



Am 9. Mai 1854 begann die Arbeit der ersten Diakonissenanstalt Bayerns in Neuendettelsau. Wilhelm Löhe eröffnete im Gasthaus zur Sonne den ersten Ausbildungskurs für Diakonissen und junge Frauen. Zu diesem Zeitpunkt stand aber bereits fest, dass dies nur eine Übergangslösung ist. Die Pläne für den Bau des Diakonissenhauses, so die Bezeichnung aus dem Jahre 1854, lagen bereits vor. Die Grundsteinlegung erfolgte am 23. Juni 1854 und bereits am 12. Oktober 1854 konnte das Haus feierlich eingeweiht und bezogen werden.
Alle noch heute relevanten Arbeitsgebiete der Diakonie Neuendettelsau haben ihren Ursprung im später als „Mutterhaus“ bezeichneten Haus. Es wurden kranke und alte Menschen gepflegt und betreut, junge Menschen unterrichtet und auch Menschen mit Behinderungen fanden Aufnahme in den Räumlichkeiten. Über 100 Personen arbeiteten und lebten in den Anfangsjahren im Mutterhaus, das bis heute das Zentrum der Diakonie Neuendettelsau ist.
In den kommenden Jahrzehnten erfolgten zahlreiche Um- und Anbauten. 1884 wurde das Mutterhaus aufgestockt, 1891 wurde der Ostflügel angebaut und im Jahre 1931 der Westflügel erneuert. Weitere kleinere Umbaumaßnahmen erfolgten in den kommenden Jahrzehnten.
Von Anfang an war das Mutterhaus Dienstsitz des Rektors und der Oberin der Diakonie Neuendettelsau.