Die Cnopfsche Kinderklinik bietet eine neue High-Tech-Methode zur Beinverlängerung bei Kindern und Jugendlichen

Für Dr. Kerstin Remmel, Chefärztin der Kinderorthopädie der Cnopfschen Kinderklinik, ist der ganzheitliche Ansatz in der Medizin entscheidend. Bei ihren jungen Patienten betrachtet sie deshalb auch die psychologischen Auswirkungen der Behandlung. Mit dem „vollbelastbaren Verlängerungsnagel“ hat die Kinderorthopädin nun eine neue, deutlich schonendere Methode zum Ausgleich unterschiedlicher Beinlängen in der Cnopfschen Kinderklinik etabliert. Dabei wird der Knochen ohne äußere Fixierung verlängert. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Die Cnopfsche Kinderklinik hat eine neue Methode zur Beinverlängerung bei Kindern und Jugendlichen eingeführt. Dr. Kerstin Remmel, die seit Anfang des Jahres die Kinderorthopädie als Chefärztin führt, setzte einem jungen Patienten erstmals einen sogenannten „vollbelastbaren Verlängerungsnagel“ ein, um das verkürzte Bein um sechs Zentimeter zu verlängern. Mit Erfolg: Nach nur zwei Monaten konnte die Beinlängendifferenz mit der neuen High-Tech-Methode ausgeglichen werden.

Dr. Kerstin Remmel zeigt den Verlängerungsnagel
Dr. Kerstin Remmel zeigt die Funktionsweise des vollbelastbaren Verlängerungsnagel © Diakonie Neuendettelsau / Claudia Pollok

Während eine Beinverlängerung bisher nur durch einen äußeren Fixateur behandelt werden konnte, wird der Verlängerungsnagel bei einer Operation im Bein implantiert. „Mit einem von außen angelegten Magneten werden die Nagelenden zwei Mal pro Tag um ca. einen Millimeter auseinandergedrückt“, erklärt Dr. Remmel. „Das ist für die Patienten viel angenehmer, als über Wochen ein durch die Haut am Knochen befestigtes Haltesystem tragen zu müssen.“

Der vollbelastbare Verlängerungsnagel ist in Deutschland seit Februar erhältlich. Während das Vorgängermodell noch aus Titan war, ist der neue Nagel aus Stahl. „Der neue Verlängerungsnagel ist stabiler und überträgt die magnetische Wirkung besser. Das fördert das Knochenwachstum. Denn je mehr ein Knochen beansprucht wird, desto schneller wächst er.“ Dr. Remmel ist es wichtig, dass sie ihre Patienten so schonend wie möglich behandeln kann. Je nach Ausprägung der Beinverkürzung wird die neue Methode künftig angewandt.

Körper und Psyche – ein ganzheitlicher Ansatz in der Kinderorthopädie

Die Kinderorthopädin fördert aber auch bei anderen Erkrankungen die Auseinandersetzung mit psychologischen Auswirkungen: So hat eine Studentin eine Umfrage mit Patienten der Kinderorthopädie durchgeführt, die unter Morbus Perthes leiden. Bei der Behandlung dieser Hüfterkrankung dürfen Kinder und Jugendliche über Jahre nicht aktiv Sport machen, hüpfen oder springen – eine große Herausforderung für Kinder und Eltern, wie Dr. Remmel weiß: „Die Umfrage ergab, dass Kinder insbesondere unter der Bewegungseinschränkung leiden, während Eltern es als Belastung empfanden ihre Kinder leiden zu sehen und das Gefühl hatten, ihnen nicht helfen zu können.“

Aktuell ist eine zweite Studie bei Kindern und Jugendlichen mit einer Skoliose – einer Wirbelsäulenverkrümmung - geplant. Um die Krümmung der Wirbelsäule aufzuhalten, müssen Kinder und Jugendliche Tag und Nacht ein Korsett tragen. „Unser Ziel ist es auch hier Kinder und Jugendliche umfassend bei der Behandlung zu unterstützen - medizinisch und psychologisch“, sagt Dr. Remmel.

Diesen Artikel teilen

Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Gesundheit
14. August 2019

Nach wie vor handelt es sich bei Diabetes um eine der großen Volkskrankheiten. In Deutschland sind etwa 6,7 Millionen Menschen betroffen. Ein Stück weit hat die Krankheit ihren Schrecken verloren, stehen doch immer wirksamere Medikamente zur Verfügung. Trotzdem ist eine erfolgreiche Behandlung eng mit der Umstellung des persönlichen Lebensstils verbunden. Diabetesschulungen bilden hierfür eine gute Basis, allerdings wird das Potential oft noch viel zu wenig genutzt.

01. August 2019

Jeder Zweite hat im Laufe seines Lebens mindestens einmal mit Hämorrhoiden, genauer gesagt einem Hämorrhoidalleiden, zu tun. Das ist für die Betroffenen unangenehm, doch es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Prof. Dr. Klaus Günther ist ein Experte auf dem Gebiet der Hämorrhoidalleiden.

18. Juli 2019

Ist Ultraschall schädlich für das ungeborene Kind? Warum verbietet die neue Strahlenschutzverordnung kommerziellen Anbietern den Ultraschall, erlaubt sie aber im Rahmen von medizinischen Untersuchungen? Prof. Dr. med. Franz Kainer von der Klinik Hallerwiese weist die Kritik am Ultraschall zurück.

17. Juli 2019

Die Kinderorthopädie in der Cnopfschen Kinderklinik ist eines der Zentren zur Klumpfussbehandlung in der Region. Chefärztin Dr. Kerstin Remmel erläutert Heilungschancen und Behandlungsmethode.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 (0) 180 28 23 456 (6 Cent pro Gespräch)