Wohin mit den ganzen Dingen, die Mutter und Vater viel bedeutet haben oder die sich im Laufe eines ganzen Lebens bei Oma und Opa angesammelt haben? Was behalten, was weggeben? Und wenn weg – wohin? Umzug in eine kleinere Wohnung oder ins Seniorenheim, Tod der Eltern oder Großeltern – meist sind es einschneidende Lebensereignisse, die dazu führen, dass ein Hausstand komplett aufgelöst wird.

Seit über sechs Jahren bietet das Sozialkaufhaus der Diakonie Neuendettelsau Haushalts- und Wohnungsauflösungen an: vom Landkreis Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen, Roth, Schwabach bis zum Raum Nürnberg, Fürth, Erlangen. Das Angebot reicht von der Abholung einzelner Stücke bis hin zur besenreinen Kompletträumung inklusive Sperrmüll-Entsorgung. Menschen mit Behinderung finden hier Arbeitsplätze und der Verkauf von gespendeten Möbeln und Hausrat trägt zur Finanzierung des Sozialkaufhauses bei.

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Ein Tag mit dem Team des Sozialkaufhauses Neuendettelsau

von Sabine Holfelder

07:30 Uhr morgens, Arbeitsbeginn für die Männer vom Sozialkaufhaus. Eine Wohnung im ersten Stock wird geräumt, der Hausstand komplett aufgelöst. Zwei Zimmer, Küche, Bad. Voll mit Möbeln und persönlichen Gegenständen. Schrankwand „Eiche rustikal“, braune Ledercouch, Alpenbilder. Die Mutter ist verstorben, der Sohn hat die Haushaltsauflösung beauftragt. Was bleibt, was weg soll entscheidet der Kunde. Der heutige Auftrag: Alles soll raus. Außer Bett und Staubsauger. Gut erhaltene Stücke werden im Sozialkaufhaus wieder verkauft, anderes entsorgt.

Die Männer vom Sozialkaufhaus, das sind Jürgen Dietrich, Stefan Schmidt, Helmut Häßlein und Bernd Blind. Zwei Beschäftigte und zwei Mitarbeiter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) Neuendettelsau, zu der das Sozialkaufhaus gehört. Gerade angekommen machen sich alle sofort an die Arbeit. Viele Worte braucht es nicht. Jeder weiß, was er zu tun hat. Sie sind ein eingespieltes Team.

Die Haushaltsauflösung als „Komplett-Paket“, d.h.: Ausräumen, Abbauen, Transport und Entsorgung. Zurück bleibt am Ende die leere Wohnung, besenrein. (im Bild links Helmut Häßlein, rechts Jürgen Dietrich)

Es ist auch wichtig, dass sie im Team gut zusammenarbeiten. Denn so eine Haushaltsauflösung ist anspruchsvoll. Wer schon mal selbst einen Umzug gemacht hat, weiß das. Schränke leeren, Kisten packen, Küchen zerlegen, wuchtige Wohnlandschaften durch enge Treppenhäuser bugsieren, einladen, Sperrmüll entsorgen – für sie Alltagsjob. „Vor kurzem haben wir aus einem Haus in Nürnberg zwei große Container á 35 Kubik abtransportiert“, erzählt Helmut Häßlein, einer der beiden Koordinatoren der Arbeitsgruppe. „Und das zu viert!“, ergänzt Bernd Blind, sein Kollege. 70 Kubikmeter, das ist ungefähr so viel wie in einen großen Omnibus passt, ohne Sitze, voll bis obenhin. Diese Arbeit ist genau das Richtige für die beiden Beschäftigten Jürgen Dietrich und Stefan Schmidt. Denn einen Arbeitsplatz innerhalb der WfbM können sich beide nicht vorstellen – lieber sind sie draußen und unterwegs.

Helmut Häßlein und Jürgen Dietrich sind die Männer „der ersten Stunde“. Seit fast 30 Jahren arbeiten sie zusammen in der Schreinerei der WfbM. Helmut Häßlein, gelernter Schreiner und Heilerziehungspflegehelfer, hat damals die Holzwerkstatt der WfbM mit aufgebaut. Jürgen Dietrich war als Beschäftigter von Anfang an mit dabei. Vor sechs Jahren haben sich die beiden dann nochmal auf was ganz Neues eingelassen. Häßlein hat die Koordination des Sozialkaufhauses und der Arbeitsgruppe übernommen. Und für Jürgen Dietrich war klar: „Wenn Helmut geht, geh ich mit. Wir sind so ein gutes Team.“

Handfest und erfahren: Helmut Häßlein, seit fast 30 Jahren Schreiner und Heilerziehungspflegehelfer in der WfbM Neuendettelsau, seit sechs Jahren Koordinator des Sozialkaufhaus-Teams.

