Diakonie Neuendettelsau und Arbeiterwohlfahrt sind sich im Menschenbild einig
Mit der Grundsteinlegung haben die Bauarbeiten für das Kompetenzzentrum der Diakonie Neuendettelsau und der AWO München begonnen. Beraten, Wohnen und Pflegen unter einem Dach – mit diesem Konzept errichtet die Social Care Services Europe (SoCaSE) GmbH an der Landsberger Straße 367-369 in München ein Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz. Träger der gemeinnützigen GmbH sind die Diakonie Neuendettelsau (75 Prozent) und die Arbeiterwohlfahrt München (25 Prozent). Das Kompetenzzentrum soll bereits im kommenden Jahr vollendet werden. Die Investitionssumme beträgt rund 28 Millionen Euro. Nach dem innovativen Kompetenzzentrum Demenz in Nürnberg wird es das zweite Zentrum dieser Art in Deutschland sein.
Der Vorstandsvorsitzende des AWO-Kreisverbands München-Stadt, Jürgen Salzhuber, sprach von einem Leuchtturm im Bereich der Betreuung von Menschen mit Demenz, der an dieser Stelle entstehen werde. „Wir wollen hier einen Ort schaffen, der Geborgenheit, Hoffnung und Lebensfreude ausstrahlt. Wir wollen demenziell erkrankten Menschen einen Lebensraum anbieten, der in besonderer Weise ihren Bedürfnissen entspricht“, erklärte der Leiter der Diakonie Neuendettelsau, Rektor Prof. Dr. h. c. Hermann Schoenauer. Stadträtin Dr. Manuela Olhausen meinte in ihrem Grußwort, hier werde ein zukunftsweisendes integriertes Konzept verwirklicht. Die Landtagsabgeordnete Natascha Kohnen hob vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen der Diakonie Neuendettelsau und der Arbeiterwohlfahrt hervor. „In unserem Menschenbild sind wir uns einig“, betonte AWO-Landesvorsitzender Dr. Thomas Beyer (MdL). Der Geschäftsführer der Inneren Mission München, Pfarrer Dr. Günther Bauer, sprach sich dafür aus, intensiv für pflegerische Berufe zu werben, die auch angemessen bezahlt werden müssten. Der vom Architekturbüro Feddersen entworfene Neubau gliedert sich in zwei Abschnitte. Im westlichen Gebäudetrakt verteilen sich in einer Wohngruppenstruktur 118 Plätze über vier Geschosse. Je nach Stadium der Demenz und entsprechend den Bedürfnissen der Bewohner werden verschiedene Milieus angeboten, in denen alle Abstufungen von Betreuung – zwischen Wohnen und intensiver Pflege – zur Verfügung stehen. Der zweite Gebäudeteil beherbergt eine Kinderkrippe, Arztpraxen, Büroflächen und Personalwohnungen. Hier sollen Betroffenen und ihren Angehörigen sozial- und gerontopsychiatrische Beratungsstellen offen stehen. Die Diakonie Neuendettelsau und die Arbeiterwohlfahrt München verbinden die gemeinsame Ausrichtung am Wohl des Klienten und die Übernahme von Verantwortung gegenüber gesellschaftlichen Herausforderungen. Um der großen Herausforderung Demenz aktiv zu begegnen, haben beide die SoCaSE GmbH gegründet. Bereits heute sind 1,2 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt und jährlich kommen über 200.000 weitere dazu. „Das Zentrum steht für ein interdisziplinäres, vernetztes Leistungsprofil im Zeichen der Kompetenz im Umgang mit Demenzkranken“, erläutert Prof. Dr. h. c. Hermann Schoenauer, der Rektor der Diakonie Neuendettelsau. Das stationäre Leistungsangebot soll vernetzt werden mit Angeboten der Untersuchung und Beratung. Dazu gehören eine Demenzambulanz, das Modellzimmer „technikunterstütztes Wohnen für Demenzkranke“, eine Arztpraxis und gerontopsychiatrische Dienste. „Es soll eine fachliche Partnerschaft mit Ausbildung, Forschung und Lehre institutionalisiert werden: wissenschaftliche Begleitung, Fachbeirat, Altenpflege-Ausbildung“, informierte Schoenauer.