Spricht man von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), stehen dabei vor allem die Krankheitsbilder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Mittelpunkt. Doch wo genau liegen die Unterschiede? Das ist nur eine von vielen Fragen, die sich Betroffene und deren Angehörige stellen.


Ob ein Patient unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidet, lässt sich auf den ersten Blick nicht immer so einfach feststellen, denn die Symptome sind in beiden Fällen sehr ähnlich. Zu den Beschwerden zählen chronische Durchfälle und Bauchschmerzen. Auch Blut- und Schleim-beimengungen im Stuhl kommen vor – tendenziell häufiger bei der Colitis ulcerosa. Eine weitere Gemeinsamkeit: Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen treten oft in Schüben auf. Phasen mit deutlichen Beschwerden wechseln sich mit Zeitabschnitten ab, in denen die Krankheit ruht.


Welche Faktoren im Detail Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auslösen, konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Allerdings scheint es sicher, dass bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verschiedene Ursachen zusammenspielen. Dazu zählt unter anderem die erbliche Veranlagung. Das bedeutet, wenn eine der beiden Krankheiten bereits in der Familie vorkommt, steigt damit das persönliche Risiko. Umwelteinflüsse beziehungsweise der Lebensstil haben ebenfalls einen Einfluss. So werden chronisch-entzündliche Darmerkrankungen durch das Rauchen begünstigt.


Dr. Stefan Dörr, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, hat zu dem Thema häufig nachgefragte, aber auch weniger bekannte Daten zusammengetragen.



Wie viele Menschen haben in Deutschland eine chronisch-entzündlichen Darmerkrankung? 

Über 300.000 Menschen leiden in unserem Land an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide Krankheiten sind in der Gruppe der Betroffenen ungefähr gleich stark vertreten


In welcher Altersgruppe kommen die Krankheiten besonders häufig vor?
In den meisten Fällen kommt es bereits in jungen Jahren zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen, bei denen erstmalig die Symptome auftreten, liegt zwischen 15 und 25 Jahren. Das schließt aber nicht aus, dass Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auch ältere Menschen betreffen kann.


Wie ist das mit Männern und Frauen – ist eine Gruppe besonders betroffen?

Nein, hier lassen sich keine Unterschiede feststellen. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen kommen bei Frauen und Männern etwa gleich häufig vor. Das Geschlecht spielt also keine Rolle. 

Wie unterscheiden sich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa genau? 

Einer der größten Unterschiede liegt in den jeweils betroffenen Körperregionen. Während Morbus Crohn vom Mund bis zum After im kompletten Verdauungstrakt vorkommen kann, tritt Colitis ulcerosa nur im Dick- und Enddarm auf. Auch bei der Entzündung kann man differenzieren. Bei Morbus Crohn ist es möglich, dass alle Schichten der Darmwand entzündet sind, bei der Colitis ulcerosa ist nur die oberste Schicht betroffen.

Gibt es regionale Unterschiede bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?

In der Tat ist festzustellen, dass Morbus Crohn und Colitis ulcerosa öfters bei Menschen in Nordeuropa und Nordamerika auftreten. Afrika, Asien, Südamerika und Südeuropa sind dagegen nicht so stark betroffen. Das unterstreicht, dass der Lebensstil ein ernstzunehmender Faktor bei beiden Krankheiten ist.

-> Zum medizinischen Fachgebiet der Inneren Medizin der Clinic Neuendettelsau

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