Warum entscheiden sich Menschen für eine Altenpflegeausbildung? Wenn über diesen Beruf gesprochen wird, stehen oft die negativen Seiten im Mittelpunkt. Die 23-jährige Katrin Dornauer hat sich trotzdem für eine Ausbildung zur Fachkraft an der Berufsfachschule für Altenpflege in Roth entschieden.

Es war eher Zufall, erzählt sie, dass sie im Pflegebereich gelandet ist. Katrin Dornauer war arbeitslos und dann ein halbes Jahr lang als Helferin in einer stationären Einrichtung der AWO in Roth tätig. Die Erfahrungen dort waren so positiv, dass sie sich zu einer Fachkraftausbildung an der Berufsfachschule entschloss. Der AWO in Roth ist sie treu geblieben – dort absolviert sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung. Das dichte Netz der Schulen und Ausbildungsstätten sorgt dafür, dass meistens wohnortnah eine Lösung zu finden ist.

Inzwischen ist sie im zweiten von drei Ausbildungsjahren. „Am Anfang war es schwer, wieder ins Lernen reinzukommen“, erinnert sie sich. „Nach den ersten Leistungsnachweisen lief es aber gut. Am meisten Spaß macht mir das Praktische“, sagt Katrin Dornauer. Nach dem Abschluss will sie vielleicht Pflegepädagogik in Fürth studieren und könnte dann später selbst als Lehrerin arbeiten.

"Wenn man gern mit Menschen arbeitet, würde ich die Ausbildung empfehlen. In der Praxis hat man zwar manchmal wenig Zeit, aber von den Bewohnern kommt auch viel zurück."

Katrin Dornauer, Auszubildende in der Altenpflege

Pflegefall in der Familie

Ein pflegepädagogisches Studium anhängen will vielleicht auch die 17-jährige Simone Schöll aus dem Hilpoltsteiner Stadtteil Patersholz. Durch einen Pflegefall in der eigenen Familie kam sie in Kontakt mit diesem Arbeitsbereich. „Ich habe viel Zeit mit der Pflege verbracht“ erzählt sie.

"Danach wusste ich, dass ich Altenpflegerin werden will. Bei der Arbeit in der Altenpflege hat man zwar oft wenig Zeit, aber wenn man den Dank der Bewohner spürt, dann vergisst man den Stress."

Simone Schöll, Auszubildende in der Altenpflege

schildert sie ihre Erfahrungen aus dem praktischen Teil ihrer Ausbildung. Simone Schöll schätzt die Lebenserfahrung der alten Menschen, „und sie kennen noch viele Hausmittelchen“.

Wieder auf der Schulbank

Vor vier Jahren kam Krisztina Farago auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben nach Deutschland. In Pleinfeld, wo sie auch wohnt, arbeitete sie im Seniorenhof der Diakonie Neuendettelsau im Bereich Hauswirtschaft. Ihr Chef Anton Lutter ermutigte sie, zwei Probetage in der Pflege zu arbeiten. „Das hat mir gut gefallen“, meint die schlanke blonde Frau. Der Kontakt zur Berufsfachschule in Roth war schnell geknüpft, denn diese Bildungseinrichtung wird ebenfalls von der Diakonie Neuendettelsau getragen. Vor einigen Monaten ist sie mit 29 Jahren wieder Schülerin geworden und hat das erste von drei Ausbildungsjahren begonnen. Die bisherige Bilanz fällt positiv aus: „Meine Klasse ist Spitze“, und das gelte auch für die Lehrer. Krisztina Farago kann sich vorstellen, nach der Ausbildung in Pleinfeld zu bleiben:

"Ich fühle mich wohl hier und ich weiß, dass mein Job einen Sinn hat."

Krisztina Farago, Auszubildende in der Altenpflege

Beruflicher Neuanfang

Die 39-jährige Anna Alarcon Ferrer absolviert den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Caritas-Altenheim St. Willibald in Schwabach. 14 Jahre lang hatte sie im Büro einer Spedition gearbeitet, als die Nachricht kam, dass die Firma schließt. Anna Alarcon Ferrer wollte dann etwas anderes machen. Da sie gern mit Menschen arbeitet, entschied sie sich für die Altenpflegeausbildung, zumal sie privat im Nebenberuf eine ältere Dame pflegt. Dass Anna Alarcon Ferrer in Roth gelandet ist, ist nicht nur dem guten Ruf der Schule zu verdanken: „Die Sekretärin war am Telefon so freundlich“, sagt sei. Nachdem die beiden Kinder er alleinerziehenden Mutter bereits 14 und 18 Jahre alt sind, konnte sie den Neuanfang wagen.

"Wenn man Geduld mitbringt, ist es ein schöner Beruf."

Anna Alarcon Ferrer, Auszubildende in der Altenpflege

Krisensicherer Beruf nicht nur für Frauen

Jährlich beginnen etwa 50 Schülerinnen und Schüler die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft in der Altenpflege oder die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Die Altenpflege ist zwar schon lange kein reiner Frauenberuf mehr, trotzdem lernt oft nur ein Mann in der dreijährigen Ausbildung mit 24 Frauen. In der Helferausbildung liegt die Männerquote mit fünf Teilnehmern dagegen oftmals bei 25 Prozent.

"Die Schüler haben sich für einen krisensicheren Beruf entschieden."

Philipp Böhm, Schulleiter

Er weiß, dass alle Absolventen der letzten Jahre im Arbeitsmarkt ihren Platz gefunden haben und in Zukunft wegen der alternden Gesellschaft sogar noch deutlich mehr Pflegekräfte gebraucht werden. Der Unterricht wird von erfahrenen Lehrkräften im Blocksystem vermittelt. Neben den Wochen der Theorie gehen die Schüler in den praktischen Einsatz in einer stationären Einrichtung wie dem Seniorenhof, ins Krankenhaus oder in den ambulanten Pflegedienst. Die Rother Altenpflegeschule hat dafür 40 Kooperationspartner von privaten Trägern über Diakonie und Caritas bis zur AWO.

Besonders stolz ist Böhm auf die Erfolgsquote der Ausbildung. Im letzten Jahr haben 99 Prozent der Schüler erfolgreich das staatliche Examen absolviert. Gute Aussichten also für Katrin Dornauer und ihre Mitschülerinnen.

-> Zur Berufsfachschule für Altenpflege in Roth

Im Interview:

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