Spanierin findet "zweite Familie" in Deutschland

Vor fast sechs Jahren kam die 31-jährige Spanierin, Irina Cepeda-Romero, nach Deutschland. Bei ihrer Ankunft konnte sie kein Wort Deutsch. Heute ist Irina immer noch in Neuendettelsau. Sie ist beruflich und privat integriert und sehr glücklich.


Die 31-jährige Spanierin stammt ursprünglich aus Granada und kam im Oktober 2013 das erste Mal nach Deutschland, ohne wirklich ein Wort Deutsch zu sprechen, geschweige denn verstehen zu können. Sieben Monate lang traute sie sich kaum mit jemanden zu reden, um nichts falsch auszusprechen. „Das war meine größte Angst“, erinnert sich die 31-Jährige.

Mittlerweile hat sich das aber geändert. Sie hat einen Deutschkurs besucht und die Prüfung für das Sprachniveau B1 bestanden. Anfangs war es schwer für sie Deutsch zu lernen, vor allem die Grammatik hat ihr Probleme bereitet, aber im Nachhinein hat der Kurs ihr doch sehr geholfen. „Ich habe Deutsch und Fränkisch gelernt“, sagt sie. „Manchmal verstehe ich etwas nicht. Dann frage ich nach.“ Das ist mittlerweile selbstverständlich für sie.
Bevor sie das erste Mal nach Deutschland kam, studierte Irina sowohl Sonderpädagogik, als auch Heilpädagogik in Spanien. Dort eine Arbeitsstelle zu finden ist schwer, da meistens ein bis zwei Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt werden, welche ihr durch ihre zwei abgeschlossenen Studiengänge fehlten.
Deshalb wollte sie ein Freiwilliges soziales Jahr in Deutschland machen. Auch ihre Eltern haben lange in Deutschland gearbeitet, sind jetzt aber mittlerweile nach Spanien zurückgezogen. Über den Verein „AGEyR“ (http://ager-granada.es) erfuhr Irina von der Möglichkeit eines Freiwilligen sozialen Jahres in Deutschland zu machen. Der Verein kooperiert mit der Diakonie Neuendettelsau und ermöglicht es spanischen Jugendlichen durch einen Freiwilligendienst (FSJ oder BFD) in Deutschland, sich neu zu orientieren.
Als es soweit war und sie dann das erste Mal mitten in Neuendettelsau stand, war sie hoffnungsvoll. Sie dachte gleich zu Beginn: „Das ist ein schönes Dorf zum Leben.“ Hier zu leben, könne sie sich gut vorstellen. Das Freiwillige soziale Jahr, welches sie durch „AGEyR“ vermittelt bekam, leistete sie in einem Kindergarten und einem Förderzentrum ab. Während diesem Jahr lernte sie einige neue Menschen kennen und hatte die Möglichkeit sich langsam an das Leben in Neuendettelsau zu gewöhnen.

Irina bei ihrer Arbeit als Erzieherin im heilpädagogisch orientierten Hort in Neuendettelsau.

Ihre Einstellung zu Neuendettelsau und den Menschen dort hat sich in der Zwischenzeit kaum geändert, höchstens ins Positive. „Das war ein gutes Gefühl: Ich war nicht allein. Jemand hat mir geholfen“, erzählt sie glücklich. Eigentlich war immer jemand zur Seite, der bei Fragen für sie da war. Egal, ob sie Probleme mit der Bürokratie hatte, oder mit der Bank. Auch Thorsten Walter vom Institut für Internationale Zusammenarbeit war bereit ihr zu helfen, wo es nötig war.
Nach ihrem Freiwilligen sozialen Jahr in Neuendettelsau wurde ihre Ausbildung als Heilpädagogin anerkannt und sie konnte Fortbildungen absolvieren. Sie trat ihre erste feste Stelle als Erzieherin im heilpädagogisch orientierten Hort der Diakonie Neuendettelsau an. Dort ist sie für acht Bezugskinder zuständig und steht im ständigen Kontakt zu deren Eltern. Auch mit dem Jugendamt und der Schule muss sie immer Kontakt halten. Die Arbeit mit den Kindern gefällt ihr sehr gut. „Es ist eine sehr familiäre Atmosphäre und ich fühle mich nie alleine. Hier habe ich eine zweite, andere Familie.“
Generell ist Irina sehr glücklich in Deutschland. Sie ist vollständig integiert und hat einen deutschen Freund mit einer fränkischen Familie. Es sei ein sehr sicheres Land zum Leben und ihre Zukunft sieht sie weiterhin als Heilpädagogin in Deutschland. „Der Sozialbereich ist viel besser hier in Deutschland. Alles funktioniert besser hier“, stellt sie immer wieder fest.

Das Video zeigt Irina vor ein paar Jahren:

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