Zusammenwirken der Kirchengemeinden und Diakoniestationen
Diakonische Lernorte definieren
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| ![]() Bereits im Kindergarten können die Kleinen an diakonisches Handeln herangeführt werden. |
Im Rahmen ihrer Jahreskonferenz trafen sich in der Internationalen Akademie DiaLog Neuendettelsau die Leitungen, Vorstände und Geschäftsführer von Diakoniestationen, um sich über aktuelle Themen zu informieren und um Erfahrungen auszutauschen. Schwerpunkt der diesjährigen Tagung waren Fragen der Personalentwicklung. Einig war man sich, dass es wichtig ist, sich rechtzeitig und nachhaltig um Fachkräftenachwuchs zu bemühen. Eine große Chance sieht der Leiter der Internationalen Akademie, Diakon Manfred Riedel, in dem Zusammenwirken von Kirchengemeinden und Diakoniestationen. „Zwei Drittel unserer Pflegeschüler suchen einen Ausbildungsplatz in Wohnortnähe. Das ist eine große Chance für die ambulanten Pflegedienste, um aus der kirchlichen Gemeindearbeit heraus Fachkräftenachwuchs für die Pflege zu gewinnen,“ so Riedel. Er ermutigte dazu, die diakonische Arbeit Schülern und Jugendlichen zu vermitteln. Auch im Kindergottesdienst und in Kindergärten sollte diakonisches Handeln Thema sein. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Weißenburg, Martin Ruffertshöfer, plädierte dafür „Diakonische Lernorte“ zu definieren, um so jungen Menschen die diakonische Arbeit vor Ort näher zu bringen. Wie wichtig es ist, selbst auszubilden, bestätigte die Leiterin der Diakoniestation Lichtenau, Sr. Christine Schiefer, die seit Jahren frei werdende Stellen durch die Kooperation mit der Krankenpflegeschule Neuendettelsau lückenlos besetzen kann. Laut einer diakonieinternen Umfrage bei Pflegeschülern ergreifen die meisten diesen Beruf, weil sie Freude an der Arbeit mit Menschen haben. Außerdem sieht der Nachwuchs in einem Pflegeberuf einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz mit vielfältigen Arbeits- und Karrieremöglichkeiten.
Thematisiert wurde im Rahmen der Konferenz auch die Refinanzierung der Häuslichen Pflege. Die ambulanten Dienste erbringen eine qualitativ hochwertige, individuelle personennahe Dienstleistung in schwierigen Lebenssituationen. Leider fühlen sie sich dabei weitgehend allein gelassen. Reine Imagekampagnen würden das Problem nicht lösen. Es bedarf einer besseren finanziellen Ausstattung und einer größeren gesellschaftlichen Wertschätzung der ambulanten Dienste. „Die pflegerische Versorgung der Bevölkerung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe,“ beruft sich Jürgen Multrus, Leiter der Diakonie NordWest in Nürnberg, auf das Sozialgesetzbuch.
Die Arbeit des neuen Lehr- und Forschungsinstituts der Diakonie Neuendettelsau stellte dessen Leiter, Jürgen Zerth vor und ermutigte die Verantwortlichen der Diakoniestationen, sich bei der Entwicklung altersgerechter Technologien und Produkte zu beteiligen, damit sich diese an den Lebenswelten der Menschen orientieren. Seitens der Tagungsteilnehmer wurde angeregt, gerade die Organisation personenorientierter Dienstleistung und Pflege durch Forschungsprojekte zu untersuchen. Insbesondere sollten Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden, um die zeitintensiven bürokratischen Anforderungen besser bewältigen zu können, damit den Fachkräften mehr Zeit für die Patienten bleibt.
Die Diakonie Neuendettelsau kooperiert im Bereich der Gemeindediakonie mit 14 verschiedenen Diakoniestationen in Mittel- und Oberfranken. Dabei bietet die Internationale Akademie DiaLog für Mitarbeitende der Gemeindediakonie als Beitrag zur Gesundherhaltung auch regelmäßig Einkehrtage an. Die nächsten Einkehrtage im März und April stehen unter dem Thema „Neue Kraft bekommen“. Sie sind auch offen für Interessierte aus anderen Bereichen. Nähere Informationen gibt es unter www.akademiedialog.de oder unter Tel. 09874/8-2673.