Ehrenamt macht glücklich? Viele ehrenamtlich Tätige berichten dies jedenfalls. Wir haben nachgefragt. 

Hilde Eibl (66) arbeitet an einem Vormittag in der Woche für fünf Stunden als Patientenbegleiterin in der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik in Nürnberg. Die Klinik im lebendigen Nürnberger Stadtteil St. Johannis erfreut sich großer Beliebtheit und zählt zu den TOP Krankenhäusern 2018 im Focus Gesundheitsvergleich.

H. Eibl: Patientenbegleiterin Klinik Hallerwiese
Hilde Eibl suchte mit dem Eintritt in die Rente eine sinnvolle Beschäftigung. Heute ist sie Patientenbegleiterin in der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie jetzt Patientenbegleiterin an der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderkinik sind?

Hilde Eibl: Nach 46 ausgefüllten Berufsjahren überlegte ich mit dem Eintritt in die Rente, wie ich mein Leben künftig gestalten wollte und wo ich mich engagieren könnte. Ich wollte gern noch etwas Sinnvolles tun. Da entdeckte ich in der Tageszeitung eine kleine Anzeige von Diakoneo, damals noch Diakonie Neuendettelsau. Da stand: „Ehrenamtliche Patientenbegleiter gesucht“. Das sprach mich sofort an, weil es in mir schon immer so eine „medizinische Ader“ gab. Ich hätte mir früher auch vorstellen können, Krankenpflegerin zu werden, habe mich dann aber ganz anders entwickelt. Das Interesse an so einem Klinikbetrieb und medizinischen Dingen ist mir aber geblieben und so rief ich dort an.

Diakoneo Dienste für Ehrenamtliche lud uns zu einem ersten Kennenlernen in der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik ein. Dort stellte uns die zuständige Mitarbeiterin, Frau Kapp, das Konzept der Patientenbegleiter vor, das neu in der Klinik eingeführt werden sollte. Es war für uns sehr spannend, dass es diesen Dienst bisher nicht gab und wir ihn ein Stück weit mitgestalten konnten. An diesem Tag lernten wir auch die Klinik kennen, die verschiedenen Stationen und Arbeitsbereiche. Aber das war natürlich nur ein allererster Eindruck. Ich war von Anfang begeistert und wusste sofort: Das will ich machen!

Was machen Sie dort genau?

Hilde Eibl: Unser Standort ist der Eingangsbereich der Klinik. Dort hält sich jeweils einer von uns auf und hilft den neuankommenden Patienten und auch Besuchern, sich in der Klinik zurechtzufinden. Wir helfen den Leuten am Empfang, zum Beispiel beim Ausfüllen des Patientenbogens, begleiten Sie zu Ihrem Zimmer und helfen auch – wenn gewünscht – beim Auspacken des Koffers. Gerne begleiten wir die Menschen auch zu Untersuchungen im Haus. Es ist ja doch auch weitläufig hier. Wir stehen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn wir gebraucht werden. Oft können wir auf diese Weise auch die Fachkräfte etwas in ihrer umfangreichen Arbeit unterstützen.

Wegweiser Stationen Klinik Hallerwiese
Orientierung im Klinik-Dschungel. Hilde Eibl hilft Patienten den direkten Weg zu finden.

Brauchen Sie für die Tätigkeit eine Ausbildung?

Hilde Eibl: Weil der Dienst ja neu war, musste sich die Zusammenarbeit untereinander und mit den Klinikmitarbeitenden erst einmal einspielen. Aber das ging recht schnell. Eine besondere Ausbildung war nicht nötig. Wichtig ist, dass wir als Patientenbegleiterinnen und Patientenbegleiter kontaktfreudig sind, auf die Menschen zugehen und auch schnell erfassen können, was sie gerade brauchen. Manche wünschen sich einfach ein offenes Ohr, weil sie ängstlich und aufgeregt in die Klinik kommen und erst einmal ihre Sorgen loswerden möchten. Andere brauchen eher praktische Hilfe. Da muss man einfach präsent sein.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Tätigkeit?

Hilde Eibl: Am meisten spricht mich an, dass ich bei der Tätigkeit das Gefühl habe, etwas Gutes zu tun. Ich kann den Patientinnen und Patienten zeigen, dass sie hier in der Klinik wirklich willkommen sind und dass wir ihnen helfen wo wir können. Keiner muss sich ganz allein hier zurechtfinden. Ich freue mich natürlich auch immer besonders über die positiven Rückmeldungen, die ich bekomme. Ein Lächeln und der Satz: „ Danke, dass es Sie gibt“ entschädigt für alles. Oft sind es ältere Menschen, die keine Angehörigen mehr haben, die unsere Unterstützung wirklich gut brauchen können. Ich gehe einfach mit einem guten Gefühl wieder nach Hause, so habe auch ich etwas von meinem Dienst in der Klinik.

Ehrenamtliche/r Patientenbegleiter/in werden

Die ehrenamtlichen Patientenbegleiterinnen und Patientenbegleiter in der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik sind Unterstützer im Alltag der Patientinnen und Patienten. Sie weisen den Weg, begleiten bei Ankunft und Entlassung, helfen beim Aus- und Einpacken des Gepäcks oder erledigen kleine Besorgungen am Kiosk.

Wer sich als ehrenamtliche/r Patientenbegleiter/in engagieren möchte, sollte Freude am Kontakt mit Menschen mitbringen und einmal in der Woche drei bis vier Stunden Zeit haben.


Ehrenamtliches Engagement bei Diakoneo: Kontakt

Kontakt:
Referat Freiwilligendienste
Koordination Ehrenamt
Denise Kapp
Wilhelm-Löhe-Str. 26
Telefon: 09874 8-3573
E-Mail: denise.kapp@diakonieneuendettelsau.de

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