Einführung Frau Füller am 11. November 2018 in St. Laurentius

Predigt: Rektor Dr. Mathias Hartmann zu Lukas 17, 20-24

Liebe Gemeinde!

Mögen Sie Veränderungen? Wie gehen Sie damit um, wenn sich etwas in Ihrem alltäglichen Leben verändert? Sei es im Beruf – eine neue Chefin, ein neuer Kollege im unmittelbaren Arbeitsbereich, sei es im Privaten – ein Umzug in eine andere Wohnung, der Wegzug der Kinder zum Studium, der Wechsel in den Ruhestand. Gehören Sie zu den Menschen, die Routine schätzen und Veränderungen eher ablehnend gegenüberstehen? Oder gehen Sie grundsätzlich begeistert auf Neues zu und werden eher nervös, wenn es keine Veränderungen gibt? Je nachdem, wie veränderungsfreudig Sie grundsätzlich sind, hat jede und jeder von uns seine Strategie zum Umgang mit den Veränderungen, die auf uns alle zukommen.

Im Evangeliumstext, den wir gerade in der Lesung gehört haben, scheinen die Gesprächspartner Jesu eher ungeduldig zu sein. „Wann kommt denn nun das Reich Gottes?“, fragen sie Jesus. Sie scheinen veränderungsbereit zu sein, ja, scheinen die erwartete Veränderung geradezu herbeizusehnen. Das können wir möglicherweise durchaus nachvollziehen, wenn wir ihre Situation bedenken. Die Pharisäer fühlten sich als Angehörige einer religiösen Bewegung im Judentum zur Zeit Jesu durch die Besatzung der Römer stark eingeschränkt und belastet. Ihre Frage nach dem Kommen des Reiches Gottes lässt sich also tatsächlich als ungeduldige Frage nach einer positiven Veränderung der damaligen gesellschaftlichen und politischen Situation durch das Eingreifen Gottes interpretieren. Wann zeigt Gott den Römern endlich einmal, dass er das Sagen hat? Wann bricht die gute Zukunft unter Gottes Herrschaft endlich an? Die Antwort Jesu auf die Frage seiner Gesprächspartner ist allerdings nicht so, wie sie sie erwartet haben. Jesus sagt einerseits: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen. (…) das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Das bedeutet: Die Veränderung, die ihr erwartet, hat schon begonnen, weil Gott euch verändert. Und andererseits sagt er „…wie der Blitz aufblitzt (…) so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.“ Und das heißt mit anderen Worten: Wenn ihr nach Gottes Zukunft mit Euch fragt, dann erwartet das Unerwartbare!

Spannende Antworten! Was könnten diese Antworten Jesu für uns heute bedeuten? Welche Impulse könnten Sie uns für unseren Umgang mit Veränderungen geben?

Ausgehend von den Antworten Jesu formuliere ich zwei Gedanken:

Erstens: Wir können Teil der veränderten Zukunft sein. - Was meine ich damit? Jesu Worte „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen. (…) das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ könnten für uns bedeuten, dass die Veränderung bei uns selbst beginnt und wir damit zu einem Teil der veränderten Zukunft werden, wenn wir offen sind für Gottes Zukunft.

Wie stelle ich mir das vor? Nun, viele Menschen, die sich nach Veränderungen sehnen, erwarten diese Veränderung von anderen Menschen wie von der neu gewählten Regierung, von den Parteien, den Kirchen, den Verbänden, der Wirtschaft. Die haben doch die Macht, Veränderungen zu erreichen, oder etwa nicht? Und dabei wird oft vergessen, dass wesentliche Veränderungen nicht nur außerhalb von uns passieren, sondern dass sie bei und mit uns beginnen.

Jesus macht deutlich: Gott will unsere Welt zum Positiven verändern. Und er beginnt damit, dass er uns verändert. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch!“ bedeutet: Wartet nicht auf andere! Lasst Euch selbst von Gott verändern, dann verändert sich die Welt.

Und der zweite Gedanke: Erwartet das Unerwartbare! - Das bedeutet für mich: Die Zukunft mit Gott zu gestalten, heißt, sich auf Überraschendes gefasst zu machen. „Wie der Blitz…“, so beschreibt Jesus das Kommen der zukünftigen Herrschaft Gottes. So unerwartet, so überraschend wie ein Blitz, der den Himmel komplett erhellt, so ist das, was uns begegnet, wenn wir mit Gott die Zukunft gestalten. Dabei ist der Blitz in diesem Vergleich nicht negativ oder gar bedrohlich gemeint. Nein, der Blitz macht den Himmel hell, er leuchtet und bringt Licht. Aber er kommt komplett überraschend und ist nicht im Voraus zu berechnen.

Wenn wir die Zukunft mit Gott gestalten, dann müssen wir uns von der Illusion verabschieden, einen genauen Fahrplan zu haben und genau zu wissen, was auf uns zukommt. Das sollte uns nicht daran hindern, zu planen und Ziele anzusteuern. Doch wir dürfen darauf gefasst sein, dass die Impulse, die Gott für uns bereithält, eben gerade nicht planbar sind. Und manchmal lenken sie uns auch in eine komplett andere Richtung. Das gehört dazu, wenn wir mit Gott die Zukunft gestalten, und braucht uns nicht zu verunsichern.

