Die Physikalische Therapie der Rangauklinik Ansbach

Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung sind auf spezielle Unterstützung angewiesen. Die Rangauklinik Ansbach bietet im Bereich der Physikalischen Therapie ein großes Spektrum an speziellen Behandlungsmöglichkeiten, damit die Lebensqualität von chronisch Kranken so lang wie möglich erhalten bleibt. Leistungen wie Krankengymnastik, manuelle Therapie, Krankengymnastik im Bewegungsbad, Lymphdrainagen, Massagen oder Wärmeanwendungen kann jeder in Anspruch nehmen – mit einem Rezept vom Arzt oder als Selbstzahler.

Ständiger Husten, Bronchitis und Atemnot – können typische Anzeichen einer COPD sein, einer chronischen Lungenerkrankung, für die es noch keine Heilung gibt. Mit der richtigen Therapie können aber einige Symptome gelindert werden: Die Rangauklinik ist eine Akutklinik und Rehabilitationseinrichtung, die vor allem für Menschen mit einer Lungenerkrankung eine Anlaufstelle ist. 

Mit zur Klinik gehört auch die Physikalische Therapie. Dort helfen 15 ausgebildete Physiotherapeuten, Masseure, Medizinische Bademeister und Sporttherapeuten Menschen, ihre Leistungsfähigkeit und Lebensfreude wieder zugewinnen.

In diesem Gebäude befinden sich die Räumlichkeiten der physikalischen Therapie der Rangauklinik.

Silke Muser ist seit 2009 Teil des Teams, das sich um die Patienten der Physikalischen Therapie kümmert. Die 37-jährige Physiotherapeutin ist zudem auch Sport- und Gymnastiklehrerin und wohnt in Großenried. 

Silke Muser arbeitet als Physiotherapeutin und praktiziert unter anderem die Atemtherapien oder die Bindegewebsmassagen.

Mit der richtigen Behandlung Beschwerden lindern.

„Ich habe erst einige Zeit in einem Fitnessstudio gearbeitet bevor ich gewechselt bin“, erzählt sie und erklärt, dass sie gern in der Physikalischen Therapie arbeitet, weil sie das kleine, familiäre Team sehr gern hat und sich besser damit identifizieren kann, durch ihre Arbeit kranken Menschen zu helfen.

Sie leitet Gruppentherapien oder fördert Erkrankte direkt in der Einzeltherapie.

Pneumologie, Allergologie und Onkologie

Als Fach- und Rehabilitationsklinik für Atemwegs- und Tumorerkrankungen erstrecken sich die Behandlungsschwerpunkte von Lungenproblemen über Allergien bis hin zu onkologischen Krankheiten. Durchschnittlich 64 Reha- und 75 Akutpatienten können in der Physikalischen Therapie behandelt werden. Der Anteil der ambulanten Patienten mit einer Lungenerkrankung beträgt ca. 75 Prozent, die übrigen 25 Prozent setzen sich aus Patienten mit einer Erkrankung des Lymphsystems und orthopädischen Patienten zusammen.

Lungenpatienten profitieren von einem optimal arbeitendem Zwerchfell. Die Mitarbeitenden der Physikalischen Therapie erklären jedem Patienten die richtige Vorgehensweise.

Iris Kuznik leitet die Physikalische Therapie seit 24 Jahren. Auch sie ist wie Silke Muser mit Leidenschaft bei der Arbeit. Die 49-jährige hat nach dem Schulabschluss zunächst eine Lehre als Bürokauffrau gemacht, dann aber relativ schnell gemerkt, dass ein Beruf in der Verwaltung nicht das Richtige für sie ist.

Iris Kuznik leitet seit 24 Jahren die Physikalische Therapie.

„Ich arbeite sehr gern mit Menschen zusammen. Anderen zu helfen, ist ein tolles Gefühl. Ich kann wirklich sagen, dass die Arbeit hier meine Berufung ist“, betont die 49-jährige Ansbacherin.

Nachdem Kuznik sich damals sicher war, mit Menschen arbeiten zu wollen, hatten ihr ihre Eltern die Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin an der Sebastian-Kneipp-Schule in Bad Wörishofen ermöglicht. Danach ließ sie sich zudem zur Lymphtherapeutin ausbilden und wechselte zur Rangauklinik, wo sie schon im Alter von 25 Jahren die Stelle der Leiterin in der Physikalischen Therapie übernahm.

Krankengymnastik, Elektrotherapie, Inhalationen und Massagen

„Wir haben hier, aufgrund unserer speziellen Therapieangebote, ein Alleinstellungsmerkmal und das freut uns natürlich sehr“, erzählt sie. Damit meint sie vor allem das Angebot der Bindegewebsmassage oder die reflektorische Atemtherapie, die vor allem für Asthmatiker, COPD-Patienten oder andere Lungenkrankheiten sinnvoll und hilfreich sind. 

Durchatmen in der Gruppe: Silke Muser leitet eine Stunde in der Gruppentherapie.

„Beide Behandlungsmöglichkeiten werden heutzutage nur selten angeboten“, erklärt Iris Kuznik. Bei der Bindegewebsmassage werden entlang der Wirbelsäule Reize an Nervenbahnen gesetzt, die vor allem die inneren Organe versorgen. „Dadurch werden die Organe besser durchblutet und die Patienten bekommen besser Luft“, erklärt Kuznik. Diese Behandlungsmethoden sind gerade für Lungenpatienten besser geeignet als klassische Massagen, die zwar die Rückenmuskulatur lockern, aber die inneren Organe nicht so gut erreichen.

Seit zwei Jahren sind die Angebote auch für Menschen geöffnet, die ein Rezept vom Arzt haben oder Selbstzahler sind. Die Physikalische Therapie in der Rangauklinik bietet auch Fußflexzonentherapie, Schlüsselzonenmassagen, Wellnessmassage, oder Angebote wie die sogenannte „Rückenwoche oder Schnauf-auf-Woche“.

„Viele wissen gar nicht, welche Behandlungsmöglichkeiten für ihre Beschwerden oder Krankheiten sinnvoll wären“, erklärt Kuznik. Deshalb kooperiert die Rangauklinik beispielsweise mit einem Ansbacher Facharzt oder dem Lungenstammtisch Marktbergel.

Hell und freundlich: Die Räume in der Physikalischen Therapie.

Das Kneipp-Tretbecken ist nur eine der unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten.

Dass sie ihre Arbeit gut machen, verdeutlichen die positiven Rückmeldungen der Patienten. „Die Wertschätzung unserer Arbeit ist total schön. Die entgegengebrachte Dankbarkeit zeigt mir immer wieder, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe“, freut sich Silke Muser und erzählt von den Postkarten, Dankesgrüßen oder von der Oster-Geschichte: „Zu Ostern haben uns unsere Patienten wirklich überrascht. Als wir morgens zur Arbeit kamen, waren dort überall kleine Osternestchen versteckt, die uns einige Patienten versteckt hatten“, schmunzelt Muser.

Aber auch die Erfolge der Patienten verdeutlichen den Wert der Therapieangebote: „Manchmal kommen Patienten zu uns, die auf den Rollstuhl angewiesen sind weil sie so schlecht Luft bekommen. Wenn wir es schaffen, diese Menschen wieder auf die Füße zu bekommen und sie unsere Räume wieder zu Fuß verlassen können, ist ein toller Augenblick“, erzählt Iris Kuznik.

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