bei der offiziellen Eröffnung in Fürth
Technik und Soziales zu einer gelingenden Einheit zu verbinden, das ist das Ziel, zu dem wir aufgebrochen sind, und der heutige Abend ist dabei ein Meilenstein. Technik, die bereichert und dabei den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und nicht die Maschine oder den Markt. Ein Meilenstein deshalb, weil sich heute verschiedene Gruppen, die sich mit uns auf den Weg gemacht haben, begegnen. Und wir stellen Ihnen heute vor, in welche Richtung wir gehen wollen.
Demographische Entwicklung, steigender Wettbewerb und Kostendruck werden zu einer immer größeren Herausforderung für Träger sozialer Einrichtungen. Und dafür braucht Deutschland hochqualifiziertes Fachpersonal als Antwort auf die Herausforderungen. Der Strukturwandel im Gesundheitswesen stellt die Pflege vor neue Aufgaben und Anforderungen. Die Erwartungen an die Pflege steigen. Arbeitsbedingungen und Entwicklungschancen im Pflegeberuf müssen deutlich verbessert werden, damit sich mehr junge Menschen für eine Karriere in diesem Beruf interessieren. Und aus der Profession Pflege heraus ist auch Veränderungsbedarf erwachsen: Neue Kompetenzen und Fertigkeiten werden benötigt. Fachkräfte müssen lernen, neue Techniken anzuwenden und diese sinnvoll einzusetzen.
Sensoren, TouchSreens und IT – das sind ja Hilfsmittel, die man zunächst nicht auf Pflegebedürftige loslassen möchte. All das klingt kalt, starr, mechanisch, unmenschlich. Doch wir wollen heute etwas genauer hinsehen. Wir wollen solche Technik einer Prüfung unterziehen, sie testen, sie hinterfragen sie ethisch bewerten. Wir wollen heute darüber nachdenken: Wo kann Technologie sinnvoll eingesetzt werden, um Pflege sensibel zu unterstützen, ohne den personennahen Dienst zu ersetzen oder gar maschinell auszurichten. Wie kann neueste Technik sinnvoll genutzt werden, um die Lebensqualität der zu Pflegenden zu vergrößern und gleichzeitig Fachkräfte zu entlasten, um wieder mehr Zeit für den wichtigen personennahen Dienst zu haben?
Einige Ideen dazu für zukünftiges Leben und Pflegen zeigen wir Ihnen heute in zwei Zimmern. Außerdem haben Sie die Gelegenheit für einige Minuten alt zu sein. Probieren Sie einmal den AGE-Explorer aus und Sie können sehen wie es ist, wenn die jetzt noch funktionstüchtigen Gelenke, Augen und Ohren nicht mehr richtig gehorchen.
Kranke, Alte zu pflegen und zu betreuen, das ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Und diese Herausforderung können wir nur bewältigen, wenn Politik, Wirtschaft, Diakonie und sozialer Bereich heute zusammenwirken, um den wachsenden Bedarf in der Pflege begegnen zu können.
Mit der Gründung des International DiaLog College and Research Institut in Fürth versucht die Diakonie Neuendettelsau bereits jetzt die Weichen zu stellen, um auch in der Zukunft eine optimale Versorgung durch ethisch vertretbare technische Unterstützung gewährleisten zu können. Lehre und Forschung kommen hier zusammen.
Zum einen im bundesweit ersten Forschungsinstitut im Bereich der freien Wohlfahrtspflege, das unter anderem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für den Mitarbeitenden im Sozial- und Gesundheitsbereich zum Ziel hat.
Zum anderen durch das Angebot neuer Studiengänge:
Beide Bereiche stellen wir Ihnen heute vor.
Doch zunächst noch einmal herzlichen Dank, dass wir heute in der Wissenschaftsstadt Fürth zu Gast sein dürfen, hier im Theatrum der Probebühne des Stadttheaters Fürth zeigen dürfen, wir Technik und Soziales mit ethischer Bewertung sinnvoll zusammengebracht werden kann.
„Sie sollen sicher wohnen und niemand soll Sie schrecken“ so sagt der Prophet in der Bibel, und das ist auch unser Motto für die Bewohnerzimmer der Zukunft und das wünsche ich Ihnen allen.