Seit der politischen Wende versucht die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kaliningrad, die große soziale Not in der Region durch den Aufbau diakonischer Dienste zu lindern. Die Diakonie Neuendettelsau als erfahrener Träger sozialer Einrichtungen unterstützt die Probstei Kaliningrad bei dieser Arbeit.
Ziel der Partnerschaft, die seit vier Jahren besteht, ist es, die Kaliningrader Partner beim Aufbau professioneller Pflegeangebote unterstützend zu beraten. Im Rahmen eines 2-jährigen Qualifizierungsprojekts werden russische Pflegekräfte geschult und angeleitet. Zwei Fachkräfte der Diakonie Neuendettelsau sind insgesamt viermal für mehrere Wochen vor Ort.

Die russische Exklave Kaliningrad ist eine der ärmsten Regionen Nordeuropas, besonders der an Polen angrenzende südöstliche Kreis Osjorsk, wo das Altenheim „Carl-Blum-Haus“ der evangelisch-lutherischen Propstei Kaliningrads liegt. In diesem können bis zu 24 bedürftige alte Menschen betreut werden.
Die Kooperation mit der bayerischen Diakonie Neuendettelsau besteht bereits seit vier Jahren. Ziel der Partnerschaft ist es, die Kaliningrader Partner beim Aufbau professioneller Pflegeangebote unterstützend zu beraten. Nach Eröffnung des Altenheims Mitte 2006 wurde beim Pflegepersonal schnell ein Mangel an adäquater Fachausbildung festgestellt. Deshalb sollen im Rahmen des geförderten Projekts nun mindestens 14 Mitarbeiter in Methoden der qualitativen Altenpflege und im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen geschult werden.
Das auf zwei Jahre angelegte Fortbildungsprogramm begann im Januar 2008 mit einer Bedarfsanalyse vor Ort. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wird ein praxisorientiertes Schulungsprogramm entwickelt, das von zwei erfahrenen Pflegefachkräften der Diakonie aus Deutschland in vier jeweils 2-wöchigen Seminaren von Februar 2008 bis September 2009 im Carl-Blum-Haus durchgeführt wird. Im Gegenzug bekommen sechs ausgewählte russische Pflegekräfte in einer einwöchigen Hospitation im April 2008 einen Einblick in die hiesige Pflegepraxis. Durch die Einbindung von Mitarbeitern weiterer Pflegeeinrichtungen aus dem Kaliningrader Gebiet erfolgt auch ein regionaler Erfahrungstransfer.
Auf einer abschließenden Fachtagung werden die Projektergebnisse einem Fachpublikum wie auch Vertretern aus Politik und Verwaltung vorgestellt und mit diesen diskutiert. Ziel ist es, neben einer grundsätzlichen Sensibilisierung für die Belange alter Menschen vor allem konkrete Lösungsvorschläge zur Verbesserung der regionalen Altenhilfestrukturen zu entwickeln.
Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" unterstützt das Projekt mit einer anteiligen Finanzierung der Personal-, Reise- und Veranstaltungskosten. Weitere Förderer sind die Diakonische Schwestern- und Brüderschaft, die Direktion Altenhilfe und zahlreiche private Spender.
Europa-Institut der Diakonie Neuendettelsau
Wilhelm-Löhe-Straße 16
D-91564 Neuendettelsau
Leitung:
Thorsten Walter
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