Die Autorin Sengül Obinger trifft ihre ehemalige Kinderkrankenschwester Marlies
Auf einen Abend voller Emotionen blickt die Diakonie Neuendettelsau und der Freundeskreis Hallerwiese zurück: Die Autorin und erfolgreiche Geschäftsfrau Sengül Obinger las am 28. Juni aus ihrem Buch „Löwinnenherz“ im Festsaal der Klinik Hallerwiese in Nürnberg. Anlass zu dieser Lesung gab Frau Obingers Suche nach ihrer ehemaligen Kinderkrankenschwester Marlies, die sie nach 35 Jahren dort zum ersten Mal wiedertraf. Die Autorin verbrachte ihre ersten vier Lebensjahre in der Klinik Hallerwiese. Das Wiedersehen war laut Frau Obinger ein „historischer Moment“.
Für emotionale Augenblicke unter den etwa 50 Zuhörern sorgten auch die Lesung und die persönlichen Erzählungen der Autorin, die „sehr dankbar ist, endlich ein glückliches, normales Leben führen zu können.“ Die türkischstämmige Sengül Obinger lebte jahrelang in einer qualvollen, patriarchalen und bildungsfernen Parallelwelt. Dem Ehrenmord nur knapp entkommen erkämpfte sich die heute 39-jährige allmählich ein selbstbestimmtes Leben. Authentisch und emotional erzählte sie von ihren Erlebnissen und mischt sich ein in die Debatten um Integration, Migration, Frauenrechte und Bildung. Jenseits aller Debatten sorgte der Abend mit Sengül Obinger für ein Bewusstsein für den unschätzbaren Wert von Freiheit, Selbstbestimmung, Bildung und Arbeit.