Benjamin Groß, stellvertretender Leiter des Beruflichen Schulzentrums, im Gespräch

Die Diakonie Neuendettelsau bietet zahlreiche Möglichkeiten, im sozialen beziehungsweise im Gesundheitsbereich eine Ausbildung zu absolvieren. Ab dem kommenden Schuljahr startet am Beruflichen Schulzentrum in Neuendettelsau die Ausbildung zum/zur Ergotherapeut/-in. Hierzu haben wir mit Benjamin Groß, stellvertretender Leiter des Beruflichen Schulzentrums, gesprochen.

Ab dem Schuljahr 2018/2019 wird die Ausbildung zum/zur Ergotherapeuten/-in am Beruflichen Schulzentrum Neuendettelsau angeboten. Was genau macht ein/e Ergotherapeut/-in?

Ein Ergotherapeut hilft Menschen mit Beeinträchtigung dabei, Tätigkeiten in ihrem Alltag möglichst selbstständig auszuführen. Dazu zählen beispielsweise Körperhygiene wie Waschen, Anziehen, Haare kämmen, aber auch Freizeitaktivitäten wie kreatives Arbeiten und Sport. Außerdem unterstützen Ergotherapeuten die Menschen auch in ihrem schulischen oder beruflichen Alltag, indem sie zum Beispiel Rollstuhltrainings durchführen oder gemeinsam mit dem Patienten Bewältigungsstrategien erarbeiten.

Was hat die Diakonie Neuendettelsau dazu bewegt, genau diese Ausbildung in ihr Angebot mitaufzunehmen?

Unser Anliegen ist es, hochwertige Ausbildungen in zukunftsfähigen Berufen mit attraktiven Konditionen für Schülerinnen und Schüler zu verbinden. Wir möchten mit innovativen Gesundheits- und Therapieberufen neue Akzente setzen, um dem hohen Fachkräftemangel in der Region und darüber hinaus entgegenzuwirken. Die Ergotherapie mit ihren vielfältigen Einsatzfeldern ist hierfür bestens geeignet.

Welche Voraussetzungen benötigt man für die Ausbildung?

Um den Beruf zu erlernen, benötigst du einen mittleren Schulabschluss, oder einen Hauptschulabschluss mit anschließender zweijähriger Berufsausbildung.

Wie wird die Ausbildung ablaufen? Findet diese ausschließlich im schulischen Umfeld statt?

Ergotherapie ist ein äußerst vielfältiger Beruf, und so ist auch die Ausbildung gestaltet. Du lernst zum einen, mit Menschen aller Altersgruppen umzugehen, zum anderen, die unterschiedlichsten Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel in der Therapie einzusetzen. Allerdings nicht nur im Klassenzimmer: Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr verbringst du etwa die Hälfte der Ausbildungszeit in interessanten Praxisstellen und arbeitest mit ausgebildeten Fachkräften zusammen.

Wie sehen die Perspektiven nach der Ausbildung aus? In welchen Einrichtungen können Ergotherapeuten tätig werden?

Ergotherapie ist ein Beruf mit Zukunft, der Bedarf ist derzeit sehr hoch. Jährlich steigt die Zahl der gemeldeten freien Stellen um etwa 10%, jede dritte Ergotherapie-Praxis sucht länger als drei Monate nach Mitarbeitern.

Als Ergotherapeut/-in arbeitest du beispielsweise in ergotherapeutischen Praxen mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten, in Krankenhäusern und Rehakliniken, sozialen Einrichtungen und Wohnheimen, aber auch in pädagogischen Einrichtungen wie Sonderschulen und Frühförderzentren.

Und wenn du dich weiterqualifizieren möchtest, stehen dir neben vielfältigen Fort- und Weiterbildungen auch Studiengänge an Fachhoch- bzw. Hochschulen offen.

Wer sollte sich für diese Ausbildung Ihrer Meinung nach bewerben? Welche persönlichen Eigenschaften benötigt man für diesen Beruf?

Zunächst einmal solltest du gerne mit Menschen arbeiten, einfühlsam und geduldig sein können. Auch die nötige Prise Kreativität ist von Vorteil, da gestalterische und handwerkliche Fähigkeiten einen großen Teil deiner täglichen Arbeit ausmachen. Richtig bist du auch, wenn ein abwechslungsreicher Alltag wichtig für dich ist.

Bis wann muss man sich spätestens bei Ihnen bewerben?

Wir vergeben die Schulplätze in der Reihenfolge der Bewerbungen. Nach Eingang deiner Unterlagen führen wir mit dir ein persönliches Vorstellungsgespräch. Es lohnt sich also, wenn du dich rechtzeitig nach Erhalt deines Zwischenzeugnisses anmeldest.

Neben der Ergotherapie bieten wir weitere Ausbildungen in Pädagogischen Berufen, Ernährungsberufen und in der Pflege an. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, die Fachhochschulreife an der Laurentius Fachoberschule in den Bereichen Sozialwesen oder Gestaltung zu erlangen oder ein Studium an der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth zu absolvieren.
Für alle, die sich mit der Entscheidung für eine Ausbildung im sozialen Bereich befassen, bieten das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder der Bundesfreiwilligendienst (BFD) die Option zur Berufsorientierung.

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