„Bingo“ sagt Pia Kahr, als die junge Besucherin es schafft, die Hostie aus dem Stanz-Apparat in die Holzkiste darunter fallen zu lassen. Wer sich von der 51-jährigen Öffentlichkeitsreferentin Einrichtungen der Diakonie Neuendettelsau wie die Hostienbereitung zeigen lässt, braucht sich nicht vor einer langweiligen Führung zu fürchten.

Ganz im Gegenteil: Pia Kahr kennt die Diakonie Neuendettelsau wie ihre Westentasche. 1979 hat sie als Auszubildende der Hauswirtschaft im Kinderheim Friedenshort begonnen. Im Lauf der Jahre absolvierte sie weitere Ausbildungen innerhalb des Diakoniewerks und arbeitete bis 2011 als pädagogische Fachkraft (Erzieherin) mit Menschen mit Behinderung. Sie gehörte 1999 zu den ersten Mitarbeitenden, die sich mit dem kirchlichen Amt des Diakonats beauftragen ließen.

"Da wurde mir klar, dass die Diakonie nicht nur ein Arbeitgeber ist."

Pia Kahr, Unternehmenskommunikation

Zusammenarbeit ist wichtig

2011 wechselte sie ins heutige Referat Unternehmenskommunikation. Dort organisiert und plant sie Besuche von interessierten Gästen aus Deutschland und der ganzen Welt. Dabei ist es ihr wichtig, die Wünsche und Vorgaben der Besucher von der ersten Kontaktaufnahme bis zur eigentlichen Visite zu verwirklichen. Es sind Tausende von Gästen, die jedes Jahr die Einrichtungen des Werkes auf diese Weise kennenlernen. Unterstützt wird Pia Kahr vor allem bei größeren Gruppen von ihren Kollegen in der Unternehmenskommunikation, aber auch von Schwester Erika Langenbuch, Rosalia Penzko, Irmgard Wild und den Mitarbeitenden in den Einrichtungen.

"Ich kann meine Arbeit nur so gut machen, wie wir zusammenarbeiten."

Pia Kahr

Bodenständigkeit ist ihr wichtig, aber auch Freundlichkeit und Offenheit, damit die Besucher einen guten Eindruck mitnehmen. Dass die Arbeit auf fruchtbaren Boden fällt, zeigt nicht nur der Applaus am Ende der Führung, sondern auch die Dankschreiben, die immer wieder im Öffentlichkeitsreferat eingehen.

Wenn es schnell gehen muss auch mal mit dem "Segway" unterwegs - Pia Kahr, zuständig für Besuchergruppen der Diakonie Neuendettelsau

Ruhestand mit 75

„Mir macht das so viel Spaß, ich gehe mit 75 in den Ruhestand“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Die Vielfältigkeit ist es, die den Reiz der Aufgabe ausmacht. Einerseits kommt sie in viele verschiedene Einrichtungen, andererseits reicht das Spektrum der Gäste von Kommunion- und Konfirmandengruppen über VIPs bis hin zu Kirchengemeinden, Landfrauen und Seniorenkreisen. Allerdings hat sich die Besucherstruktur verändert. Fanden früher mehr Konfirmandenfreizeiten statt, kommen heute mehr Tagesbesucher.

"Jede Gruppe ist anders und ich bin jeden Tag gespannt, wer diesmal kommt."

Pia Kahr

Auch wenn die Arbeit ihr Freude macht, kostet es doch Kraft, sich auf die unterschiedlichen Menschen zu konzentrieren und auf sie einzugehen. „Manche Besucher sind ganz schön anspruchsvoll. Das ist anstrengend, aber ich kann selbstständig planen“, meint sie dazu.

Diakonie-Rallye

Zu einer typischen Führung gehört die Vorstellung des Werkes und des Gründers Wilhelm Löhe. „Ich baue kleine Werbeblöcke ein“, bekennt sie, denn die Besucher sind als Kunden in den Geschäften der Diakonie Neuendettelsau sehr erwünscht. Welche Orte besichtigt werden, hängt von den Interessen der Gäste ab. Am gefragtesten sind die St. Laurentiuskirche, die Hostienbereitung und die Paramentik. Der erste Diakon Laurentius, Namenspatron des Gotteshauses, steht im Mittelpunkt der Kirchenbesichtigung. Pia Kahr erzählt sein Leben so, dass es auch heute verständlich ist.

"Geschichten erzählen ist besser als etwas nur zu lesen."

Pia Kahr

Aber auch die bunten Glasfenster wecken das Interesse der Besucher. „Hauptsaison“ für die Besuchergruppen ist im Frühling und im Herbst, während es im Sommer und im Winter ruhiger zugeht.

Ein Angebot, das Pia Kahr besonders gefällt, ist die Diakonie-Rallye, bei der Gäste gemeinsam mit Menschen mit Behinderung losziehen, um einen Fragebogen zu beantworten. So entstehen Verbindungen und die Bewohner können ihr Wissen mit einbringen.

Um noch besser zu werden, wünscht sie sich ein richtiges Besucherzentrum mit Aktionsmöglichkeiten, mit dem auch eine Grundlage für spontane Besuche geschaffen würde.

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