Behandlungsschwerpunkt: Schlafapnoe und schlafbezogene Atmungsstörungen

Statistisch betrachtet, verschlafen wir ein Drittel unseres Lebens – immerhin etwa 24 Jahre. Eine Menge Zeit, bei der so mancher glaubt, sie besser nutzen zu können. Doch Schlaf ist sowohl für unsere körperliche, als auch geistige Gesundheit wichtig. Das kann Dr. Janeta Jeleva, Oberärztin an der Rangauklinik Ansbach und dort im Schlaflabor tätig, nur bestätigen. Die Spezialistin für Schlafmedizin – auch Somnologe genannt – ist verantwortlich für die Behandlung von Patienten, denen ein erholsamer Schlaf verwehrt bleibt.



Die Menschen, die ins Schlaflabor nach Ansbach kommen, sind ein bunter Querschnitt durch unsere Gesellschaft. Ob Männer oder Frauen, Jung oder Alt – sie alle können betroffen sein. Der Behandlungsschwerpunkt liegt in der Rangauklinik Ansbach auf schlafbezogene Atmungsstörungen, von denen etwa vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Ein häufig auftretendes Krankheitsbild ist die Schlafapnoe.

Schlafapnoe – atemlos durch die Nacht

"Dabei handelt es sich um wiederholte Zustände einer verminderten Atmung oder krankhafter Atemstillstände während des Schlafes" erklärt Dr. Jeleva. "Von Schlafapnoe spricht man, wenn typische Symptome und typische Befunde vorliegen. Die Atmung muss mindestens fünf Mal pro Stunde für mindestens zehn Sekunden ausgesetzt oder krankhaft reduziert sein. Bei vielen Patienten treten diese Aussetzer deutlich öfters auf und können auch über eine Minute andauern.“ Eine ausreichende Sauerstoffversorgung ist nicht mehr gewährleistet. Im Gegenzug steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut. Das Gehirn reagiert, es kommt zu oft unbewussten Weckreaktionen, der Puls steigt. Obwohl er schläft, befindet sich der Betroffenen in einem Stresszustand. Oft kommt es dabei auch zu lauten Schnarchgeräuschen – der Körper ringt nach Luft und man atmet tief Luft ein.

An einen gesunden und erholsamen Schlaf ist somit nicht zu denken. Als Folge nimmt die Leistungsfähigkeit ab, die Patienten fühlen sich müde und schlapp, ihnen fällt es schwer, sich zu konzentrieren. Auch Kopfschmerzen und Einschlafattacken treten häufig auf. Nicht zu unterschätzen ist zudem das Risiko von Begleiterkrankungen. "Wer an eine Schlafapnoe leidet, bei dem steigt die Gefahr an einer arteriellen Hypertonie, an Rhythmusstörungen, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken," erläutert Dr. Jeleva. "Die Blutzuckerwerte sind oft erhöht und somit auch das Risiko für Diabetes. Ein häufig auftretender Sauerstoffmangel begünstigt Atherosklerose – krankhafte Ablagerungen in den Blutgefäßen. Auch eine Herzschwäche kann im Zusammenhang mit einer Schlafapnoe stehen.“ 

Wie wird eine Diagnose im Schlaflabor gestellt?

Doch wie kann ein Betroffener nun eine sichere Diagnose in einem Schlaflabor erhalten, dass er tatsächlich an einer Schlafstörung leidet? Ein großes Problem, auf dem die Somnologin aus Ansbach aufmerksam macht: "Oft ist den Menschen gar nicht bewusst, dass ihre Symptome auf eine schlafbezogene Atmungsstörung zurückzuführen sind. In vielen Fällen ist es der Partner, der den Atemstillstand oder das Schnarchen merkt. Bleibt die Schlafapnoe unerkannt, kann dies weiterreichende Folgen haben. Sekundenschlaf ist der Grund für 24 Prozent aller tödlichen Unfälle auf bayerischen Autobahnen. Aber auch der Gefahr einer koronaren Herzkrankheit oder eines Schlaganfalls sollte man rechtzeitig entgegenwirken." Daher sei es wichtig, betont Dr. Jeleva, bei entsprechenden Symptomen den Haus- oder Facharzt aufzusuchen. Dieser kann die Grundlage legen, um abzuklären, ob tatsächlich eine Schlafapnoe oder andere Schlafstörung vorliegt. In der Regel wird hierzu eine sogenannte ambulante Polygraphie durchgeführt. Der Patient erhält ein kleines Gerät, das während der Nacht wichtige Werte – zum Beispiel zur Atmung oder Sauerstoffsättigung – aufzeichnet. Erhärtet sich der Verdacht aufgrund der vorliegenden Werte, überweist der Arzt den Patienten an ein Schlaflabor, damit dort eine umfassendere Untersuchung, die Polysomnographie, durchgeführt werden kann.



