Die integrative Kindertagesstätte „Haus für Kinder“ nimmt am Projekt „Ich mach dich gesund“ teil


Grundschüler des Kinderhorts „Haus für Kinder“ der Diakonie Neuendettelsau im Stadtteil St. Johannis gewinnen bei Kunsttherapeutin Sabine Messner Selbstbewusstsein und psychische Widerstandskraft. Claudia Pollok hat ihnen dabei über die Schulter geschaut.


Kinder stärken ihr Selbstbewusstsein durch Kunst
Lucas malt seine Konturen als Superman aus © Claudia Pollok

Lucas steht an der mit Farbklecksen bemalten Atelierwand, kichert und versucht sich nicht zu bewegen. Sabine Messner zeichnet mit einem Stift die Konturen des Jungen auf einem großen Blatt Papier nach, das sie hinter ihm befestigt hat. Als sich Lucas umdreht und sein Abbild erblickt, beschließt er: „Ich male mich als Superman“. Er tunkt seinen Pinsel in schwarze Farbe und skizziert eine Superhelden-Maske.


Superkräfte kann Sabine Messner den Kindern zwar nicht verleihen, aber die Kunsttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie stärkt mit Kunst und kreativen Übungen gezielt ihre psychische Widerstandskraft. Lucas und die anderen Kinder vom Hort der integrativen Kindertagesstätte „Haus für Kinder“ der Diakonie Neuendettelsau nehmen an dem Projekt „Ich mach dich gesund“ teil, das von dem Verein „Stadtkultur Netzwerk Bayerischer Städte“ im Schuljahr 2018/19 gefördert wird. Heilpädagoge Harald Kloiber vom „Haus für Kinder“ ist sehr froh darüber, dass die Grundschüler aus dem Hort bei dem Programm mitmachen können: „Das ist eine tolle Förderung für unsere Hortkinder.“


Keine Bewertung, keine Noten


In zehn Einheiten setzen sich die Kinder in Messners Atelier „die eigene Spur“, das wie die Kindertagesstätte im Stadtteil St. Johannis liegt, mit unterschiedlichen Kunstformen und -techniken auseinander. Es gibt eine große Palette mit leuchtenden Farben und Pinseln in Kinderhöhe, eine Werkbank mit kleinen Sägen und Feilen und einen großen Tisch, auf dem Messner die gebrannten Tonskulpturen der letzten Stunde und frische Tonmasse ausgebreitet hat.


Die Sieben- bis Zehnjährigen flitzen in ihren bunten Socken durch den Raum: malen, kneten, sägen und erzählen von der Schule. Messner ist es wichtig, dass sich die Kinder von Anfang an wohl und sicher in ihrem Atelier fühlen. In der ersten Stunde hat sie die Kinder deshalb ein Selbstportrait malen lassen – mit geschlossenen Augen und der linken Hand, erzählt sie und holt ein paar Zeichnungen mit krummen Linien hervor. „Ich möchte den Kindern zeigen, dass es hier nicht um Bewertung, Noten oder Perfektion geht, sondern eine Atmosphäre schaffen, in der jeder so sein kann, wie er ist.“


Die Mädchen und Jungen dürfen sich in Messners Atelier ausprobieren und entfalten: Die Kunsttherapeutin gibt nur wenige Themen vor. Die Kinder entscheiden selbst, an was sie arbeiten. So wie Marie, die fast die ganze Stunde gedankenversunken auf einer Leiter vor der Atelierwand sitzt und an einer Blumenwiese malt.


Projekt Kinder und Kunst
Marie sitzt gedankenversunken auf einer Leiter vor der Atelierwand und malt an einer Blumenwiese. © Claudia Pollok


Wer selbst zufrieden ist, benötigt kein Lob


Messner greift aber auch aktiv ein. Im Zeitalter von Smartphone und Tablet, in dem es Kinder gewöhnt sind, schnell weiter zu klicken oder zu wischen, wenn sie etwas nicht mehr interessiert, unterstützt Messner sie dabei ihre Kunstwerke fertig zu stellen. „Wenn die Kinder sehen, dass sie etwas Eigenes geschaffen haben, sind sie oft so selbstzufrieden, dass sie gar kein Lob mehr brauchen“, weiß Messner.


Viele benötigen auch einfach nur etwas Zeit, um vom Schulalltag mit all den äußeren Sinneseindrücken herunter zu kommen. Dann toben sie sich zuerst mit ganzem Körpereinsatz an der Werkbank aus, berichtet Messner. Besonders Jungs bearbeiten gerne das Holz, hämmern und klopfen. „Doch danach sind auch sie so ausgelassen und ruhig, dass sie an ganz filigranen Kunstwerken arbeiten können.“


Kunst stärkt das Selbstbewusstsein von Kindern
Joaquin arbeitet an der Werkbank mit Holz. © Claudia Pollok


Die Stunde ist fast vorbei. Lucas‘ Superman ist fertig, er präsentiert ihn stolz. Er trägt einen roten Umhang und das Superman-Abzeichen auf der Brust. Resilienz ist nicht ganz so augenscheinlich – aber dank Messner gehen auch die Kinder gestärkt nach Hause.

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Informationen zum Projekt „Ich mach dich gesund“

Mit „Ich mach dich gesund“ veranstaltet „Stadtkultur Netzwerk Bayerischer Städte“ in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 ein landesweites Wertebündnisprojekt zur kulturellen Bildung, welches das Thema Gesundheit sowie die gesundheitsfördernde Wirkung der Künste in den Blick nimmt.






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