Neue Paramente für Burgbernheim
Es kommt nur alle paar Jahrzehnte vor, dass eine Kirche neue Kanzel- und Altarbehänge bekommt. In St. Johannis war dies möglich geworden, weil viele Gemeindeglieder in den vergangenen Jahren dafür zweckbestimmt gespendet hatten. Nun konnten die neuen grünen Paramente in den Gebrauch genommen und der Gemeinde vorgestellt werden.
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| ![]() Die Designerin Beate Baberske-Krohs zeigt wie detailverliebt sie die Paramente verziert hat. |
Beate Baberske-Krohs, Designerin für Textilkunst, hatte die Entwürfe eigens für St. Johannis angefertigt, diese waren in den letzten Monaten in der Paramentikwerkstatt der Diakonie Neuendettelsau in unzähligen Stunden handwerklich umgesetzt worden. Um das in der Altarmitte eingearbeitete goldene Kreuz frei zu halten, wurden für den Altar zwei kunstvoll gestaltete Bänder angefertigt, die auseinander gerückt, sich nun gegenseitig ergänzen. Auf grünem Seidenstoff sind hoch diffizile Stickereien aufgebracht, die so entstehenden Muster interpretieren das Thema „Wege – Wachstum“. Bereits von Weitem fallen die goldenen dreigliedrigen Linien auf, die die Paramente überziehen und sich dabei kreuzen. Gold wird seit jeher verwendet, um das Göttliche auszudrücken, die Dreizahl verweist auf die Dreieinigkeit Gottes. Baberkse-Krohs hat dabei die Linien und Schwünge des goldenen Gesprenges aufgenommen, das den Altar und die Altarbilder von St. Johannis krönt. Gleichzeitig ergeben sie Wege, schmale und breite, mitunter auch Kreuzwege, die aber doch unter Gegenwart Gottes stehen. Viele Gemeindeglieder, die nach dem Gottesdienst noch mit der Designerin im Gespräch waren, stellten überrascht fest, wie bei jedem Schritt zum Altar auf den Paramenten mehr und mehr Details entdeckt werden können. Pflanzen wachsen empor, farnartige Gebilde streben nach oben. Dass dabei exakt die Grüntöne aufgenommen wurden, die in den Altarbildern vorherrschen, zeigt, wie sehr sich die Designerin mit St. Johannis beschäftigt und die Paramente der Burgbernheimer Kirche „auf den Leib“ geschneidert hat. Zuvor war Pfarrer Wolfgang Brändlein näher auf das Kanzelparament eingegangen, es trägt den Titel „Wasser des Lebens“. In seiner Predigt wies er auf die doppelte Bewegung hin, die auf dem Parament auszumachen ist: Das Wort Gottes ist wie Wasser, das Leben hervorbringt. Wo Gott Menschen liebevoll anspricht, können sie im Glauben und in der Liebe wachsen und reifen. Die anwesenden Mitglieder des Kirchenvorstands freuten sich, dass die von ihnen in Auftrag gegebenen Paramente von der gottesdienstlichen Gemeinde gut aufgenommen wurden. Mit kurzen Unterbrechungen sind die neuen grünen Behänge nun bis in den November hinein zu bewundern. Schließlich findet die liturgische Farbe Grün im Kirchenjahr am häufigsten Verwendung. An Paramentik Interessierte können sich am 10. Juli um 18.00 Uhr im „Augustiner 11“ in Nürnberg einfinden. Dort wird die Ausstellung „Textilkunst – nicht nur für die Kirche“ der Diakonie Neuendettelsau eröffnet.