Was passiert nachts im Schlaflabor?

Um eine optimale Diagnose und Therapie sicherzustellen, gibt es im Schlaflabor in Ansbach einen festen Ablauf für die Patienten. Auftakt bildet ein ambulanter Termin. Anhand von Fragebögen und im direkten Gespräch mit dem Arzt werden wichtige Grundlagen geklärt. Es folgen zwei Nächte, die der Betroffene im Schlaflabor verbringt. Auch wenn die sieben Messplätze auf den ersten Blick eher an Hotelzimmer erinnern, steht dort modernste Technik für die Polysomnographie zur Verfügung. Mit Elektroden und Sensoren erfassen die Schlafmediziner eine Vielzahl an Daten. Zwölf verschieden Parameter werden aufgezeichnet – unter anderem die Gehirnströme, Augenbewegungen, die Atemanstrengung, Sauerstoffsättigung im Blut, Muskeltätigkeit der Beine sowie die Körperlage beim Schlafen. Damit kein Detail entgeht, erfolgt zudem eine Videoaufnahme, die nach der Auswertung wieder gelöscht wird.



Nach einem Frühstück kann der Patient erst einmal nach Hause. Im Schlaflabor erfolgt inzwischen die Analyse der erfassten Daten. Sollte es bei der Aufzeichnung Probleme gegeben haben – zum Beispiel weil der Patient nicht ausreichend geschlafen hat – kann eine Wiederholung notwendig sein. Ansonsten dient die zweite Nacht im Schlaflabor bereits der Therapieeinstellung. Je nach Ausprägung kann es verschiedene Ansätze geben. Manchmal hilft eine Reduzierung des Körpergewichts oder Hilfsmittel, die eine Rückenlage beim Schlafen vermeiden. Sehr oft kommt ein kleines Atemtherapiegerät zum Einsatz. Dieses erzeugt über eine Atemmaske einen leichten Überdruck, der dafür sorgt, dass im Schlaf die Atemwege geöffnet bleiben und eine ausreichende Sauerstoffversorgung garantiert ist. Meistens handelt es sich um ein CPAP Gerät. Die Maske wird speziell für den Patienten angepasst und deren Wirksamkeit in der zweiten Nacht im Schlaflabor überprüft.

Wie sieht es im zertifizierten Schlaflabor der Rangauklinik Ansbach aus?

Zwei Nächte im Schlaflabor, dazu ein Atemtherapiegerät – das klingt teuer. Doch Dr. Jeleva informiert: „Die schlafbezogenen Atmungsstörungen sind ein anerkanntes Krankheitsbild, die Kosten für die Polysomnographie und die Maske werden entsprechend von den Krankenkassen übernommen.“ Dass die Qualität der Untersuchung stimmt, dafür sorgt die Zertifizierung der Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Diese legt Kriterien für das medizinische Personal, die technische Ausstattung und die Zimmer fest. So ist unter anderem vorgeschrieben, dass die Untersuchungsplätze als Einzelzimmer zur Verfügung gestellt werden müssen – und mindestens eines davon barrierefrei.



Nur wer – wie das Schlaflabor der Rangauklinik Ansbach – alle Punkte erfüllt, erhält die Akkreditierung. Diese wird zudem alle zwei Jahre erneut überprüft. „Neben den hohen Standards, die durch die Zertifizierung sichergestellt sind, verfügt unser Schlaflabor in Ansbach über einen weiteren Vorteil“, betont Dr. Janete Jeleva. „Durch die Einbindung in die Rangauklinik Ansbach stehen jederzeit qualifizierte Ärzte als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen zur Verfügung.“

Kontakt zum Schlaflabor an der Rangauklinik Ansbach


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