Den Schulabschluss zwar in der Tasche, aber dann auf einmal ratlos. So geht es vielen Jugendlichen in diesen Tagen. Sie können oder wollen sich einfach nicht gleich auf ein bestimmtes Studium oder eine Berufsausbildung festlegen.
Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) verschafft da erst einmal Luft – und auch Orientierung. Das FSJ heißt in der Diakonie Neuendettelsau „Diakonisches Jahr“. Zwei DJler, die nun dieses Jahr hinter sich haben, berichten über ihre Erfahrungen.

Zwei Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres
Marie und Sebastian haben in Neuendettelsau das FSJ absolviert.


Marie Mattern
Für mich war eigentlich schon klar, dass ich eine Ausbildung in einem sozialen Beruf machen möchte. Aber ich wollte es vorher einfach nochmal testen, ob das wirklich etwas für mich ist. Ich habe mich deshalb für einen Einsatz im Bereich Wohnen der Dienste für Menschen mit Behinderung in Bruckberg entschieden. Auf der Wohngruppe sind fast nur Bewohner mit einer sehr starken Behinderung. Sie brauchen sehr viel Unterstützung und können zum Beispiel auch nicht alleine essen. Ich habe in dem Jahr, das jetzt hinter mir liegt, viel über mich herausgefunden. Das FSJ hat mir viel gegeben. Ich musste ja den Bewohnern zumindest einen Teil ihrer Familie ersetzen, denn sie leben im Heim. Sie brauchen auch neben der umfassenden Unterstützung auch emotionale Zuwendung.

Ich habe gemerkt, dass ich sehr gerne mit Menschen mit einer Behinderung arbeite, deshalb möchte ich das auch zu meinem Beruf machen und Heilerziehungspflegerin werden.

Sebastian Blank
Ich wusste nach der Schule einfach nicht, was ich machen sollte und wollte etwas Zeit gewinnen. Klar war, dass ich eigentlich keinen sozialen Beruf erlernen will, deshalb hab ich mich im FSJ bewusst für eine etwas ungewöhnliche Einsatzstelle entschieden. Ich bin am Laurentius-Gymnasium der Diakonie Neuendettelsau, arbeite im Sekretariat mit und übernehme am Nachmittag die Hausaufgabenbetreuung und andere Jobs für Schüler, die den ganzen Tag in der Schule verbringen. Durch die Büroarbeiten habe ich gemerkt, dass mir ein kaufmännischer Beruf liegt. Das war eine Erfahrung. Aber ich habe viele weitere gemacht. Ich denke, dass ich meine Kommunikationsfähigkeit durch die vielen Kontakte mit Schülern, Eltern und dem Personal an der Schule erheblich verbessern konnte. Ich bin im Umgang mit Menschen viel sicherer geworden. Für mich ist nun klar, dass ich Diplom-Verwaltungswirt werden möchte.


Infos
Im Diakonischen Jahr/Freiwilligen Sozialen Jahr in der Diakonie Neuendettelsau gibt es auch ab Herbst noch freie Plätze. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. FSJler/DJler bekommen pro Monat ein Taschengeld, dazu kommt ein Verpflegungs- und Wohngeld. Weitere Infos unter www.sozial-tut-gut.de.

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