Diakonie Neuendettelsau und AWO München investieren rund 27 Millionen Euro
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich haben die Diakonie Neuendettelsau und die AWO München ihr gemeinsames Kompetenzzentrum „Beraten – Wohnen – Pflegen“ in München einen entscheidenden Schritt voran gebracht.
Den Film über den Spatenstich finden Sie hier.
Das Konzept, das Beraten, Wohnen und Pflegen unter einem Dach vorsieht, wurde vom Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Neuendettelsau, Rektor Prof. Dr. h. c. Hermann Schoenauer, vorgestellt. „Das Zentrum steht für ein interdisziplinäres, vernetztes Leistungsprofil im Zeichen der Kompetenz im Umgang mit Demenzkranken“, erläutert Prof. Dr. h. c. Hermann Schoenauer, der Rektor der Diakonie Neuendettelsau. Das stationäre Leistungsangebot soll vernetzt werden mit Angeboten der Untersuchung und Beratung. Dazu gehören eine Demenzambulanz, das Modellzimmer „technikunterstütztes Wohnen für Demenzkranke“, eine Arztpraxis und gerontopsychiatrische Dienste. „Es soll eine fachliche Partnerschaft mit Ausbildung, Forschung und Lehre institutionalisiert werden: wissenschaftliche Begleitung, Fachbeirat, Altenpflege-Ausbildung“, informierte Schoenauer. In seiner Rede ging Jürgen Salzhuber, Geschäftsführer der AWO München auf die über 20-jährige Versorgungstradition bei der Betreuung in Wohngruppen für Menschen mit demenziellen Erkrankungen ein. Nach seinen Worten vereinigen sich im Münchner Kompetenzzentrum die guten Erfahrungen beider Partner. Architekt Eckhard Feddersen stellte den Entwurf des Neubaus vor, der sich in zwei Abschnitte gliedert. Im westlichen Gebäudetrakt verteilen sich in einer Wohngruppenstruktur 118 Plätze über vier Geschosse. Die unterschiedlich ausgestalteten Gruppen orientieren sich an dem Drei-Welten-Modell. Je nach Stadium der Demenz und entsprechend den Bedürfnissen der Bewohner werden verschiedene Milieus angeboten, in denen alle Abstufungen von Betreuung – zwischen Wohnen und intensiver Pflege – zur Verfügung stehen. Der zweite Gebäudeteil beherbergt eine Kinderkrippe, Arztpraxen, Büroflächen und Personalwohnungen. Hier sollen Betroffenen und ihren Angehörigen sozial- und gerontopsychiatrische Beratungsstellen offen stehen. Städtebaulich fasst der lang gestreckte Gebäuderiegel den Straßenraum an der Südseite der Landsberger Straße. Gläserne Treppenhäuser und ein Staffelgeschoss lockern den Baukörper auf. An seiner Südseite wird er über mehrere Etagen abgestuft und vermittelt so zu den Reihenhauszeilen in der Nachbarschaft. Hier liegen auch die Gärten des Kompetenzzentrums, die teils öffentlich zugänglich, teils den Bewohnern vorbehalten sind. Der Europaabgeordnete Martin Kastler nannte das Zentrum ein „Leuchtturmprojekt der Betreuung und Pflege von europäischem Rang“. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Natascha Kohnen, sagte, die Diakonie Neuendettelsau und die AWO Münschen stellten mit dem Projekt die Weichen dafür, die Herausforderung des demografischen Wandels zu meistern. „Wir freuen uns über diese hoch innovative neue Einrichtung“, betonte die Sozialreferentin der Stadt München, Brigitte Meier. Pfarrer Dr. Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission München, forderte die Politiker zu einer wirklichen Reform der Pflegeversicherung auf. Als Vorsitzender des Bezirksausschusses Pasing verwies Stadtrat Christian Müller besonders auf die Bedeutung der integrierten Kinderkrippe. Träger des Kompetenzzentrums für Menschen mit Demenz an der Landsberger Straße 367-369 ist die gemeinnützige Social Care Services Europe (SoCaSE) GmbH, hinter der die Diakonie Neuendettelsau (75 Prozent) und die Arbeiterwohlfahrt München (25 Prozent) stehen. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im kommenden Frühling und sollen im Sommer 2013 abgeschlossen sein. Die Investitionssumme beträgt rund 27 Millionen Euro. Nach dem innovativen Kompetenzzentrum Demenz in Nürnberg wird es das zweite Zentrum dieser Art in Deutschland sein. „Wir sind überzeugt, dass sich Individualität am besten in einer vertrauensvollen und solidarischen Gemeinschaft entfalten kann. Eine professionelle, fachkompetente Betreuung sichert die Bedürfnisse hilfebedürftiger kranker und behinderter Menschen und fördert den größtmöglichen Erhalt ihrer Fähigkeiten und ihrer Selbständigkeit. Soziale Dienstleistungen werden durch eine wirtschaftliche Arbeitsweise am besten nachhaltig und wirkungsvoll realisiert“ erläuterten Rektor Schoenauer und Jürgen Salzhuber die Ziele für die Arbeit im Kompetenzzentrums in München.
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