Mehr als ein Lächeln

Fotoausstellung informiert über Kinder mit Down-Syndrom

Wie leben Menschen mit Down-Syndrom? Wie leben wir mit ihnen? Unter dem Motto „Wir schenken Ihnen ein Lächeln“ beleuchtet eine Fotoausstellung in der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik dieses Thema. Bis zum 3. August 2018 bieten die Bilder nicht nur einen Einblick in den Alltag der Menschen mit Down-Syndrom, sondern bilden auch die Grundlage, sich mit dem Down-Syndrom auseinanderzusetzen.

Hier eine kleine Auswahl der Bilder (zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild):


Rund 50.000 Menschen mit dem Down-Syndrom leben in Deutschland. Medizinisch betrachtet, verfügen sie über ein extra Chromosom, denn das 21. Chromosom – oder Teile davon – kommen in dreifacher statt der üblichen doppelten Ausführung vor. Daher spricht man auch von Trisomie 21.

Claudia Buck, Mitinitiatorin der Ausstellung, hat uns einige Fragen zu dem Foto-Projekt beantwortet. Sie berichtet über Herausforderungen im Alltag, das Gefühl der Bereicherung für sich und andere sowie Chancen, die sich aus einer erfolgreichen Inklusion ergeben.

Wer steckt hinter der Ausstellung „Wir schenken Ihnen ein Lächeln“?

Wir sind eine Elterngruppe aus dem Landkreis Ansbach mit Down-Syndrom-Kindern. Aktuell sind bei uns etwa 22 Familien aktiv. Entstanden ist das Ganze vor 12 Jahren, mehr oder weniger aus der Initiative der Frühförderstelle Neuendettelsau. Da es viele Kinder mit Down-Syndrom gab, die im Rahmen der Frühförderung betreut wurden, entstand die Idee, diese Familien zusammenzubringen.

Schnell hat sich eine Eigendynamik entwickelt. Zu unseren Aktivitäten gehören eine Reihe von Veranstaltungen – zum Beispiel ein gemeinsames Sommerfest oder eine Weihnachtsfeier. Etwa dreimal im Jahr treffen wir uns zum Erfahrungs- und Informationsaustausch bei einem Elternstammtisch.

Wie kam die Ausstellung zustande?

Nachdem sich so viele Familien in der Gruppe zusammengefunden haben und wir auch immer weiter wachsen, ist der Wunsch entstanden, zu zeigen, was wir an unseren Kindern haben. Unsere Kinder können so viel geben... nicht nur ein Lächeln. Da uns als Elterngruppe das Thema Inklusion sehr am Herzen liegt, ist es uns ein Anliegen, die Öffentlichkeit auf uns und unsere Aktivitäten aufmerksam zu machen. Mit den Bildern ist uns das bisher sehr gut gelungen.

Was möchte die Ausstellung aussagen?

In erster Linie sollen Hemmschwellen abgebaut werden – wir möchten darüber informieren: Was ist das Down-Syndrom? Mit den Bildern zeigen wir hautnah, wie liebens- und lebenswert ein Leben mit einem behinderten Kind sein kann. Damit verdeutlichen wir zudem, dass unsere Kinder ganz viel zu geben haben und auch glücklich sind – trotz ihrer Behinderung. Wir möchten die Gesellschaft aufrütteln und fordern: Lasst uns teilhaben!

Wie kann man sich das Leben mit Kindern mit Down-Syndrom vorstellen?

Im Großen und Ganzen sieht der Alltag wie mit jedem anderen Kind auch aus. Es kann einige gesundheitliche Beeinträchtigungen geben. So kommen viele Kinder mit Down-Syndrom mit einem Herzfehler zur Welt. Dieser lässt sich oft schon im Mutterleib oder unmittelbar nach der Geburt operieren. Die Behandlung war nicht immer selbstverständlich, das ist aber mittlerweile kein Thema mehr.

Die ersten Jahre sind aufgrund der Entwicklungsverzögerung oft von Therapien – zum Beispiel Sprach-, Ergo- oder Physiotherapien – geprägt. Aber fast alle Kinder mit Down-Syndrom gehen in einen normalen Regelkindergarten. Die schulische Inklusion variiert von Bundesland zu Bundesland. In Bayern ist es aufgrund des sehr differenzierten Sonderschulnetzes eher schwierig. Allerdings besuchen auch einige Kinder aus unserer Elterngruppe – unter anderem auch meine Tochter – eine Regelschule mit Schulbegleitung. Es gibt tatsächlich auch schon einige Teenager und junge Erwachsene mit Down-Syndrom, die am ersten Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz bekommen. Aber hier brauchen wir noch viel mehr Aufklärung und Anstrengungen, um die Inklusion weiter voranzubringen.

Was wünschen Sie sich von der Gesellschaft mit Blick auf Kinder mit Down-Syndrom?

Akzeptanz! Und die Erkenntnis, dass Kinder mit Down-Syndrom auch für unsere Leistungsgesellschaft etwas zu geben haben. Darüber hinaus wünschen wir uns, dass unsere Kinder eine faire Chance bekommen, um zeigen zu können, wo ihre Kompetenzen liegen und auch die Möglichkeit zur Teilhabe an der Gesellschaft erhalten.

Die Bilder werden noch bis zum 3. August 2018 im Kunstraum (Ebene 01) der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik gezeigt. Die Ausstellung hat täglich von 8:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Kompetente Informationen rund um die Entwicklung und die Förderung von Kindern mit einer Behinderung bekommen Sie im Heilpädagogischen Kinderzentrum der Diakonie Neuendettelsau: Kontakt

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