„Marie schau mal, ich tauch!“ ruft Lukas seiner Schwester zu. Und Lukas kann gut tauchen, das wird er gleich beweisen. Gemeinsames Schwimmen von Kindern mit und ohne Behinderung ermöglicht die Diakonie Neuendettelsau im Wohnen Neuendettelsau. Spaß und Lernen liegen eng zusammen – Wasser bietet viele Möglichkeiten, etwas gemeinsam zu tun.

„Tauchen ist für die Kinder der erste große Schritt zur selbstständigen Bewegung im Wasser und somit für die kleinen Schwimmer ein wichtiges Ziel“, meint dazu Übungsleiterin Angela Maußer. Sie betreut diese inklusive Schwimmgruppe zusammen mit Martina Kottek bereits seit 2013.

Entstanden ist das Angebot durch die Elterninitiative „Kinder mit Down Syndrom“ in Zusammenarbeit mit der Diakonie Neuendettelsau. Einige der Eltern traten an Angela Maußer heran, da sie als Heilerziehungspflegerin und Inhaberin des Trainer C-Scheins die Voraussetzungen für das Schwimmangebot für Kinder mit Down Syndrom erfüllte.

Aus zum Teil ängstlichen Kindern haben sich Wasserratten entwickelt. Alle tauchen mit Begeisterung und können mittlerweile einige Schwimmzüge, um sich über Wasser zu halten. Kinder, die beeinträchtigt sind, brauchen dafür mehr Zeit als Kinder ohne diese Einschränkungen. In jeder Schwimmeinheit haben sie die Möglichkeit, ihren Schwimmstil individuell zu entwickeln, ihre Vorlieben „heraus zu schwimmen“ - die Zeit, die sie dafür brauchen, spielt dabei keine Rolle.

"Von Beginn an, war es mir wichtig, allen Kindern die Freude am Wasser zu vermitteln."

Angela Maußer, Sportbeauftragte

Angela Maußer gibt einen Einblick in die vielfältigen Methoden, die sie sich dafür einfallen ließ. Eimer mit Löchern im Boden, die man als Dusche benutzen kann, kamen ebenso zum Einsatz wie Flaschenkorken oder ein Bergseil. Übungen, bei denen die Kinder nicht merken, dass sie üben – sondern Freude im Wasser haben. Verschiedenste Spiele - eingebunden in Koordinations- und Gleichgewichtsübungen, Wassergewöhnung und zum Tauchen. Alle Eigenschaften des Wassers, wie Druck, Auftrieb und Widerstand werden dabei erfahren. Somit bietet Wasser eine Fülle an Reizen und fördert die sensomotorische Entwicklung, die den Kindern auch im Alltag zu Gute kommt.

Marie übt dabei wie ihr Bruder Lukas, der mit dem Down Syndrom zur Welt kam, in der Gruppe mit. Gemeinsam haben sie Spaß und Lukas beobachtet sehr genau, was Marie von den Anweisungen der Schwimmtrainerin umsetzt. Kinder lernen von Kindern, der gegenseitige Ansporn ist die beste Lernhilfe. Die Eltern sind sich sicher, ihre Kinder haben an Lebensqualität gewonnen und werden weiterhin mit Begeisterung am Element Wasser in die Schwimmstunden gehen.

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