Dem Darmkrebs auf der Spur

Von Helmut Schemm

Ein Datum hat sich in den vergangenen Jahren zum Thema Darmkrebs etabliert. Die Felix Burda Stiftung ruft immer im März dazu auf, sich aktiv mit Tumoren in der Darmregion auseinanderzusetzen. Das bleibt auch weiterhin wichtig, denn die Früherkennung stellt ein wirksames Instrument gegen Darmkrebs dar und kann sogar Leben retten.


Infografik Darmkrebs
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen.

Darmkrebs: Zahlen, Daten, Fakten

Pro Jahr erhalten über 60.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Darmkrebs. Damit handelt es sich um eine der häufigsten Tumorerkrankungen in unserem Land. Bei Männern belegt der Darmkrebs den zweiten Platz. Nur beim Lungenkrebs gibt es noch mehr Neuerkrankungen. Bei Frauen folgen die Darmtumoren auf Rang drei direkt nach dem Brust- und Lungenkrebs.

Auch wenn die Anzahl der Todesfälle in den letzten Jahren erfreulicherweise rückläufig ist, sterben immer noch etwa 26.000 Menschen an den Folgen von Darmkrebs. Zu beachten ist auch, dass das Risiko einer Erkrankung mit dem Alter deutlich steigt. Circa 90 Prozent der Betroffenen haben das 50. Lebensjahr bereits überschritten. Das Durchschnittalter bei der Ersterkrankung beträgt bei Männern 71 Jahre, bei Frauen 75 Jahre.

Kleine Ursache, große Wirkung

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die zu Darmtumoren führen können, wie Dr. Stefan J. Dörr, Chefarzt an der Clinic Neuendettelsau erläutert: „Der Lebensstil sowie die Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Übergewicht, wenig Bewegung oder eine ungesunde Ernährung mit viel Fleisch und wenig Ballaststoffen erhöhen das Krebsrisiko.“ Das gilt auch für das Rauchen sowie einen erhöhten Alkoholkonsum. Der Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie weist zudem darauf hin, dass bei Diabetes Typ 2 die Gefahr einer Erkrankung ebenfalls deutlich ansteigt.

Darüber hinaus kann eine genetische Veränderung zu Darmkrebs führen. Drei bis fünf Prozent der Tumoren in der Darmregion lassen sich darauf zurückführen. Das Tückische daran: Auch junge Menschen sind betroffen. Außerdem lässt sich ein familiäres Risiko feststellen. Tritt der Darmkrebs bei Eltern, Geschwister oder den Kindern auf, ist das Gefahrenpotential zwei- bis dreimal so groß, selber zu erkranken.

Eine Darmkrebs-Erkrankung entsteht schleichend, da die Tumoren sehr langsam wachsen. Zu Beginn handelt es sich um kleine Wucherungen der Schleimhaut, den sogenannten Polypen. Diese sind gutartig. Das Gefährliche ist, dass sich aus einem Teil dieser Polypen über mehrere Jahre und Stadien ein bösartiger Tumor (Karzinom) entwickelt. Übrigens, auch wenn der Krebs im ganzen Darm auftreten kann, sind doch überwiegend der Dick- und Enddarm betroffen.

Vorsorge: Auf Nummer sicher gehen

Die Früherkennung ist effektiv. Laut der Felix Burda Stiftung konnten auf diese Weise seit dem Jahr 2002 200.000 Neuerkrankungen und 90.000 Todesfälle verhindert werden. Die Krankenkassen tragen dem Rechnung, indem sie die Kosten für verschiedene Untersuchungen übernehmen. Ab dem 50. Lebensjahr ist es möglich, einmal pro Jahr einen immunologischen Stuhltest durchführen zu lassen. Hierbei wird geprüft, ob bereits kleinste, mit dem Auge nicht erkennbare Blutmengen vorhanden sind. Mit 55 Jahren kann man eine Darmspiegelung, eine sogenannte Koloskopie, in Anspruch nehmen. Entdeckt der Arzt dabei Polypen, lassen sich diese gleich entfernen. Ist das Ergebnis unauffällig, empfiehlt sich ein Turnus von circa zehn Jahren für die nächste Darmspiegelung.

Dass sich eine regelmäßige Vorsorge lohnt, zeigt Dr. Stefan J. Dörr anhand einer Studie auf: „Wird der Darmkrebs im Frühstadium erkannt, liegt die Überlebenschance nach fünf Jahren bei 90 Prozent. Erfolgt die Diagnose bei einem frühen bis fortgeschrittenen Stadium, reduziert sich die Überlebenschance bereits auf 50 Prozent.“ Sein Rat: „Nutzen Sie die Angebote zur Früherkennung und lassen Sie sich dabei von einem qualifizierten Arzt umfassend informieren.“

Wer mehr über Symptome sowie Nachweis- und Untersuchungsmethoden bei Darmkrebs erfahren möchte, kann sich in der Clinic Neuendettelsau informieren (zuständiger Chefarzt ist Dr. Stefan J. Dörr):

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