Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) in Bruckberg beschäftigt über 260 Mitarbeitende in den Bereichen der industriellen Fertigung, Dienstleistung und Eigenfertigung. Ein Klassiker unter den eigens hergestellten Artikeln ist der Korbpuppenwagen, der in Bruckberg in liebevoller Detailarbeit produziert wird. Ein besonderes Geschick braucht es für den Korb, das Herzstück des Wagens.


„Zehn Minuten brauche ich für den Korb!“, scherzt der junge Mann der Bruckberger Korbflechterei. Tatsächlich wäre das – selbst für einen erfahrenen Flechter – nicht zu bewältigen. Manch einer schafft bis zu fünf Körbe am Tag. Andere Beschäftigte, die beispielsweise weniger Sitzfleisch haben oder lebhafter sind, flechten deutlich länger.


Hoher Anspruch an Qualität

Wer wieviel arbeitet ist nicht ausschlaggebend. Die Gruppenleiter achten in erster Linie auf das Wohl der Angestellten. Sie zu fördern ist ein wichtiges Ziel; ebenso wie eine einwandfreie Qualität. „Permanente Qualitätskontrollen sind unerlässlich und trotzdem arbeiten die Flechter weitgehend selbstständig“, erklärt Gruppenleiter und Korbflechtmeister Thomas Heinrich und betont, dass die WfbM einwandfreie und marktübliche Qualität liefert. Großkunden, Endverbraucher oder kleinere Fachhändler, viele von ihnen langjährige Kunden, schätzen die hochwertigen Produkte. Abgesehen davon erhebt Thomas Heinrich einen hohen Anspruch an sich selbst. Nach über 40 Jahren in seinem Beruf erkennt er einen Fehler praktisch im Vorbeigehen. Und auch die Sorgfalt, mit der die Bruckberger Flechtkünstler ihre Werke vollenden, ist nicht zu unterschätzen.


Jeder Korb ist ein Unikat

Trotz Serienqualität ist jeder Korb einzigartig. Die angelernten Werkstattmitarbeiter sind nicht nur Flechter, sondern auch Künstler. So hat jeder von ihnen eine eigene „Handschrift“, die Korbflechtmeister Heinrich und seine Kollegen mit sicherem Blick zuordnen können. Für einen Laien sind Unterschiede in den Geflechten kaum zu erkennen. Die Einzigartigkeit und die verarbeiteten Naturmaterialien zeichnen einen Korb, wie er auf traditionelle Weise in Bruckberg hergestellt wird, schließlich aus. „Wichtig ist, dass es innerhalb eines Korbes keine auffälligen Unterschiede gibt und wir gleichbleibende Qualität liefern können“, fügt Abteilungsleiter Tomas Scheuber hinzu.


Korbflechten als therapeutische Maßnahme

Dass die Korbflechterei in Bruckberg mit aktuell 15 Beschäftigten nicht nur bestehen bleiben, sondern gerne wachsen soll, ist auch dem vielseitigen Angebot der WfbM geschuldet. Je nach kognitiven Fähigkeiten und körperlichen Fertigkeiten, haben die Werkstattbeschäftigten eine Auswahl an unterschiedlichen Tätigkeiten. Wer beispielsweise Gefallen am Flechten findet, kann sich dabei einer ausgleichenden Tätigkeit hingeben. Durch eine nachgewiesen positive Wirkung des Korbflechtens auf Menschen mit und ohne Behinderung, ist das Flechthandwerk mittlerweile ein fester Bestandteil ergotherapeutischer Maßnahmen. Auch die Tatsache, am Ende des Tages ein fertiges Produkt in der Hand halten zu können, ist für viele Flechter eine große Motivation, beobachtet Korbmacher Thomas Heinrich. Nicht zuletzt ein Grund, warum in Bruckberg Beschäftigte bereits mehrere Jahrzehnte der Korbflechterei treu bleiben und zu echten Profis ihres Handwerks geworden sind.


Neugierig geworden?

Die handgefertigten Korbwaren und weitere schöne Produkte aus der Werkstatt und aus anderen regionalen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gibt es im Bruckberger Werkstattladen zum Anfassen und Mitnehmen. Ein Besuch im neu gestalteten Geschäft lohnt sich.


Kontakt
Werkstattladen Bruckberg
An der Steinleiten 7
91590 Bruckberg
Telefon: 09824 58-675
Fax: 09824 58-671
E-Mail: Eigenfertigung.Bruckberg@DiakonieNeuendettelsau.de

Öffnungszeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag von 9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 16:30 Uhr
Mittwoch von 9:00 bis 16:30 Uhr
Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr

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