



Das Anwesen in der Johannisstraße 19 in Nürnberg-Hallerwiese ist ein Teil der Geschichte der Nürnberger Gartenkultur, welche vor allem durch das Buch „Nürnbergische Hesperides“ von Johann Christoph Volkamer aus dem Jahre 1708 eine weite Publizität erlangte.
Entlang der heutigen Johannisstraße hatten sich die Nürnberger Patrizier und reichen Bürger Sommerhäuschen errichtet. Längs der Straße erstreckte sich in der Regel ein repräsentatives Gebäude, dem sich ein Garten anschloss in Richtung Pegnitz. Unverzichtbarer Bestandteil des Gartens war die Zucht exotischer Pflanzen wie Zitronen, Orangen oder Pomeranzen. Hinzu kamen noch Sandsteinfiguren, so dass sich Kunst und Natur in den Gartenanlagen vereinten. Das Anwesen Johannisstraße 19 war ein Teil dieser Nürnberger Hesperidengartenkultur und ist eines von drei heute noch existierenden Gartenanwesen aus dieser Zeit.
Erstmals urkundlich fassbar wird das heutige Barockpalais im Jahre 1419. In diesem Jahr ist es nachweislich im Besitz des Patriziers Christian Kreß. Nach den Verwüstungen während des Zweiten Markgrafenkrieges (1552-1555) kam es erst nach 1670 wieder zu einem Aufbau der Gärten und Häuser. Die heutige Form erhielt das Gebäude in den Jahren 1697/98 und 1727 durch die Kaufleute Balthasar Morold und Johann Friedrich Sichart.
Im Jahre 1981 erwarb die Diakonie Neuendettelsau das Anwesen, um den Um- und Erweiterungsbau der benachbarten Kliniken „Cnopfsche Kinderklinik“ und „Klinik Hallerwiese“ zu ermöglichen. Von April 1998 bis September 2000 wurde das unter Denkmalschutz stehende Barockpalais saniert und die Gartenanlagen erneuert. Heute befinden sich darin der Service-Shop Hallerwiese der Diakonie Neuendettelsau sowie Räumlichkeiten für Empfänge und Veranstaltungen.