Eine Erzieherin berichtet über ihre Arbeit mit vielen Kulturen

Nihal Toptaş kam1989 nach Deutschland und lebt seitdem mit ihrer Familie in Nürnberg. Die damals 19-jährige Türkin erlernte schnell die deutsche Sprache, um sich in ihrer neuen Heimat für Kinder und Integration stark zu machen. Dass sie einmal mit Kindern arbeiten möchte, war ihr schon immer bewusst. Die gläubige Muslimin absolvierte in Deutschland einen Vorbereitungskurs zur Erzieherin und stellte damit die Weichen für ihr berufliches Ziel: Erzieherin werden! Das Familienzentrum Marterlach der Diakonie Neuendettelsau ermöglichte ihr die Ausbildung. „Wir waren uns schnell einig, dass Nihal Toptaş zu uns passt“, erinnert sich Einrichtungsleiterin Jutta Blischke.

Im Familienzentrum in der Werderau in Nürnberg begegnen sich Familien aus mehr als 22 Ländern. Das Fazit der Erzieherin nach einem Jahr Berufserfahrung im Hort:

Die Kinder wachsen durch diese Vielfalt mit einer Selbstverständlichkeit für Toleranz auf.“

Und die Mitarbeitenden leben es vor. Dazu gehört für die Kollegen der Muslimin auch, sie im Fastenmonat Ramadan zu unterstützen. „Ich schätze die Offenheit im Umgang mit Religionen und Kulturen“, sagt sie auf die Frage, wie sie ihren muslimischen Glauben mit einer christlichen Einrichtung vereinbaren kann.

Nihal Toptaş, Erzieherin im Familienzentrum Marterlach, Nürnberg

Ein Angebot, das ebenfalls gut angenommen wird, ist die deutsch-türkische Krabbelgruppe. Eltern und Nachwuchs können in diesem Rahmen ganz ungezwungen aufeinander zugehen, voneinander lernen und eine andere Kultur kennen lernen. Oft entwickeln sich daraus Freundschaften zwischen den Eltern, die meist in der Werderau oder angrenzenden Stadtteilen wohnen.

Besonders beeindruckend findet Nihal Toptaş, wieviel Wert die Einrichtung auf Gemeinschaft legt: „Wenn wir Feste planen, beachten wir die Feiertage der verschieden Religionen, damit alle Familien teilnehmen können“, erklärt sie. Eine darauf abgestimmte Küche darf folglich nicht fehlen. Ob auf Veranstaltungen oder bei der täglichen Versorgung der Kinder - unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden ist ein Bestreben der Erzieherin. In vielerlei Hinsicht ist Diversität in dem Familienzentrum selbstverständlich und wird dennoch ganz bewusst gelebt.

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