Dass sie ein gutes Team sind, das sieht man: Ruck zuck ist die Küche zerlegt. Die vier bilden eine Reihe. Schübe, Türen und Korpus-Teile wandern von einem zum nächsten erst einmal ins Treppenhaus. Alle arbeiten ruhig und zügig. Die Wohnung soll heute noch fertig werden. Zwischendrin macht einer einen Witz, dann wird gelacht. Jürgen Dietrich erzählt von seinem Ausflug zum Oktoberfest. Dann sind alle wieder auf das Abbauen und Tragen der Möbel konzentriert. „Arbeit ist Arbeit und Pause ist Pause. Da bin ich konsequent“, sagt Helmut Häßlein – in strengem Ton aber mit einem Augenzwinkern.

Spaß darf schon sein – aber allen ist klar: Die Arbeit muss gemacht werden! (im Bild links Helmut Häßlein, rechts Jürgen Dietrich)

Im Wohnzimmer kommt gerade der Vorschlaghammer zum Einsatz. Schrankwand „Eiche Rustikal“ lässt sich heutzutage auch im Sozialkaufhaus nicht mehr verkaufen. Was man als Dienstleister für Wohnungsauflösungen braucht, bringen die beiden Koordinatoren auf den Punkt: „Viel Erfahrung. Wir müssen einschätzen können, wie lange wir brauchen, damit der Kunde ein verlässliches Angebot erhält. Und Fachkenntnis. Wir sehen auf einen Blick, was wir verkaufen können und was wir besser entsorgen. Und natürlich muss man anpacken können.“

„Für Haushalts- und Wohnungsauflösungen gibt es inzwischen auch viele gewerbliche Anbieter“, so Häßlein. „Aber unser Vorteil ist der soziale Faktor.“ Gut erhaltene Möbel und Gegenstände, die bei Haushaltsauflösungen gespendet werden, werden im Sozialkaufhaus Neuendettelsau wiederverkauft. Hier finden die liebgewonnenen Stücke einen neuen glücklichen Besitzer und Menschen mit Behinderung einen attraktiven Arbeitsplatz. Zur Finanzierung der Arbeitsplätze und des Kaufhauses tragen die Verkaufserlöse der Sachspenden bei.

Gut erhaltene Möbel und Gegenstände werden im Sozialkaufhaus wiederverkauft, anderes entsorgt. (links im Bild Stefan Schmidt, rechts Bernd Blind)

Mittlerweile ist es Mittag. Zeit für eine kurze Pause. Wohnzimmer und Küche sind leer, der Transporter ist voll. Ein Sprinter mit Überlänge – der größte, den es gibt. Die Wohnung wird heute noch leer und besenrein übergeben. Ebenso wird der Sperrmüll entsorgt. Natürlich sortenrein getrennt, das spart Entsorgungskosten für den Kunden. „Am besten gefällt mir an dem Job, dass wir viel unterwegs sind, das ist abwechslungsreich“, erzählt Stefan Schmidt. Und Jürgen Dietrich verrät zum Schluss noch einen geheimen Wunsch: „Hausmeister werden – das wollte ich immer schon. Wenn das mal irgendwann noch klappt, hab ich bei den Wohnungsauflösungen viel dafür gelernt.“


Ihr Auftrag / Ablauf:

  • Rufen Sie uns gerne an und vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin.
  • Unser Einzugsgebiet erstreckt sich vom Landkreis Ansbach über Weißenburg-Gunzenhausen, Roth, Schwabach bis zum Raum Nürnberg, Fürth, Erlangen.
  • Persönlich sprechen wir den Auftrag mit Ihnen genau ab (Was sollen wir abholen, was möchten Sie behalten?)
  • Nach der Besichtigung erhalten Sie von uns ein individuelles Angebot, ggf. kann auch ein Fixpreis vereinbart werden.
  • Pauschale Quadratmeterpreise können wir leider nicht nennen, da der Aufwand in jedem Haushalt sehr unterschiedlich ausfallen kann.
  • Brauchbare Möbel und Gegenstände, die Sie uns spenden möchten, holen wir natürlich kostenlos ab.
  • Nach der Durchführung des Auftrags stellen wir Ihnen die Arbeitszeit nach Aufwand in Rechnung (oder den vereinbarten Fixpreis) zzgl. der Entsorgungskosten.
  • Ihr Haus / Ihre Wohnung hinterlassen wir besenrein.
  • Weitere Leistungen, wie zum Beispiel Malerarbeiten, kann Ihnen die Diakonie Neuendettelsau gerne anbieten.

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