Pastoralreferent Georg Jakobsche besuchte die Kinder der KiTa „Haus für Kinder“ mit einer Bilderbibel

Nürnberg – Die Bibel verstehen, ohne lesen zu können: Pastoralreferent Georg Jakobsche brachte den Kindern der KiTa „Haus für Kinder“ der Diakonie Neuendettelsau die Geschichten von Jesus anhand einer 150 Jahre alten Bilderbibel näher.

Neugierig sitzen die Kinder der Kindertagesstätte „Haus für Kinder“ im Nürnberger Stadtteil St. Johannis auf ihren kleinen Holzstühlen. Mitten unter ihnen sitzt auch Georg Jakobsche, Pastoralreferent der Diakonie Neuendettelsau. Auf seiner Stirn sitzt eine weiße Brille und in seinen Händen hält er eine große Bibel mit braun-goldenem Einband, der man ansehen kann, dass sie schon sehr alt sein muss. „Um genau zu sein, wurde die in Leipzig gedruckte Bibel vor über 150 Jahre Jahren von Robert Hager in Buffalo, New York, verkauft“, erklärt er den Kindern. Damals sahen die meisten Bücher noch so aus, wie die Bibel aus dem Archiv der Diakonie Neuendettelsau. Jakobsche steht auf und stellt sich mit dem großen Buch in die Mitte des Stuhlkreises. „Möchten einige von euch testen, wie schwer diese Bibel ist?“, fragt er in die Runde und sofort heben die Kinder aufgeregt ihre Arme. Jakobsche deutet auf ein kleines Mädchen, das sogleich von ihrem Stuhl springt und mit beiden Händen versucht, die Bibel zu tragen. Erstaunt kichernd stellt sie fest, dass das gar nicht so einfach ist. „Ja, diese Bibel wiegt deutlich mehr, als die Bibeln, die ihr kennt“, weiß Jakobsche. Aber das ist nicht der Grund für seinen Besuch in der KiTa. Wie auf der Rückseite der Bibel eingraviert ist, wurde die Bibel der Diakonisse Luise Adelberg gewidmet, die sie 1870 von Amerika nach Neuendettelsau brachte. „Wir vermuten, dass Schwester Adelberg in eine amerikanische Einrichtung entsandt wurde und diese Bibel als Abschiedsgeschenk erhalten hat“, sagt Jakobsche. Das Besondere an der Bibel sind die vielen großen Bilder, die die Geschichten des Neuen Testaments durch eindrucksvolle Holzstiche darstelle.

Bilderbibel Kita Nürnberg
Ganz schön schwer! Erzieherin Oksana Rothenaicher half den Kindern dabei, die 150 Jahre alte Bibel einmal hochzuheben. © Foto: Amanda Müller


Im Rahmen des Reformationsjubiläums hat Erzieherin Oksana Rothenaicher den Kindern einige Tage zuvor den Film über Martin Luther gezeigt, der die Bibel vom Lateinischen ins Deutsche übersetzte, damit alle Menschen sie lesen konnten. Da auch viele der Kleinen noch nicht so gut lesen können, ist die Bibel für sie genauso wenig verständlich wie die lateinische Schrift damals für die Mehrheit der Bürger. „Damit ihr die Geschichten der Bibel auch verstehen könnt, gibt es Bilderbibeln wie diese hier“, erklärt Jakobsche den Kindern, schlägt das antike Buch auf und hält es für alle sichtbar in die Luft. Die Zeichnung zeigt die Geschichte der Sturmstillung, bei der sich Jesus mit seinen Jüngern im Boot befindet und einen gewaltigen Sturm beschwichtigt. Gemeinsam mit den Kindern wird die Geschichte von der Sturmstillung erschlossen und über eigene Ängste und Möglichkeiten zu deren Überwindung gesprochen. Jakobsche lässt jedes Kind einen Blick über die Bilder werfen und meint, dass es keine gemeinsame Sprache brauche, um die Botschaft Jesu zu verstehen. Das verdeutlicht auch Rothenaicher und trägt den Kindern das „Vater Unser“ in ihrer ukrainischen Muttersprache vor. „Egal wo wir leben, wir sind alle Menschen und alle Christen und jeder kennt das Gebet, das ist schön“, sagt sie.
Zum Schluss bedanken sich die Kinder bei Pastoralreferent Jakobsche und zeigen ihm, dass sie das „Vater Unser“ auch durch Zeichensprache zum Ausdruck bringen können.

-> Mehr Informationen über das Haus für Kinder in Nürnberg-St. Johannis

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