Das Verdienstkreuz 1. Klasse erhielt Rektor Hermann Schoenauer, Leiter der Diakonie Neuendettelsau, nun im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2008 in Berlin aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler. Dabei sprach Köhler seine höchste Anerkennung aus: „Das, was Sie tun, ist nicht nur ein Dienst an den Menschen oder an der Sache, die sie unterstützen - es ist zugleich ein Dienst an unserem Land und Ausdruck einer lebendigen, lebens- und liebenswerten Bürgergesellschaft.“

Köhler zitierte Willy Brands Regierungserklärung mit den Worten: "Der Bürgerstaat ist nicht bequem, Demokratie braucht Leistung." Dieser Satz, so Köhler, gelte bis heute unverändert. Niemand dürfe sich darauf verlassen, dass der Staat allein es schon richten werde. Und, so lobte Köhler auch die Leistung der Mitarbeitenden des Neuendettelsauer Werks, ließ über den geehrten Rektor, Hermann Schoenauer, Grüße und Dank an sie alle übermitteln.
Prof. Dr. h.c, Hermann Schoenauer leitet seit 1990 als Rektor und Vorstandsvorsitzender des Direktoriums das Evangelisch-Lutherische-Diakoniewerk Neuendettelsau, das an mehreren Standorten in Bayern, Baden-Württemberg und im europäischen Ausland Heime und Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen unterhält. Über 4.000 Schüler besuchen in Neuendettelsau den mit 34 Schulen differenziertesten evangelischen Schulkomplex für Sozialberufe in Deutschland. In zahlreichen Ehrenämtern, u. a. beim Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissenmutterhäuser, im Diakonischen Werk der EKD, bei der Evangelischen Landeskirche Bayern und als Professor an der Rumänisch-Deutschen Universität Sibiu/Hermannstadt fördert und verwirklicht er den diakonischen Gedanken in Deutschland und weit darüber hinaus.
„Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist zwar im Grunde nur ein Stück Metall. Aber dieses Stück Metall symbolisiert die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Tragen Sie ihn daher mit Stolz und Freude - Sie haben ihn sich verdient, und Ihr Beispiel verdient viele Nachahmer,“ so Köhler.Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde von Bundespräsident Theodor Heuss im Jahre 1951 gestiftet. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger verliehen für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, zum Beispiel auch für Leistungen aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich.
Jedes Jahr werden auf Vorschlag einige Tausend Menschen ausgezeichnet. Bisher wurde das Bundesverdienstkreuz etwa 210.000 Mal verliehen. Er wird nach internationaler Norm in acht Stufen überreicht. Als Erstauszeichnung wird im allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Die meisten Auszeichnungen werden von Ministerpräsidenten, von einem Landes- oder Bundesminister, von Regierungspräsidenten oder einem Bürgermeister ausgehändigt. In wenigen Fällen überreicht der Bundespräsident das Verdienstkreuz persönlich.