin für die Schüler und Auszubildenden da. Wenn sie Hilfe in schwierigen Angelegenheiten brauchen, finden sie immer Unterstützung."

Angela Eitel

Natascha Baimler und Lena Gruber (rechts) befinden sich beide in der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger.

Das Angebot des Wohncollegs der Diakonie Neuendettelsau richtet sich an junge Menschen über 18 Jahren, die in der Diakonie Neuendettelsau eine Schul- oder Berufsausbildung absolvieren. Ebenso können Praktikanten und Teilnehmer des Freiwilligen Diakonischen Jahres hier leben.

Weitere Informationen und Auskunft über die Kosten und Fördermöglichkeiten zum Beispiel durch BAföG können gerne direkt nachgefragt werden. Derzeit gibt es 130 Wohnplätze in Einzel- oder Doppelzimmern oder in kostengünstigen Einzelappartements, verteilt auf mehrere Häuser.

Im Sommer sind sie oft draußen in einem der Gärten die zum Wohncolleg gehören.


Hier können Sie Kontakt zu den Wohnheimen der Diakonie Neuendettelsau aufnehmen.

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