Das Fortbildungsprogramm für Menschen mit Behinderungen der DiaLog Akademie Neuendettelsau nach dem Bundesteilhabegesetz


Seit 2018 bietet die DiaLog Akademie auch Fortbildungen für Menschen mit Behinderungen nach dem Bundesteilhabegesetz an. Im Fortbildungsheft finden sich zahlreiche Angebote für Bewohner-Vertretungen, Werkstatt-Räte und Frauen-Beauftragte. Letztere wurden vor eineinhalb Jahren in den Werkstätten nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zum ersten Mal gewählt. Die Mitarbeiterinnen in der DiaLog Akademie haben ein umfangreiches und interessantes Programm zusammengestellt, das in den kommenden Jahren weiter ergänzt werden wird. Vorschläge sind gerne willkommen.


Bisher finden sich verschiedene Fachtage und Seminare, die dem gegenseitigen Kennenlernen und der Vernetzung, aber natürlich auch der Vermittlung der notwendigen Grundlagen zur Ausübung des Amtes dienen, in dem Fortbildungsheft in leichter Sprache wieder. Aber auch ganz praktische Seminare zu Themen „Gespräche gut führen“, „Eine Rede halten“ oder „Umgang mit dem Computer“ wurden ins Programm aufgenommen und treffen auf eine große Nachfrage. Der Gedanke dahinter ist, dass sich Menschen mit Behinderungen gegenseitig in ihrer Arbeit in einer Art kollegialer Beratung unterstützen, und zeitgleich mit dem notwendigen fachlichen Input durch erfahrene Dozenten geschult werden.

Susanne Engelhardt
Susanne Engelhardt, Dozentin an der DiaLog Akademie, organisierte den ersten Fachtag für Frauen-Beauftragte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Susanne Engelhardt, Dozentin an der DiaLog Akademie von Diakoneo, berichtet vom ersten Fachtag für Frauen-Beauftragte, den „Tag der Ideen“, der am 8. April 2019 in Neuendettelsau stattfand. Teilgenommen haben rund 40 Frauen-Beauftragte aus 14 verschiedenen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen aus ganz Bayern. Inhaltlich ging es um Fragen wie „Was genau können wir in unserer Werkstatt tun?“, „Wie arbeiten Frauen-Beauftragte?“und „Wie können wir Netzwerke knüpfen?“.

Der Tag begann mit einem Imbiss im Kapitelsaal in Neuendettelsau. Gelegenheit für die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich kennen zulernen. Für manche war es ein Wiedersehen, weil sie sich im vergangenen Jahr schon bei einer Fortbildung in der DiaLog Akademie gesehen hatten. Auch für die externen Teilnehmerinnen war es eine wunderbare Gelegenheit, zwanglos mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Kontakt zu kommen. Nach der Begrüßung durch Frau Barbara Günther von den Diensten für Menschen mit Behinderung von Diakoneo erfolgte ein Rückblick auf die ersten eineinhalb Jahre, die die Frauen-Beauftragten in ihrem Amt. Unter dem Motto „Das haben wir geschafft“ präsentierten sie sich mit ihrem jeweiligen Ortsschild und stellten die vergangene Arbeit vor: So konnten in den Werkstätten Briefkästen installiert werden, in die Anliegen eingeworfen werden können, oder spezielle Sprechstunden für die Frauen in den Werkstätten. Auf diese Weise entstand ein bunter Strauß und auch das gemeinsames Bewusstsein „Wir schreiben Geschichte“.

Nach einer Kaffeepause wurden Ideen im Hinblick auf die weitere Ausgestaltung des Amtes zusammengetragen. Am des Austausches im Plenum standen viele kreative Ideen, die die Frauen-Beauftrage künftig im Alltag umsetzen können. 

Arbeit in Werkstatt für Menschen mit Behinderung
Die Teilhabe am Arbeitsleben ist ein wichtiger Aspekt für Menschen mit Behinderung. Frauenbeauftragte in einer Werkstatt tragen dazu bei, die dort arbeitenden Frauen zu vertreten und ihre Anliegen und Wünsche zu vertreten. © Salomon

Das Themenspektrum war weit gefächert. Es ging es um „Frauen und Politik“, „Frauen und Technik“, „Frauen und Kirche“, „Frauen und Karriere“ sowie „Frauen und Sprache“. Immer auch mit den Blick auf die Frage, wie die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt gestellt werden können. Ein zentraler Kritikpunkt: Nach wie vor bieten viele Internetangebote ihre Informationen nicht auch in leichter Sprache an und viele Informationen sind nicht Nicht-Sprechende zugänglich gemacht.


Ein Diskussionsthema war auch die Chance auf einen Außenarbeitsplatz, den sich viele Mitarbeitende in den Werkstätten wünschen – ist damit doch meist ein höherer Verdienst und größere Anerkennung verbunden.


In einem Impulsreferat von Herrn Fack vom Diakonischen Werk Bayern wurde der Netzwerkgedanke durch das Aufzeigen von einrichtungsinternen Netzwerken und Hilfsmöglichkeiten aufgegriffen und die Auseinandersetzung mit politischen Themen angestoßen. Frauen-Beauftragte müssen schließlich nicht alles allein leisten und organisieren, sondern können sich Hilfe holen.


Den Abschluss des Tages bildete eine gemeinsame Aktion: die Teilnehmerinnen legten mit ihren eingangs beschrifteten Ortsschildern eine lebendige Landkarte und positionierten sich im Raum. So konnten sich die jeweils direkten Nachbarn sichtbar machen und neue Kontakt knüpfen. Auch zu Trägern, die geografisch weit näher liegen, als die nächste Werkstatt des eigenen Trägers oder von Diakoneo.

Auf diese Weise wurde der Tag zu einer Stärkung für die Teilnehmerinnen und führte zu dem Bewusstsein von offizieller Seite aus gesehen und ernst genommen zu werden.

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Im Zeitraum ihrer Amtszeit haben Werkstatt-Räte und Frauen-Beauftragte in diakonischen Einrichtungen das Recht während ihrer Dienstzeit an Fortbildungen teilzunehmen. Dafür stehen ihnen 15 Tage jährlich zur Verfügung, sind sie neu im Amt sind es 20 Tage. Für die Bewohner-Vertretungen gibt es diesbezüglich keine gesetzliche Regelung; sie müssen die geplanten Fortbildungen mit ihren Einrichtungsleitungen abstimmen.

Die Kosten für die Weiterbildungen übernimmt die jeweilige Einrichtung.

Das Angebot der DiaLog Akademie richtet auch an Interessenten außerhalb von Diakoneo, also an Werkstatt-Räte, Bewohner-Vertretungen (Heim-Beiräte) und Frauen-Beauftragte aller Träger.

Hier geht es zum Programm-Heft 2019.


Kontakt:

Susanne Engelhardt
Dialog Akademie
Telefon 09874 82675
E-Mail: susanne.engelhardt@diakoneo.de


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