Herz außer Takt

So groß wie eine Faust und lebensnotwendig – das ist unser Herz. Jeder der ungefähr 100.000 Herzschläge pro Tag sorgt dafür, dass unser Körper mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen über den Blutkreislauf versorgt wird. Wenn der Hohlmuskel nicht mehr richtig arbeitet, hat das weitreichende Folgen für unseren Körper. Daher ist es wichtig, bei Herzerkrankungen – egal ob angeboren oder erworben – zu handeln.

Ein Herzleiden, das häufig auftrifft und viele Fragen bei den Betroffenen aufwirft, ist das Vorhofflimmern. Zusammen mit Dr. Spyridon Koulouris, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie an der Clinic Neuendettelsau, haben wir die wichtigsten Fakten rund um das Krankheitsbild sowie den Behandlungsoptionen zusammengefasst.

Was ist Vorhofflimmern?
Bei Vorhofflimmern handelt es sich um eine häufig auftretende Herzrhythmusstörung. Das Herz gerät außer Takt, was sich auch auf die die lebenswichtige Pumpfunktion auswirkt. Laut Krankenkassen sind in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen von Vorhofflimmern betroffen. Das Risiko steigt mit dem Alter.

Symptome sind unter anderem Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche oder Atemnot. Zudem nimmt oft die körperliche Belastbarkeit ab und die Betroffenen fühlen sich geschwächt. Nicht selten besteht die Gefahr, dass die Herzrhythmusstörung nicht erkannt wird, da diese Anzeichen nicht immer auftreten und die Erkrankung erst zufällig im Rahmen einer medizinischen Untersuchung erkannt wird.

Es lassen sich verschiedene Arten bei dieser Herzrhythmusstörung unterscheiden. Das Vorhofflimmern kann anfallartig auftreten und nach einem kürzeren Zeitraum wieder abklingen. Andere Formen gehen über mehrere Wochen bzw. Monate oder sind gar dauerhaft.

Wie entsteht Vorhofflimmern?
Das Herz besteht aus dem rechten und linken Vorhof sowie der rechten und linken Herzkammer, die im festen Rhythmus zusammenarbeiten. Ziehen sich die Vorhöfe zusammen, füllen sich die Kammern mit Blut. Darauf zeitlich abgestimmt ziehen sich die Kammern zusammen, wodurch das Blut in den Kreislauf gepumpt wird. Damit dies funktioniert, bedarf es eines elektrischen Reizes, der aus dem Nervengeflecht im Vorhof des Herzens gesendet wird. Hier kommt es beim Vorhofflimmern zu einer Störung, so dass die Vorhöfe nicht mehr richtig bzw. unkontrolliert arbeiten.

Verschiedene Ursachen für das Vorhofflimmern sind bekannt. Bluthochdruck über einen längeren Zeitraum, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Überfunktion der Schilddrüse, Herzmuskelschwäche, Herzklappenfehler, koronare Herzkrankheiten oder eine Diabetes-Erkrankung sind als Auslöser bekannt.

Wie behandelt man Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern ist nicht lebensbedrohlich. Trotzdem sollte man die Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder an einer Herzschwäche zu erkranken. Je häufiger das Herz außer Takt gerät bzw. je länger das Vorhofflimmern anhält, desto wichtiger ist eine Therapie, um die Beschwerden zu stoppen und die Herzfunktion zu verbessern.

Zur Behandlung lässt sich ein spezielles Medikament – ein sogenanntes Antiarrhythmikum – einsetzen. Eine Alternative stellt die elektrische Kardioversion dar. Dabei wird beim Patient unter Narkose mit Hilfe von Stromstößen der Herzrhythmus normalisiert. Wichtig ist aber, dass aufgrund der erhöhten Blutgerinnsel-Gefahr, der Betroffene vorher gründlich untersucht wird.

Wann ist eine Operation nötig?
Schlägt die medikamentöse Therapie oder die elektrische Kardioversion nicht an, besteht noch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Dabei handelt es sich um die sogenannte Katheterablation, bei der ein Katheter von der Leiste bis zum Herz vorgeschoben wird. Ziel der Operation ist es, Gewebe im linken Vorhof auszuschalten, damit keine Störsignale mehr das Herz außer Takt bringen. Die Erfolgsquote bei dem Eingriff liegt nach einem Jahr bei etwa 60 bis 80 Prozent.

Welche Maßnahmen ergreift man bei Vorhofflimmern im Alltag?
Ist man von Vorhofflimmern betroffen, gibt es einige Maßnahmen, um die Risikofaktoren im Alltag zu minimieren. So ist es wichtig, dass Vorerkrankungen, die die Herzrhythmusstörung begünstigen, richtig behandelt werden. Zudem wirkt sich eine gesunde Lebensführung positiv aus. Dazu zählen ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und möglichst wenig Stress. Darüber hinaus sollte man sich möglichst viel bewegen und auf das Rauchen verzichten.

Wenn Sie unter Vorhofflimmern leiden, sind Sie in der Kardiologie der Clinic Neuendettelsau in guten Händen. Hier finden Sie die Kontaktdaten für eine Terminvereinbarung.

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