Sprachförderung bei Kindern
Vorlesen und Bilderbücher betrachten leisten einen wichtigen Beitrag zur sprachlichen Entwicklung von Kindern.

Ganz natürlich im Alltag
Sprachliche Bildung kann auch bei ganz kleinen Kindern auf ganz natürliche Weise stattfinden. Wichtig ist, dass ich mich dem Kind aufmerksam zuwende, denn das Problem ist, dass Eltern heute oft auf ganz andere Dinge konzentriert sind, z. B. auf ihr Handy oder nebenbei auch Fernsehen. Gute Sprachförderung funktioniert nur, wenn die Mutter oder der Vater möglichst viel mit dem Kind sprechen. Sprachförderung kann gut in den ganz normalen Alltag integriert werden, zum Beispiel während der Mahlzeiten, während dem Wickeln, beim Spielen im Sandkasten usw. Das geht eigentlich ganz einfach, in dem die Eltern über all das reden, was sie gerade tun. „Wir ziehen jetzt erst einmal die Strümpfe an und dann die Hose.“ „Da ist ein Klettverschluss an den Schuhen, den kannst Du doch schon alleine zu machen.“ „Die Mama muss jetzt noch eine Einkaufstasche und den Geldbeutel holen, dann gehen wir zum Einkaufen.“ Das Kind muss sich dabei angenommen fühlen und muss merken, dass ich wirklich „beim Kind“ bin. So erfahre ich auch, welche Vorlieben und Interessen mein Kind hat und kann gezielt darauf eingehen.


Bilderbücher anschauen – aber welche?
Eine wunderbare Möglichkeit, sich dem Kind ganz zu widmen und es dabei sprachlich zu fördern, ist das Anschauen von Bilderbüchern. Selbst die Kleinsten schauen schon interessiert in ein Bilderbuch. Ein Leuchten geht über ihr Gesicht, wenn sie bekannte Dinge erkennen, wie z. B. eine Banane, ein Fläschchen, einen Ball oder ein Auto. Besonders nachhaltig prägen sich dem Kind neue Begriffe ein, indem so viele Sinne wie möglich angesprochen werden. Eine Banane kann in die Hand genommen werden. Das Kind kann sie sehen, riechen, fühlen, schmecken.
Bei den Büchern ist es wichtig, dass die Bilder klar sind und die Gegenstände z. B. einzeln abgebildet sind. Auch die Kleinsten können dann viele Gegenstände auf Anhieb erkennen und benennen. Der Sprachschatz kann so auf spielerische Weise gefestigt und immer mehr erweitert werden. Baustellen, Bauernhof, Feuerwehr sind zum Beispiel bei Krippenkindern Themen, über die gesprochen werden können. Die Kinder beschreiben, wenn sie durch Fragen ermuntert werden, schnell, was sie sehen.

Bilderbücher mit Geschichten und Lexika
Für Kinder im Kindergartenalter werden die Geschichten in den Bilderbüchern intensiver und umfangreicher. Wimmelbücher wecken großes Interesse und jedes Kind will etwas suchen, finden und erzählen. Neben den Themen aus dem Alltag finden Kinder zunehmend auch Lexika sehr spannend. Ein von vielen Kindern geliebtes und geschätztes Lexikon ist das „Herder Bilderlexikon“. Auf jeder Doppelseite gibt es Spannendes, Neues vom Planeten, Vulkane, die Uhrzeit, es wird über diverse Erfindungen berichtet oder über die Entwicklung der Eisenbahn und der Autos. Viele Tiere und die Pflanzenwelt sind dargestellt.

Vorlesen und wie?
Auch das Vorlesen hat einen hohen Stellenwert. Man sollte jederzeit innehalten, wenn das Kind Fragen oder Anmerkungen hat und darauf eingehen. Meist kuscheln sich die Kinder – vor allem die Kleinen – gerne an und erfahren so Körperkontakt und fühlen sich geborgen. Auch hier ist es wichtig, dass die Mutter oder der Vater beim Vorlesen richtig „dabei“ ist. Die Kinder merken sofort, ob jemand mit der Geschichte mitfiebert oder den Text nur herunterleiert.
Mit dem Anschauen der Bücher entdecken die Kinder auch die Buchstaben und werden neugierig auf die Schrift und auf das Schreiben. Das Fundament für Lesen und Schreiben lernen.

-> Mehr Informationen über die Sprach-Kita Marterlach in Nürnberg


Diesen Artikel teilen

Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Kinder
27. Oktober 2017

Wie sieht ein Tag in der integrativen Kinderkrippe "Karwendelstrolche" in Nürnberg Langwasser aus? Krippenkind Lukas erzählt.

25. Februar 2018

Die Kindergartenzeit geht zu Ende und alle Eltern bewegt die gleiche Frage: Ist mein Kind gut auf die Schule vorbereitet?

13. November 2017

Die Kinder im "Haus für Kinder" der Diakonie Neuendettelsau in Nürnberg lernen die Bibel spielerisch kennen und zwar anhand eines 150 Jahre alten Exemplares.

30. August 2017

Fünf Tipps für die Eingewöhnungszeit nach dem "Berliner Modell"

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 (0) 180 28 23 456 (6 Cent pro Gespräch)