Jo Jasper erzählt aus seinem Leben und davon, wie der Diakoneo-Song entstanden ist

„Die Musik war schon immer irgendwie da“, sagt Jo Jasper. Ich treffe ihn in seinem Büro in Nürnberg. Ein Raumteiler trennt das helle Zimmer in zwei Bereiche. Neben der Tür steht eine Staffelei, daneben ein Schreibtisch. Hinter dem Raumteiler dominiert ein weinrotes Sofa den Raum. Auf dem Sofa sitzt Jo Jasper. Er trägt Jeans, einen blauen Pullover und einen blauen Schal. Wer ist der Mann, der den Diakoneo-Song geschrieben hat?

von Amanda Müller

Beim Jahresempfang der Diakonie Neuendettelsau sang Jo Jasper zum ersten Mal den Song, der den neuen Unternehmensnamen „Diakoneo“ präsentiert. 

Umringt von Scheinwerfern saß er am Keyboard auf der Bühne. Seine Stimme war sanft, die Worte erklangen klar und deutlich. Manchmal hatte er seine Augen geschlossen und die Augenbrauen zusammengezogen. Es wirkte fast so, als habe er die Menschen um sich herum ausgeschlossen, um sich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren. 

Das dass nicht stimmt, verrät er mir hinterher. „Ich blende niemanden aus, sondern versuche, den Text so eindringlich wie möglich zu interpretieren, um die Zuhörer zu erreichen", sagt Jo Jasper. 

Jo Jasper bei seinem Auftritt beim Jahresempfang der Diakonie Neuendettelsau Foto: Uwe Niklas.

Jo Jasper heißt im normalen Leben eigentlich Josef Pöhlmann. Er kommt aus dem mittelfränkischen Hilpoltstein und lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Nürnberg. Der 55-jährige Musiker beschreibt sich selbst als musikalisch-schaffenden Künstler. „Ich hab als Kind schon immer Musik gemacht. Mein Vater war Musiklehrer in Hilpoltstein und wir hatten ein Klavier zuhause. Für mich ist die Musik ein Geschenk, das einfach da ist“, sagt er.

Ein großes Geschenk war für ihn auch die Möglichkeit, das Lied für die Diakonie Neuendettelsau zu komponieren. Zu diesem Auftrag kam er durch den Vorstandsvorsitzenden Dr. Mathias Hartmann. „Wir haben uns kennengelernt, als er noch Präsident des Verbands für christliche Popularmusik in Bayern war“, erzählt Jo Jasper. Als er Anfang des Jahres von dem Projekt erfuhr, freute er sich sehr, denn christliche Werte begleiten den Musiker schon lange.

Seine musikalische Laufbahn begann schon früh. Im Alter von zehn Jahren sang er zwei Jahre bei den Regensburger Domspatzen. Seit 1980 spielt er in verschiedenen Bands. Durch einen Autorenvertrag in München lernte er das Songschreiben. Von 1990 an veröffentlicht er eigene CDs und gründete 2013 sein eigenes Plattenlabel. „Seit ungefähr acht Jahren entstehen regelmäßig Songprojekte im Rahmen des Kolpingswerk Bamberg“, erzählt er. „Ich lebe und liebe das christliche Menschenbild und arbeite in meinen Songprojekten oft mit Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Wir suchen nach den Dingen, die tiefer liegen. Das soll zu einem Bewusstsein führen, die eigenen Emotionen besser wahrnehmen zu können“, erklärt er die Projekte, bei denen Texte, Songs und manchmal ganze CDs entstehen.

Dabei bedeutet „Menschen zu dienen“ für ihn, Schülerinnen und Schülern, Geflüchteten oder arbeitslosen Jugendlichen dabei zu helfen, herauszuarbeiten wer sie sind. „In der heutigen Zeit, in der alle auf Erfolg getrimmt werden, ist es wichtig, die christlichen Werte nicht zu verlieren“, sagt Jo Jasper.

Der Musiker Jo Jasper hat den neuen Diakoneo-Song komponiert.

Auch im Diakoneo-Song zeigt sich, dass Jo Jasper zum Evangelium steht. Das Lied beginnt mit den Worten „Deine Würde ist unser Auftrag. Sie zu schützen unser Ziel“ – eine Botschaft, die er so rüberbringen wollte, dass sie für jeden verständlich wird.

Als er sich dazu entschloss, den Song zu komponieren, hatte er die Melodie bereits im Kopf. „Für den Text wollte ich mir Zeit lassen, um intensiv über die Botschaft nachzudenken, die die Diakonie Neuendettelsau mit dem Lied an die Öffentlichkeit tragen möchte“, erinnert er sich zurück. Die Liedzeile „Weil einer dich begleitet“ verdeutliche zum Beispiel die Doppeldeutigkeit darin, dass zum einen Jesus die Menschen begleite, zum anderen auch diejenigen, die bei der Diakonie arbeiten und durch ihren Beruf für andere Menschen da sind.

„Um einen Songtext schreiben zu können, brauche ich eine Botschaft, eine Inspiration“, sagt Jo Jasper. Ein Schlüsselerlebnis vor vielen Jahren ist ihm bis heute deutlich in Erinnerung geblieben: „Ich sang bei einer Demonstration in Gräfenberg, als ein junger Mann, vielleicht um die 15 Jahre alt, stehen blieb und mir tief in die Augen geschaut hat. Ich hab mich lange gefragt, warum er mit Anhängern der rechten Szene läuft. Daraus entstand das erste Songprojekt mit Jugendlichen“, erzählt Jasper.

Dem Musiker ist es wichtig, die Einzigartigkeit eines jeden herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, dass jeder wertvoll ist. Das zeigt sich nicht nur in den unterschiedlichen Songprojekten, sondern auch im Text zum Diakoneo-Lied.

Beim Jahresfest der Diakonie Neuendettelsau am Mittwoch, 1. Mai, wird Jo Jasper das Lied um 9.30 Uhr im Rahmen des Festgottesdienstes und um 17 Uhr beim „Wort auf den Weg“ in der Kirche St. Laurentius spielen. Um 14.30 Uhr findet der Workshop „weil wir das Leben lieben.“- für Groß und Klein im Raum Budapest in Löhe23 statt.

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