Eine Person, die heute in diesem Gottesdienst im Fokus steht, wird seit einem guten Jahr in der Diakonie Neuendettelsau besonders mit „Veränderung“ in Verbindung gebracht. Sie, liebe Frau Füller, sind seit dem 1. Juli 2017 als Geschäftsführende Leitung im Bereich Dienste für Senioren tätig und haben eine herausfordernde Führungsaufgabe übernommen, mit der die Gestaltung einer ganzen Reihe von Veränderungen verbunden ist. Ich möchte Sie den Anwesenden gerne noch einmal kurz mit ihrem beruflichen Werdegang vorstellen.

Manuela Füller wurde 1964 in Marktbreit geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Estenfeld im Ortsteil Mühlhausen. Am Anfang ihres Berufslebens hat sie Gesundheits- und Krankenpflegerin gelernt und war einige Jahre an der Uniklinik Würzburg als Krankenschwester und später auch als Abteilungsleitung tätig. Sie sammelte Erfahrung in der Seniorenpflege und wurde Wohnbereichsleitung und stellvertretende Pflegedienstleitung am Kreisseniorenzentrum in Würzburg. Bei der Firma Standard Systeme/Pflegedokumentation arbeitete sie als Fachberaterin, später als Dozentin und schließlich als Regionalleitung Süd mit Außendienstverantwortung. Parallel hierzu wurde Frau Füller freiberuflich tätig. Sie verfasste als Autorin für die Hamburger Fern-Hochschule Studienbriefe für Weiterbildungen und Studiengänge. 2004 wechselte Frau Füller als Teamkoordinatorin zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Bayern. 2007 ging Frau Füller als Teamleitung zur LEOS GmbH, bis sie 2014 als Abteilungsleitung Qualitätsmanagement für 71 Einrichtungen der CASA REHA zuständig wurde und so zwei Jahre später in das Management-Team der KORIAN Group Deutschland mit insgesamt 210 Einrichtungen kam.

Frau Füller verfügt durch diesen vielfältigen beruflichen Werdegang über eine Fülle an Berufserfahrung in den verschiedensten Bereichen und Führungsebenen, und wir freuen uns sehr, dass wir sie zum 1. Juli 2017 als Geschäftsführende Leiterin im Bereich Dienste für Senioren für die Diakonie Neuendettelsau gewinnen konnten. Ihr kontinuierlicher Drang, sich selbst und ihren Arbeitsbereich weiterzuentwickeln, ist für uns ein großer Gewinn. Durch ihre positive Ausstrahlung und ihr sonniges Gemüt ist sie eine gute Chefin für ihre Mitarbeitenden und die Leitenden in ihrem Verantwortungsbereich, weil die Zusammenarbeit mit ihr einfach Spaß macht. Als echte Powerfrau packt sie die anstehenden Herausforderungen direkt an – und es sind davon eine ganze Menge in ihrem Verantwortungsbereich! Durch die sich kontinuierlich weiterentwickelnden Rahmenbedingungen und durch besondere Entwicklungen in der Vergangenheit ist aktuell eine ganze Menge an Veränderungen in dem Bereich Dienste für Senioren nötig. Sie, liebe Frau Füller, packen mutig zu, bringen viel Energie und Engagement ein und haben in dem guten Jahr, in dem Sie bei uns sind, mit viel Fachkompetenz, hoher Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit und sehr guter Kommunikation schon wesentliche Schritte getan und bereits erste wesentliche Ziele erreicht.

Sie, liebe Frau Füller, sind ein gutes Beispiel dafür, wie wir Zukunft gestalten können, indem wir selbst Teil der Veränderung werden. Sie sind – wenn ich das so sagen darf – mit Leib und Seele Pflegemanagerin und Führungskraft in der Diakonie Neuendettelsau. Sie geben sich direkt hinein in Ihren Arbeitsbereich und gestalten Ihr Umfeld auch durch Ihre überzeugende Persönlichkeit mit, arbeiten aber immer auch mit den Experten und Führungskräften vor Ort zusammen, um die Veränderung möglichst effektiv und passgenau zu gestalten. Und Sie sind, so habe ich das zumindest bisher erfahren, stets offen für das, was an „Unerwartbarem“ noch auf Sie und uns zukommt. Und ich kann Ihnen versprechen: Es wir diesbezüglich auch in den nächsten Jahren spannend bleiben!

Ich wünsche Ihnen noch viel Freude dabei, den Bereich Dienste für Senioren der Diakonie Neuendettelsau zu gestalten, viel Kraft für Ihre anspruchsvolle Führungsaufgabe und die Erfahrung, dass Gott Sie in allen Veränderungen begleitet – indem er Ihnen ermöglicht, Teil der veränderten Zukunft zu sein und Ihnen immer wieder unerwartet spannende neue Perspektiven schenkt. In diesem Sinn werden wir Sie nun offiziell in Ihr Amt einführen und für Ihren Dienst segnen. Amen.

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