
Vom 15. Mai 1858 datiert der erste historische Nachweis, dass in Neuendettelsau zum ersten Mal Hostien gebacken wurden. Insofern feiert die Hostienbereitung heuer ihr 150-jähriges Jubiläum. In dem traditionsreichen Betrieb hat sich in den letzten Jahren das Angebot stetig erweitert.
Auch heute noch sind es überwiegend Diakonissen, welche jährlich über eine Million Hostien anfertigen und versenden. Sechs Frauen arbeiten täglich in der kirchlichen Werkstätte, die sich seit Gründung in der Obhut des Neuendettelsauer Werks befindet. Oblaten- und Brothostien aber auch Konsekrations- und glutenfreie Hostien werden im Keller des Karoline-Rheineck-Hauses gefertigt.
„Konsekrationshostien sind als eine Art von Schauhostien zu verstehen“, erklärt Schwester Hedwig Wild, die Leiterin der Hostienbereitung. Wie bei den „klassischen“ Hostien besteht der Teig ausschließlich aus reinem Weizenmehl und klarem Wasser.

Die Anfänge in der Hostienproduktion beschrieb Löhe 1858 folgendermaßen: „Ein Freund schenkte der Anstalt einen Apparat zum Hostienbacken. Seitdem versorgt das Diakonissenhaus nicht bloß die hiesige Pfarrkirche mit den nötigsten Hostien, sondern es werden auch hier und da an besuchende Geistliche Hostien abgegeben.“
Mittlerweile hat sich die Produktion enorm gesteigert und die Auslieferung erfolgt in die ganze Welt. Heute gehen die Neuendettelsauer Hostien als Spende in die Länder der Dritten Welt. Innerhalb der Bundesrepublik werden sie von den Landeskirchen in allen Bundesländern bestellt. Auch nach Japan oder in die USA werden Hostien aus Neuendettelsau geliefert. „Zur Zeit nähert sich die jährliche Produktion der 1,5 Millionen-Marke, da die Nachfrage immer weiter steigt“, so Wild.
Neue Produkte wurden etabliert. Eine Sorte wird speziell für Menschen mit Glutenunverträglichkeit hergestellt. Bei Gluten handelt es sich um ein Klebereiweiß, auf das manche Menschen allergisch reagieren. Die Einnahme von Oblatenhostien kann bei manchen Menschen zur Schädigung der Dünndarmschleimhaut führen. „Damit diese Menschen nicht auf die Eucharistie in der Form des Brotes verzichten müssen, stellen wir auf Anfrage auch glutenfreie Hostien her“, so Hedwig Wild, die seit drei Jahren nun die Hostienbereitung leitet und Bestellungen per Internet, Telefon und Fax entgegen nimmt.
Für den Kunden bietet sich die Möglichkeit, Hostien mit Bio-Weizenmehl oder Dinkelmehl zu bestellen. Aus Dinkelmehl gefertigte Hostien eignen sich vor allem für alte Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Schlucken haben, da sie die Hostie erst eintauchen und dann leichter essen können. Durch das Dinkelmehl hat die Oblate eine festere Konsistenz und fällt nicht gleich zusammen. Auch die Herstellung von Oblaten mit Biomehl erfolgte auf Wunsch von Kunden.
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Diakonie Neuendettelsau
Hostienbereitung
Wilhelm-Löhe-Straße 13
91564 Neuendettelsau
Telefon +49 (0) 9874 / 8 - 23 89
Fax +49 (0) 9874 / 8 - 23 87
E-Mail: Hedwig.Wild(at)diakonieneuendettelsau.de